ZDF verteidigt AfD-Interview in Kinderlogo!
Quick Look
- Das ZDF hat ein Interview mit dem AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund in der KinderSendung logo! verteidigt, obwohl der Landesverband der AfD in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird.
- Die Redaktion begründete die Entscheidung mit Umfrageergebnissen, wonach die AfD in Sachsen-Anhalt führend liegt und viele Menschen sie unterstützen.
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Why It Matters
Der Landesverband der AfD in Sachsen-Anhalt wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. Das Kinderfernsehlogo! von ZDF und ARD (KiKa) sendet Nachrichten für Kinder und Jugendliche.
Das ZDF hat ein Interview mit dem Spitzenkandidaten der AfD in Sachsen-Anhalt in den Kindernachrichten verteidigt. Ulrich Siegmund wurde für die Sendung logo! interviewt. »Am Ende orientieren wir uns nicht an der Frage, welcher Shitstorm droht, sondern an unserem Auftrag: Kinder brauchen verlässliche Informationen, um sich eine eigene Meinung bilden zu können. Auch dann, wenn es unbequem wird«, schrieb Constanze Knöchel, Leiterin der logo!-Nachrichten vor der Ausstrahlung in einem Post auf LinkedIn.
In der Sendung des Kinderkanals von ARD und ZDF (KiKA) vom 3. September hatte die ehemalige Landesschülersprecherin in Sachsen-Anhalt, Lucienne Balke, Siegmund sowie den amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU) interviewt. In sozialen Netzwerken wurde kritisiert, dass der Sender in den Kindernachrichten den Vertreter einer Partei zu Wort kommen lässt, dessen Landesverband vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird.
Die Antworten der beiden Politiker auf weitgehend gleichlautende Fragen hatte die Redaktion in einem Beitrag gegeneinander geschnitten. Neben Themen wie schullichen Lieblingsfächern und die Meinung der Interviewpartner zu Jugendwörtern ging es dabei auch um politische Themen wie Lehrermangel, Homeschooling und Extraklassen für Geflüchtete.
Moderator begründet Interview mit Umfrageergebnissen
In der Abmoderation des Beitrags verwies logo!-Moderator Sherif Rizkallah unter anderem darauf, dass die AfD »sehr umstritten« sei, dabei erwähnte er auch die Einstufung des Landesverbandes durch den Verfassungsschutz als rechtsextrem. Die Entscheidung der Redaktion für ein Interview mit Siegmund begründete er damit, dass die AfD in den Umfragen in Sachsen-Anhalt seit einiger Zeit deutlich vorne liege. Zudem würden »viele Menschen in Sachsen-Anhalt die Partei unterstützen« und die AfD dort in der Politik »eine große Rolle« spielen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Das ZDF wird die Kritik an dem Interview in den kommenden Tagen öffentlich adressieren und seine Entscheidung verteidigen.
Likely · Within days
Open Questions
- Wie reagieren Eltern und Pädagogen auf das Interview mit einem Vertreter einer als rechtsextrem eingestuften Partei in einer KinderSendung?
- Wird das ZDF künftig ähnliche Interviews mit Vertretern anderer als extrem eingestufter Parteien in KinderSendungen durchführen?
- Wie bewertet die Medienaufsicht die Entscheidung des ZDF im Kontext des Jugendschutzes?

