
Trotz eskalierender geopolitischer Spannungen, insbesondere zwischen den USA und dem Iran, erreichen die Aktienmärkte neue Rekorde, gestützt durch solide Unternehmensgewinne und KI-Euphorie, wobei Experten vor einer unterschätzten geopolitischen Eskalation als größtem Risiko warnen.
AI-generated summary
Die Aktienmärkte erreichen trotz anhaltender geopolitischer Spannungen neue Rekorde, gestützt durch solide Unternehmensgewinne und Begeisterung für Künstliche Intelligenz.
Frankfurt. Herr von Metzler, es scheint, als jage eine geopolitische Krise die nächste, dennoch feiert die Börse ständig neue Rekorde. Wie lange geht das noch gut?
Sicher, die Geopolitik ist ein wichtiger Taktgeber für die Kapitalmärkte. Wenn man jedoch auf die Fundamentaldaten blickt, haben sich die Erträge der Unternehmen gut entwickelt. Die Euphorie rund um Künstliche Intelligenz spielt auch eine Rolle für die Rally an den Aktienmärkten, aber sie ist auch fundamental gestützt. Und selbst wenn der Irankonflikt kurzzeitig eskaliert, gehen die Börsen mittelfristig davon aus, dass sich die Akteure einigen werden.
Es kann also noch länger gut gehen?
Wir sind zuversichtlich für das zweite Halbjahr. Wenn sich die Erträge der Unternehmen weiter solide entwickeln, erwarten wir keine größeren Rücksetzer.
Was ist das größte Risiko, das die Märkte aktuell übersehen?
Das größte Risiko wäre eine massive Eskalation der geopolitischen Lage, etwa zwischen den USA und dem Iran. Der Kapitalmarkt ist anders positioniert und sieht dieses Risiko nicht. Eine solche Entwicklung würde die Märkte hart treffen.
AI outlook — possibilities, not facts
Die Aktienmärkte werden im zweiten Halbjahr weiter steigen, wenn sich die Unternehmensgewinne solide entwickeln.
Likely · Within months
Eine massive Eskalation der geopolitischen Lage zwischen USA und Iran würde die Märkte hart treffen.
Possible · Within weeks

Der Börsengang von Shein in Hongkong verlief enttäuschend, da die Aktie direkt nach Handelsstart im Minus notierte und das erwartete Wachstum ausblieb. Experten sehen eine Wandlung des chinesischen Geschäftsmodells weg von Billigexporten hin zu hochwertiger Produktion und Innovation, während neue EU-Zölle den Druck auf Discount-Plattformen wie Shein und Temu erhöhen.

Frankreich diskutiert kontrovers, ob die Banque de France einen Teil der Staatsschulden annullieren könnte, um die Finanzlast zu senken. Befürworter wie Jean-Luc Mélenchon sehen darin einen Ausweg aus der Sparpolitik, während Kritiker wie Olivier Blanchard und Roland Lescure vor rechtlichen Problemen, Verlust von Glaubwürdigkeit und steigender Inflation warnen. Die EZB lehnt die Idee als verbotene Staatsfinanzierung ab.

Ölpreise und US-Staatsanleihenrenditen steigen weiter, wobei die zehnjährige Rendite erstmals seit Januar 2025 über 4,79 Prozent kletterte und die japanische Staatsanleihe erstmals seit 30 Jahren die 3-Prozent-Marke erreichte. Analysten warnen vor einer Übertragung schlechter Stimmung vom Anleihemarkt auf Aktien, während steigende Zinsen die Finanzierungskosten für Unternehmen und Immobilienkäufer erhöhen könnten.

Die Furcht vor Lieferunterbrechungen aufgrund der neu aufgeflammten Kämpfe im Nahen Osten treibt die europäischen Gaspreise auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren. Gleichzeitig sind die Füllstände der Gasspeicher in Europa und besonders in Deutschland auf einem historischen Tiefstand für diese Jahreszeit, was die Erreichbarkeit der gesetzlichen Vorgaben gefährdet und Analysten zu weiteren Preissteigerungen bis zu 120 Euro pro Megawattstunde im Winter führt.

Der schwedische Textilkonzern New Wave Group übernimmt den Sportartikelhersteller Uhlsport aus Balingen für 100 Prozent der Aktien. Die Transaktion soll bis Anfang Oktober abgeschlossen sein. Uhlsport behält seinen Sitz in Balingen und seine Marken Uhlsport und Kempa unter Geschäftsführerin Melanie Steinhilber. Im letzten Jahr erzielte Uhlsport einen Umsatz von rund 67 Millionen Euro mit geringfügigem Verlust.

86 Prozent der rund 4000 Gesellschafter des Adlon-Fonds stimmten für den Verkauf des Luxushotels Adlon in Berlin, doch die notwendige Kapitalmehrheit von 75 Prozent wurde nicht erreicht, da die Zustimmenden nur 71,04 Prozent des Kapitals halten. Größere Gesellschafter blockieren den Verkauf aufgrund kritisierter Konditionen, insbesondere der Erfolgsbeteiligung für Jagdfeld.