AfD profitiert von hoher Wahlbeteiligung in Sachsen-Anhalt
Quick Look
- Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt profitiert die AfD von einer Wahlbeteiligung von etwa 80 Prozent und erreicht nach Hochrechnungen zwischen 44 und 45 Prozent.
- Die CDU verliert rund die Hälfte ihrer Stimmen gegenüber 2021.
- Das BSW liegt knapp über der Fünf-Prozent-Hürde und könnte entscheidend für eine mögliche AfD-Mehrheit im Landtag werden.
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Why It Matters
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt fand statt, nachdem die AfD in früheren Umfragen deutlich hinter der CDU lag. Die Wahlbeteiligung stieg im Vergleich zur Wahl 2021 erheblich an.
René Bender
AfD profitiert von hoher Wahlbeteiligung
Von der außergewöhnlich hohen Wahlbeteiligung in Sachsen-Anhalt profitiert vor allem die AfD. Nach einer Analyse der ARD wählten Wahlberechtigte, die bei der letzten Landtagswahl nicht zur Urne gegangen waren, vor allem die AfD. Rund 157.000 Stimmen gewann die Partei so hinzu. Weitere 83.000 Stimmen wanderten von der CDU zur AfD.
Die Wahlbeteiligung lag dem ZDF zufolge bei 80 Prozent und damit deutlich über den 60,3 Prozent bei der letzten Landtagswahl 2021.
Miryam Schkljar
Erste Hochrechnungen der Forschungsgruppe Wahlen
Die Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF meldet die folgende Hochrechnung für das Wahlergebnis:
AfD: 44,1% (+ 23,3)
CDU: 18,5% (- 18,6)
Linke: 9,2% ( -1,8)
SPD: 8,8% (+ 0,4)
Grüne: 8,7% (+ 2,8)
BSW: 4,8% (+ 4,8)
FDP: 2,4% (- 4)
Sonstige: 3,5% (- 6,9)
Geschätzte Wahlbeteiligung: 80%.
Timm Seckel
BSW-Kandidatin: „Wir können uns Projekte mit der AfD vorstellen“
Die BSW-Spitzenkandidatin Claudia Wittig kündigt in der ARD neben Alice Weidel stehend an, basierend auf „Inhalten“ womöglich mit der AfD zu stimmen. Dass die AfD vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft wird, sei angesichts des Ergebnisses kein Hinderungsgrund. Wittig spricht von „spezifischen Projekten“, die das BSW umsetzen wolle. Ob sie den AfD-Kandidaten Siegmund wählen würde, sagt sie nicht.
René Bender
SPD fordert Union zu Zusammenarbeit mit Linken auf
Die SPD hat nach der Wahl in Sachsen-Anhalt die CDU auch zu einer bislang ausgeschlossenen Zusammenarbeit mit der Linken aufgefordert. Es gebe trotz des bislang offenen Endergebnisses eine Botschaft der Wahl, sagt Generalsekretär Tim Klüssendorf.
Man habe gemeinsam für eine Mehrheit der demokratischen Parteien gekämpft. „Und wenn es so eine Mehrheit gibt, dann müsste sie auch gemeinsam gebildet werden mit allen, die in diesem Landtag vertreten sind.“
Bastian Prockner
Sitzverteilung: BSW könnte entscheidende Rolle spielen
Der Landtag in Magdeburg hat 83 Sitze, eine Mehrheit gibt es also bei 42 Sitzen. Nach aktuellen Hochrechnungen der ARD hätte die AfD 39 Sitze. Das BSW hätte fünf Sitze und könnte der AfD zu einer Mehrheit verhelfen. Eine Koalition aus CDU, SPD, Grünen und Linken hätte keine Mehrheit.
Aktuell steht das BSW bei 5,0 Prozent. Sollte die Partei doch noch den Einzug in den Landtag verpassen, würden sich die Verhältnisse ändern. Aktuell hätte die AfD dann 41 Sitze und damit keine absolute Mehrheit. Eine Koalition aus CDU, SPD, Grünen und Linken käme mit 42 Sitzen auf eine knappe Mehrheit. Eine solche Koalition hatte die CDU vorab allerdings ausgeschlossen. Die Frage, ob es für die AfD für eine absolute Mehrheit reicht, wird diesen Wahlabend weiterhin bestimmen.
Timm Seckel
Weidel: „Die Hand ist ausgestreckt“
Die AfD-Co-Chefin betont in der ARD erneut, dass die AfD zu Gesprächen über eine Regierung bereit ist, sofern sie nicht die absolute Mehrheit erreicht. Auch mit der CDU wolle ihre Partei sprechen. „Wir müssen schauen, wie sich der Abend entwickelt“, schränkt sie ein.
Weidel macht die CDU für das Ergebnis der AfD verantwortlich. Diese habe keine ihrer politischen Versprechen eingehalten „Ich rechne nicht damit, dass die CDU noch einmal irgendeine Wahl gewinnt“, sagt sie.
