BND-Spitzel im Eichmann-Prozess: Wie die Adenauer-Regierung das Verfahren lenkte
Der Zeithistoriker Klaus-Dietmar Henke deckt in seinem Buch „Vergangenheitsabwehr“ auf, wie der BND einen Spitzel in die Verteidigung einschleuste.
Quick Look
Der Zeithistoriker Klaus-Dietmar Henke schildert in seinem neuen Buch „Vergangenheitsabwehr“ basierend auf Archivmaterial, wie der BND einen Spitzel in die Verteidigung beim Prozess in Jerusalem einschleuste, um Hans Globkes Vergangenheit zu schützen.
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Why It Matters
Der BND versuchte laut dem Buch, den Prozess in Jerusalem im Sinn der Adenauer-Regierung zu lenken, um Hans Globkes Vergangenheit aus der Debatte herauszuhalten.
Der Zeithistoriker Klaus-Dietmar Henke, 79, war stellvertretender Leiter des Münchner Instituts für Zeitgeschichte, Direktor des Hannah-Arendt-Instituts in Dresden, Abteilungsleiter der Gauck-Behörde und Sprecher der Unabhängigen Historikerkommission zur Aufarbeitung der Frühgeschichte des Bundesnachrichtendienstes.
In mehreren Büchern hat er sich mit der illegalen Inlandsspionage des BND beschäftigt. Sein neuestes trägt nicht zufällig den Titel „Vergangenheitsabwehr“.
Darin kann Henke auf der Basis bisher unzugänglichen Archivmaterials zum ersten Mal ausführlich schildern, wie es dem BND gelang, beim Prozess in Jerusalem einen Spitzel in die Verteidigung einzuschleusen und das Verfahren im Sinn der Adenauer-Regierung zu lenken.
Es sollte mit aller Macht verhindert werden, dass die Vergangenheit von Hans Globke, der rechten Hand des Kanzlers, zur Sprache kam.
Open Questions
- Welche konkreten Dokumente belegen die Einschleusung des Spitzels?
- Wer war die Person, die als Spitzel in die Verteidigung eingeschleust wurde?




