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Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins derzeit auf einen Bereich von 3,50 bis 3,75 Prozent gesetzt. Marktteilnehmer hatten zuvor mit einer hohen Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung im September gerechnet, insbesondere nach Äußerungen von Fed-Chef Kevin Warsh beim Jackson Hole Symposium.
Ein Straßenschild an der Wall Street, dem Sitz der New Yorker Börse. Foto: dpa
New York. An der Wall Street herrscht weiter verhaltener Optimismus. Nach leichten Zugewinnen am Vortag liegen die wichtigen Indizes auch am Donnerstag im Plus.
Der US-Standardwerteindex Dow Jones gewinnt 0,6 Prozent auf 53.422 Punkte.
Der breiter gefasste S&P 500 legt 0,4 Prozent auf 7697 Stellen zu.
Die technologielastige Nasdaq Composite rückt 0,5 Prozent auf 26.336 Zähler vor.
Der Nasdaq 100, ein Abbild der 100 Nicht-Finanzunternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung, notiert beinahe unverändert bei 29.210 Punkten.
Der Handelstag ist dabei von gegensätzlichen Entwicklungen geprägt, und das gleich in mehreren Bereichen. Zum einen widersprechen zwei hochrangige Vertreter der US-Notenbank Fed der am Markt bisher vorherrschenden Meinung, dass die Fed bei der kommenden September-Sitzung die Zinsen erhöht.
Fed-Direktoriumsmitglied Christopher Waller macht sein Abstimmungsverhalten bei der nächsten Zinssitzung von frisch hereinkommenden Inflationsdaten abhängig. „Meine Entscheidung über die angemessene geldpolitische Ausrichtung wird maßgeblich davon abhängen, welche Erkenntnisse wir über die Inflation im August gewinnen“, sagte Waller. Sollten weitere Fortschritte in Richtung des Zwei-Prozent-Ziels der Federal Reserve erkennbar sein, sei er für eine weitere Zinspause.
Doch käme auch eine Erhöhung in Betracht: „Sollte die Inflation kräftig ausfallen, würde ich eine Zinserhöhung in Erwägung ziehen“, sagte Waller mit Blick auf die Sitzung am 15. und 16. September. Der aktuelle Leitzins der Fed von 3,50 bis 3,75 Prozent dämpfe die Gesamtnachfrage „nur geringfügig“. Es bedürfe somit keines großen Inflationsanstiegs, um ihn zu einem Befürworter einer restriktiveren Geldpolitik zu machen. Die Inflation liege zwar „deutlich über“ dem Zielwert der Fed. Doch gebe es „langsame, aber stetige Fortschritte“.
In eine ähnliche Richtung gingen Äußerungen von Fed-Direktoriumsmitglied Michael Barr. Er hatte am Mittwoch darauf verwiesen, dass die Inflationstrends nach unten wiesen und es deshalb für eine Zinserhöhung möglicherweise keinen Grund gebe.
Nach Wallers Äußerungen taxierten Händler die Chancen auf eine Zinserhöhung nicht mehr so hoch wie zuvor: Sie sehen die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Schritt nun nur noch knapp über 50 Prozent, nachdem sie zuvor bei rund 60 Prozent und nach dem Auftritt von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole noch bei 66 Prozent gelegen hatte.
Inflationsrisiken bleiben hoch
Auch am Anleihemarkt, wo zuletzt Rekordstände bei den Renditen erreicht worden waren, deutet sich eine leichte Entspannung an: Die Renditen für US-Staatsanleihen sinken am Donnerstag über alle Laufzeiten, wenn auch nur um drei bis sieben Basispunkte.
Die Inflationsrisiken, allen voran durch hohe Energiepreise, bleiben dagegen hoch, nachdem der Iran in der Nacht unter anderem Ziele in Kuwait beschossen hatte. Die Ölpreise steigen in der Folge: Ein Fass Brent zur Abnahme im November kostet mehr als 96 Dollar und damit ein halbes Prozent mehr als am Vortag.
Geteiltes Bild bei Tech-Aktien
Ebenfalls gegensätzliche Tendenzen zeigen am Donnerstag die Aktien aus dem KI-Bereich. Während die Broadcom-Titel nach Vorlage der Quartalszahlen am Vorabend verlieren, legen andere Aktien zu. Allen voran gewinnt Snowflake mehr als 23 Prozent, nachdem der Cloudanbieter zuvor seine Prognose angehoben hatte.
Kaum Bewegung erzeugt die Meldung zur Übernahme von Hugging Face durch Nvidia. Der Chipriese will die Plattform für offene Modelle für 13 Milliarden Dollar übernehmen, muss dafür aber noch die Zustimmung der Behörden abwarten. Die Nvidia-Papiere gewinnen ein halbes Prozent.
Weitere Einzelwerte im Fokus:
Victoria's Secret: Die Aktien des Wäscheanbieters brechen um 20 Prozent ein. Der Dessous-Hersteller setzte im zweiten Quartal mit 1,61 Milliarden Dollar etwas weniger um als von Analysten erwartet. Auch beim Ausblick für 2026 haben sich die Investoren offenbar Besseres erhofft.
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