Weidel mit AfD-Kandidat Siegmund und Co-Chef Chrupalla. dpa
Bastian Prockner
AfD mobilisiert wohl viele Nichtwähler
Die sprunghaft angestiegene Wahlbeteiligung hat vor allem der AfD geholfen. Hochrechnungen von Infratest dimap zufolge wählten 157.000 Menschen die AfD, die 2021 Nichtwähler waren.
Bastian Prockner
Erste Hochrechnung von Infratest dimap: AfD nah an absoluter Mehrheit – BSW aktuell im Landtag vertreten
Dies ist die erste Hochrechnung von Infratest dimap für die ARD um 18:28 Uhr:
AfD: 44,5% (+ 23,7)
CDU: 18,5% (- 18,6)
Linke: 9,4% (- 3,2)
SPD: 8,2% (- 0,2)
Grüne: 8,9% (+ 3,0)
BSW: 5,0% (+ 5,0)
FDP: 2,1% (- 4,3)
Sonstige: 3,4% (- 6,9)
Geschätzte Wahlbeteiligung: 76%
Julian Olk
Wortgefecht in der Magdeburger Innenstadt
Im Stadtzentrum der Landeshauptstadt steht ein großes Polizeiaufgebot bereit. Bislang wirkt die Lage aber ruhig. Am Rande des Bahnhofs liefern sich bloß rechte Streamer wie „Weichreite TV“ Wortgefechte mit Kritikern.
Julian Olk
Timm Seckel
Schulze: Klare Niederlage für die CDU
Der amtierende CDU-Ministerpräsident Sven Schulze gratuliert der AfD zum Wahlsieg. „Wir werden jetzt mit dem Ergebnis umgehen müssen.“ Er spricht von einer klaren Niederlage für die CDU und lobt die hohe Wahlbeteiligung. „Das ist Demokratie“, sagt Schulze. Man solle das Zeichen der Wählerinnen und Wähler erkennen.
Bastian Prockner
Linken-Spitzenkandidatin: CDU schuld am Abschneiden der AfD
Die Linken-Spitzenkandidatin Eva von Angern macht die CDU für das Erstarken der AfD in Sachsen-Anhalt verantwortlich. Die Christdemokraten hätten die Themen der AfD übernommen. „Die Bevölkerung wählt das Original“, sagt von Angern. Trotzdem sei die Linke bereit, für einen möglichen CDU-Ministerpräsidenten zu stimmen, um eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt zu verhindern.
Miryam Schkljar
Warken spricht von einer „Zäsur für die Partei“
Kanzleramtschefin Nina Warken (CDU) spricht von einem „schwierigen Ergebnis, was wir zu akzeptieren haben, was wir aber sicherlich nicht hinnehmen werden“. Laut Warken hat die Bundesregierung unter der CDU wichtige Reformen auf den Weg gebracht, diese Reformen „ergeben sich aber nicht von heute auf morgen“. Die Partei müsse an ihrer Kommunikation arbeiten, um der Bevölkerung wieder „Zuversicht zu vermitteln“.
René Bender
CDU-Generalsekretärin: Es beginnt keine Debatte über Merz
Auf Bundesebene wird es nach Angaben von CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann keine Diskussionen über CDU-Chef und Kanzler Friedrich Merz geben. Das habe überhaupt nicht zur Debatte gestanden, sagt Hoppermann in der ARD. Die neue CDU-Fraktion in Magdeburg werde nicht mit der AfD zusammenarbeiten.
Martin Knobbe
Tillschneider träumt von Mehrheit im Bund
Vor einigen Jahren habe die AfD in Sachsen-Anhalt bei 20 Prozent gelegen, sagt der AfD-Landtagsabgeordnete Hans-Thomas Tillschneider, jetzt liege man bei 44 Prozent. Rechne man das auf die Bundesebene um, dann könne die AfD dort in ein paar Jahren „52 Prozent“ erreichen.
AfD-Mann Tillschneider Martin Knobbe
Martin Knobbe
AfD-Hoffnung auf einen Sitz mehr
Unter den AfD-Anhängern auf der Wahlparty herrscht jetzt die Hoffnung, dass im Laufe des Abends noch ein Sitz mehr hinzukommt, um die absolute Mehrheit im Landtag zu erlangen. Bedingung dafür ist auch, dass das BSW an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert. „Die Schandmauer der Demokratie ist eingerissen worden“, ruft der Thüringer Landeschef Björn Höcke auf der AfD-Wahlparty in Magdeburg. „Ein historisches Ereignis. Mir schlottern die Knie.“
Bastian Prockner
Siegmund schließt eine Koalition doch nicht mehr aus
Nach aktuellen Prognosen würde es nicht für eine absolute Mehrheit für die AfD reichen. Für so einen Fall hatte Ulrich Siegmund angekündigt, nicht Ministerpräsident werden zu wollen. Im ARD-Interview schließt er nun plötzlich doch keine Koalitionsbildung aus. „Wir werden allen politischen Kräften die Hand ausstrecken, die mit uns eine politische Kehrtwende machen wollen“, sagte Siegmund.
