
Zehntausende Mitarbeiter erhielten E-Mails zu Abfindungsangeboten, was das interne Portal 'HR4Me' kurzzeitig lahmlegte.
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BMW plant weltweit bis Ende 2027 den Abbau von 8000 Stellen, um jährlich eine Milliarde Euro einzusparen. Der Konzern reagiert damit auf eine Gewinnwarnung und die schwierige Lage im Chinageschäft.
Düsseldorf. Zehntausende Mitarbeiter des Münchener Autobauers BMW haben am Donnerstag eine E-Mail von der Personalabteilung (Human Resources, HR) zum Start des Abfindungsprogramms bekommen – und das Portal zum Erliegen gebracht, auf dem die Angebote einsehbar sind. Das hat das Handelsblatt aus Konzernkreisen erfahren.
Denn auf der konzerneigenen HR-Plattform „HR4Me“ (HR für mich) wurden die im Rahmen des vom Konzerns aufgelegten Programms angebotenen Abfindungen freigeschaltet. Daraufhin war das Interesse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konzerns so hoch, dass das Portal den vielen Zugriffen nicht standhalten konnte.
In der an die BMW-Belegschaft adressierten Nachricht hatte der Konzern einen Link verschickt, der zur entsprechenden Seite auf HR4Me führen sollte. Die meisten konnten das persönliche Angebot dann aber lange nicht einsehen. Inzwischen ist das Problem dem Vernehmen nach wieder behoben. „Wir kommen nun alle wieder ins Portal“, berichtet ein Konzernangehöriger.
BMW wollte sich auf Anfrage des Handelsblatts nicht zum Vorgang äußern.
Die Angebote gingen an alle bei der BMW AG angestellten Mitarbeiter im sogenannten indirekten Bereich. In der Autobranche werden so jene Tätigkeiten bezeichnet, die nicht direkt in der Produktion am Bau der Autos beteiligt sind. Betroffen sind also vor allem Bereiche wie die Entwicklung.
Die AG ist die Muttergesellschaft des Konzerns, unter ihrem Dach sind die meisten Mitarbeiter in Deutschland angestellt. Insgesamt beschäftigte das Unternehmen zum Ende des vergangenen Jahres gut 85.800 Mitarbeiter.
Angesichts der vielen Krisen, mit denen die Autoindustrie konfrontiert ist, muss BMW sparen. Der Konzern leidet unter anderem am kollabierenden Chinageschäft und den Handelskonflikten zwischen den USA, Europa und China. Mitte Juni hatte BMW eine überraschend deutliche Gewinnwarnung für das laufende Jahr herausgegeben. Wenig später wurde bekannt, dass Konzern und Betriebsrat über ein Abbauprogramm verhandeln.
Sechs Wochen später verkündete BMW-Vorstandschef Milan Nedeljkovic auf einer Betriebsversammlung im Forschungs- und Innovationszentrum (FIZ) des Konzerns den Abbau.
Konzerninsidern zufolge will BMW weltweit bis zum Ende des kommenden Jahres 8000 Stellen streichen. Begonnen hat das Programm nun im Oktober. Wie das Handelsblatt im Sommer berichtet hatte, will BMW so jährlich eine Milliarde Euro einsparen.
Im Rahmen der Restrukturierung will Nedeljkovic den Konzern deutlich schlanker aufstellen. Bereits bis Mitte des kommenden Jahres wird die Zahl der Bereiche und zugeordneten Managementfunktionen um ein Fünftel sinken. Davon ist zunächst die Bereichsleiterebene betroffen, die direkt unter dem Vorstand angesiedelt ist.
„Wir werden auf allen Managementebenen Organisationseinheiten zusammenführen und mehr Verantwortung in die Hände der wertschöpfenden Bereiche geben“, sagte der BMW-Chef damals auf der Betriebsversammlung.
Der Stellenabbau soll sozialverträglich gestaltet werden. BMW will die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einerseits über Fluktuation und Altersteilzeit sowie andererseits mittels eines Abfindungsprogramms reduzieren. Das Abfindungsprogramm soll dabei den größten Teil des Abbaus ausmachen und nur in Deutschland gelten.
Die vereinbarte Beschäftigungssicherung bleibt bei BMW weiter in Kraft. Sie gilt, solange der Konzern einen Vorsteuergewinn schreibt.

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