
Der Online-Billiganbieter Shein hat bei seinem Börsengang eine geringere Bewertung angestrebt und sieht sich mit wachsenden wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen konfrontiert.
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Shein verlegte seinen Sitz von China nach Singapur und versuchte zuvor vergeblich den Gang an die Börsen in London und New York.
Das in China gegründete Unternehmen, das zwischen 2021 und 2022 seinen Sitz nach Singapur verlagert hatte, hatte zuvor schon an den Finanzplätzen London und New York versucht, an die Börse zu gehen. Berichten zufolge scheiterte das Vorhaben jedoch am Widerstand Pekings.
Für viele europäische Händler hat sich Shein ähnlich wie Billiganbieter Temu zu einem gefährlichen Konkurrenten aufgeschwungen. Mit sehr niedrigen Preisen und ausgefeilten Onlineangeboten auf ihren Plattformen locken die Unternehmen aus Asien viele Kunden.
Bei früheren privaten Finanzierungsrunden wie 2022 war Shein noch mit fast 100 Milliarden US-Dollar (derzeit rund 86,2 Milliarden Euro) bewertet worden. Vor dem Handelsstart hatte das Unternehmen laut Börsenprospekt eine Bewertung von 210,2 Milliarden Hongkong-Dollar (derzeit etwa 23,1 Milliarden Euro) angestrebt. Am Ende landete Shein nun leicht darunter.
Kampf gegen Billigmode macht Shein Probleme
Sheins Geschäftsmodell basiert darauf, Mode von den Herstellern in China direkt per Luftfracht an die Kunden in alle Welt zu verschicken. Mit dem Konflikt im Nahen Osten stiegen jedoch die Transportkosten, und die Nachfrage in der Region brach ein. Außerdem sorgten neue Zollregelungen in den wichtigen Märkten USA und Europa dafür, dass auch die Einfuhr von Paketen mit geringem Warenwert besteuert wird.
Zuletzt ging die französische Politik in Widerstand gegen Shein und ähnlichen Anbietern. Frankreich erhebt neu eine Sondergebühr für Wegwerfmode. Zwölf Euro Abgabe pro Jacke, neun Euro für eine Jeans, zwei Euro für ein T-Shirt – so will das Land den Verkauf von Billigmode einschränken. Die schädlichen Auswirkungen der Ultra-Fast-Fashion auf Umwelt und Wirtschaft gelte es einzudämmen, lautete die Begründung.
Shein galt lange als sogenannter Disruptor, also ein Unternehmen, das traditionelle Mechanismen der Modebranche radikal verändern könnte. Das scheint sich laut Experten geändert zu haben. Die Börse bepreise Shein wie einen ganz normalen europäischen Modehändler, sagt E-Commerce-Experte Alexander Graf. Das Spannendste aus seiner Sicht: Shein bringe nur einen Minianteil an die Börse. »Der eigentliche Zweck ist die Bereinigung der Bilanz.«

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