Bastian Prockner
Siegmund: „Friedrich Merz war ein sehr guter Wahlkämpfer für uns"
Ulrich Siegmund, der Spitzenkandidat der AfD, freut sich im Interview mit der ARD über das Ergebnis seiner Partei. Siegmund hält das Ergebnis für ein deutliches Zeichen nach Berlin. Über den Bundeskanzler Friedrich Merz sagte Siegmund, dass dessen Politik sehr viel zum Ergebnis der AfD beigetragen hätte. „Friedrich Merz war ein sehr guter Wahlkämpfer für uns“, sagt der AfD-Spitzenkandidat.
Miryam Schkljar
Weidel sieht klaren Regierungsauftrag
Die Co-Parteivorsitzende der AfD, Alice Weidel, sagt im ZDF, das Ergebnis sei ein „klarer Regierungsauftrag“ für die AfD in Sachsen-Anhalt. „Unsere Hand ist ausgestreckt“, sagt Weidel zum Thema möglicher Koalitions- und Regierungsgespräche.
Hannah Müller
Schweigen bei der CDU
Betretenes Schweigen herrscht bei der CDU bei Verkündung der ersten Prognose im Maritim-Hotel Magdeburg. Die Partei verliert im Vergleich zu 2021 rund die Hälfte der Stimmen.
Martin Knobbe
Großer Jubel bei der AfD
Riesiger Jubel bei der AfD auf der Wahlparty in Magdeburg, als das schlechte Ergebnis der CDU verkündet wird, noch größer, als die ZDF-Prognose von 44 Prozent in der Halle übertragen wird.
Miryam Schkljar
Erste Prognose zum Wahlausgang
Dies ist die erste Prognose der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF um 18 Uhr:
AfD: 44%(+ 23,3)
CDU: 18,5% (- 18,6)
Die Linke: 9% (- 2)
SPD: 9% (+ 0,6)
Grüne: 8,5% (+ 2,6)
FDP: 2,5% (- 3,9)
BSW: 4,8% (+ 4,8)
Sonstige: 3,7% (- 6,7)
Die Prognose sieht eine Wahlbeteiligung von 80%.
Bastian Prockner
Prognose von Infratest dimap: AfD klarer Wahlsieger – CDU stürzt ab
Dies ist die Prognose von Infratest dimap für die ARD um 18:00 Uhr:
AfD: 44,5 % (+ 23,7)
CDU: 18,5 % (- 18,6)
Linke: 9,5 % ( -3,1)
SPD: 8,0 % (- 0,4)
Grüne: 9,0 % (+ 3,1)
BSW: 5,0 % (+ 5,0)
FDP: 2,0 % (- 4,4)
Sonstige: 3,5 % (- 6,8)
Martin Knobbe
Weidel bei AfD-Wahlparty
Die Co-Vorsitzende der AfD, Alice Weidel, ist gerade zur AfD-Wahlparty im Alten Theater in Magdeburg erschienen.
Timm Seckel
Wahlbeteiligung um 16 Uhr mehr als 20 Prozentpunkte höher
Bis zum späten Nachmittag haben bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt schon mehr Menschen ihre Stimme abgegeben als vor fünf Jahren. Die Wahlbeteiligung lag bis 16.00 Uhr bei 65,3 Prozent, wie die Wahlleiterin Christa Dieckmann mitteilte. 2021 betrug die Beteiligung an der Wahl zum gleichen Zeitpunkt demnach 41 Prozent, insgesamt lag sie damals bei 60,3 Prozent.
Die Wahlbeteiligung wird vor Schließung der Wahllokale noch ohne Briefwahl festgestellt. Zur Wahl sind in diesem Jahr rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen. Die insgesamt rund 2.130 Wahllokale im Land haben heute noch bis 18.00 Uhr geöffnet.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die AfD wird versuchen, eine Regierung zu bilden, entweder allein bei Erreichen der absoluten Mehrheit oder durch Gespräche mit anderen Parteien wie der CDU oder dem BSW.
Likely · Within days
Falls das BSW die Fünf-Prozent-Hürde verpasst, wird die AfD keine absolute Mehrheit mehr haben und eine Koalition aus CDU, SPD, Grünen und Linken könnte knapp möglich werden.
Possible · Within days
Die CDU wird intern über ihre Zukunft und mögliche Konsequenzen des Wahlergebnisses diskutieren, obwohl derzeit keine Debatte über Friedrich Merz geplant ist.
Likely · Within weeks
Open Questions
- Wird das BSW die Fünf-Prozent-Hürde überwinden?
- Kann die AfD eine Regierung bilden, falls das BSW nicht im Landtag einzieht?
- Wird die CDU trotz ihres Ausschlusses einer Koalition mit der Linken letztlich doch mit ihr zusammenarbeiten müssen?
- Wie wird das Ergebnis die Bundespolitik beeinflussen, insbesondere hinsichtlich der AfD?



