Warum der Widerstand gegen die Abschaffung der Rente mit 63 so groß ist
Besonders liebgewonnene Privilegien gibt man ungern auf, meint Lars Feld. Ein Gastbeitrag.
Quick Look
- Die Rentenreform der Bundesregierung führt zu Diskussionen um die abschlagsfreie Rente für langjährig Versicherte.
- Gewerkschaften und Verbände wehren sich gegen Reformen, während Ökonom Lars Feld auf die bereits seit 2014 bekannten Kritikpunkte verweist.
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Why It Matters
Die Rente mit 63 wurde im Jahr 2014 eingeführt und stieß damals bereits auf scharfe Kritik des Sachverständigenrates.
Warum ist der Widerstand gegen eine so unsinnige Regelung wie die Rente mit 63 so groß? Besonders liebgewonnene Privilegien gibt man ungern auf, meint Lars Feld. Ein Gastbeitrag.
Lars Feld ist Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Freiburg und Direktor des dort ansässigen Walter Eucken Instituts. Foto: Getty Images [M]
Die Rentenreform der Bundesregierung bewegt sich unweigerlich auf einen Showdown zwischen reformwilligen und -unfähigen Kräften in der Republik zu. Es ist nicht nur die Bundesregierung, die insbesondere hinsichtlich der Abschaffung der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte („Rente mit 63“, heute schon „Rente mit 64,5“) mit sich ringt.
Die Gewerkschaften machen mobil gegen ihre Abschaffung; Wirtschaftsverbände, etwa der Bankenverband, wollen jedenfalls die Altersteilzeit im Blockmodell erhalten. Von Übergangs- und Härtelösungen ist allenthalben zu hören, um die politischen Gegner zu besänftigen.
Als die „Rente mit 63“ im Jahr 2014 eingeführt wurde, kritisierte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung dies scharf und verwies auf die hohen Mehrausgaben, die zusammen mit der Mütterrente für die Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) entstehen würden.
Schon die abschlagsfreie Rente mit 65 Jahren für besonders langjährig Versicherte sei systemwidrig, begünstige besserverdienende Facharbeiter gegenüber Rentnern mit geringen Renteneinkommen und reduziere das Erwerbspersonenpotenzial zu stark. Die heute in der Diskussion immer wieder genannten Argumente für die Abschaffung dieser Privilegierung sind somit längst bekannt.
Open Questions
- Wie wird die Bundesregierung die Rentenreform konkret umsetzen?
- Gibt es Kompromisse mit den Gewerkschaften?




