
Sinkende Exporte in die USA und die Auswirkungen der US-Handelspolitik auf deutsche Unternehmen
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Die USA sind der wichtigste Exportmarkt für die deutsche Wirtschaft. Die Handelsbeziehungen leiden unter der Zollpolitik der US-Regierung.
Wenn es um den Verkauf von Waren ins Ausland geht, sind die USA für deutsche Unternehmen noch immer die Nummer eins. In kein Land exportiert die deutsche Wirtschaft mehr. Etwa jeder zehnte Euro im Außenhandel wird in den Vereinigten Staaten verdient. Diese Partnerschaft aber hat Risse bekommen.
Das Volumen der Exporte in die USA ist deutlich zurückgegangen. Für die erste Jahreshälfte meldete das Statistische Bundesamt ein Minus von gut sechs Prozent. Im ersten Quartal lag der Rückgang den Daten zufolge sogar bei zwölf Prozent. Ökonomen sehen darin eine Folge der Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump, der seit seiner Wiederwahl immer wieder neue Zölle auf Importe verhängt hat.
Deutsche Unternehmen, die in den Vereinigten Staaten aktiv sind, fürchten neue Hindernisse. Helena Melnikov, Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Industrie und Handelskammer (DIHK) sagte im ARD-Morgenmagazin: "Weil die USA so immens wichtig für uns sind, schauen wir natürlich auch immer auf die deutschen Unternehmen vor Ort. Und davon meldet uns rund die Hälfte zurück, dass sie die dortige Wirtschaftspolitik als größtes Geschäftsrisiko betrachten." Verlässlichkeit und Kontinuität, so Melnikov, seien für deutsche Firmen in den USA daher immens wichtig.
Das starke Abschneiden der Demokraten bei den Zwischenwahlen befeuert nun die Hoffnung, dass diese Verlässlichkeit langsam zurückkehrt. Für deutsche Unternehmen ist die politische Lage berechenbarer geworden. Schließlich können sich US-Präsident Trump und die Demokraten im Kongress nun gegenseitig in ihren Vorhaben blockieren.
Sichtbar wird diese Hoffnung auch an den Finanzmärkten - zumindest kurzzeitig. Der DAX hat in Folge der Zwischenwahlen am Donnerstag zwischenzeitlich ein neues Allzeithoch erreicht. Auch wenn der deutsche Leitindex heute im Sog der US-Märkte wieder deutlich verliert, spekulieren einige Analysten an der Börse darauf, dass die neuen Mehrheiten im Kongress mittelfristig mehr Planungssicherheit für die Unternehmen bringen.
Derzeit ist das aber nicht mehr als ein Vertrauensvorschuss. Volkswirte rechnen damit, dass sich der Zollstreit mit den USA fortsetzt. Präsident Trump dürfte versuchen, den Kongress zu umgehen und seine Politik, wo immer es möglich ist, per Präsidialdekret durchzusetzen.
Carsten Brzeski von der ING Bank betont im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion, die Wirtschaft müsse sich darauf einstellen, dass es wieder zu Handelsspannungen kommt. "Wir werden in Europa spüren, dass wir einen Präsidenten haben, der im eigenen Land wahrscheinlich extrem an der kurzen Leine hängen wird und dann versuchen wird, über Außenpolitik und über Handelspolitik doch noch Aufmerksamkeit zu ziehen."
Ähnlich sieht das Jörg Krämer von der Commerzbank. Er hält es auch für möglich, dass es nun zu neuen Angriffen auf Iran kommt - mit negativen Folgen für den Ölpreis. "Ich glaube, die Risiken für Deutschland überwiegen eher, weil Trump sich in der Außenpolitik austobt. Anders als im Inneren, wo beide Kammern des Parlaments eine demokratische Mehrheit haben."
Auf der anderen Seite gibt es unter Ökonomen die Erwartung, dass die Demokraten im Kongress auch Einfluss auf die Außenpolitik nehmen. Sie könnten auf eine Deeskalation im Nahen Osten hinwirken. Möglicherweise fordern das auch die Republikaner nach der Wahlschlappe stärker ein. Viele sehen den Krieg im Iran als Hauptgrund für das schwache Abschneiden bei den Midterms.
Für die deutsche Wirtschaft wäre eine Deeskalation positiv, so Holger Schmieding von der Berenberg Bank gegenüber der ARD-Finanzredaktion: "Es steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Iran-Krieg in absehbarer Zeit vorbei ist und die Ölpreise wieder sinken können." Das wiederum sei gut für die Kaufkraft der Bürger und für die Kostenseite der Unternehmen, so Schmieding.
Der Ölpreis hat in dieser Woche bereits deutlich nachgegeben. Der Preis für ein Fass der Nordsee-Sorte Brent sank wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar. Unklar bleibt aber, ob sich die Zeichen der Entspannung nun weiter fortsetzen.
AI outlook — possibilities, not facts
Fortsetzung des Zollstreits durch Präsidialdekrete
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