Wolfgang Kubicki über FDP-Wahlergebnisse und AfD-Wähler
FDP-Parteichef Wolfgang Kubicki analysiert das Scheitern bei Landtagswahlen und die Motivation von AfD-Wählern.
Quick Look
- FDP-Parteichef Wolfgang Kubicki äußert sich zum Ausscheiden der FDP aus einem weiteren Landtag.
- Er analysiert den Wunsch vieler Wähler nach einer fundamentalen Änderung durch die AfD und betont die Notwendigkeit, die FDP-Politik wieder sichtbarer zu machen.
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Why It Matters
Die FDP hat bei einer jüngsten Landtagswahl den Einzug ins Parlament verpasst. Die AfD gewinnt in Umfragen und Wahlen an Zustimmung.
Am Wochenende ist die FDP aus einem weiteren Landtag geflogen. Geht es mit Ihnen als Parteichef so weiter wie vorher?
Nein. Wir hatten dort vor einigen Wochen in Umfragen noch eine Vier vorm Komma. Es wäre möglich gewesen. Aber in der letzten Phase des Wahlkampfs war die Polarisierung extrem. Es ging ausschließlich um die Frage: Kriegt die AfD die absolute Mehrheit, ja oder nein? Die Veranstaltungen, die ich gemacht habe, waren alle wirklich gut besucht. Die Stimmung war super. Aber ich habe es auch erlebt, bei einer Veranstaltung mit Unternehmern, mit Handwerkern, dass Menschen zu mir kommen und sagen: Herr Kubicki, die FDP ist eigentlich unsere Partei, Sie sind unser Mann. Aber diesmal werden wir AfD wählen.
Und was sagen die, warum?
Die sagen, es muss knallen. Es muss sich was ändern. Und das passiert nur, wenn man jetzt was Drastisches macht. Die Leute, die mir das ins Gesicht gesagt haben, können mit der AfD gar nichts anfangen, die wollen schlicht und ergreifend eine fundamentale Änderung, obwohl sie gar nicht ganz genau sagen können, worin die eigentlich bestehen soll. Aber eine fundamentale Änderung.
Was kann die FDP dagegensetzen?
Erst mal müssen wir wieder gehört werden. Erst dann können wir die Menschen von unserer Politik überzeugen. Wir haben unsere Social-Media-Reichweite vervierfacht seit Juli. Wir haben das Potential der Leute, die sich vorstellen können, uns zu wählen, verdoppelt in drei Monaten. Das ist erfreulich, aber es dauert noch ein bisschen, bis es sich dreht. Ein Kubicki macht noch keinen Sommer.
Immerhin haben Sie Ihre Kandidatur an Ostern verkündet, als Zeichen für die Auferstehung.
Die kommt ja auch.
Was heißt das für die nächsten Wahlen in zwei Wochen, in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin? Da ist die Polarisierung doch auch wieder riesig.
Da geht es aber nicht darum, ob die AfD die absolute Mehrheit bekommt. Gerade in Berlin ist das Rennen an der Spitze sehr eng. Und viele CDU-Wähler werden sich fragen, ob sie diesmal wirklich die CDU unterstützen wollen. Der Spitzenkandidat Evers kann ja nichts dafür, aber Wegner und Merz lasten schwer. Wenn es da eine Veränderung geben soll, dann ist die Alternative doch eher die FDP als die AfD.
Vor einigen Tagen ist auch der frühere FDP-Chef Christian Lindner im Berliner Wahlkampf aufgetreten. Versuchen Sie, ihn für mehr Termine ins Boot zu holen?
Nein, es ist die Entscheidung von Christian Lindner, ob und wie er sich engagieren will. Ich kenne ihn, er ist ein Vollblutpolitiker. Er ist jetzt raus, aber er wird langsam, aber sicher zurückkommen. Wenn ich ihn bitten würde, würde ihm das schmeicheln, aber er würde nein sagen. Das muss von ihm kommen.
Open Questions
- Wie wird die FDP bei den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern abschneiden?





