
Deutschlands Wirtschaft zeigt sich widerstandsfähiger als erwartet. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel rechnet mit einem Plus von bis zu einem Prozent.
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Die Bundesbank hatte zuvor im Juni ein geringeres Wachstum prognostiziert, sieht das Land nun aber auf einem Erholungspfad.
New York. Die Bundesbank rechnet für Deutschland mit einem stärkeren Wirtschaftswachstum als bisher angenommen. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel rechnet für dieses Jahr mit einem Plus von bis zu einem Prozent – doppelt so viel wie in der Juni-Prognose der Notenbank.
„Auf Basis der ersten beiden Quartale sind wir auf Kurs, in diesem Jahr etwa ein Prozent zu erreichen, was deutlich besser ist als unsere Juni-Prognose“, sagte Nagel der Zeitung „Le Monde“ in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview. Nagel gehört als Bundesbankchef auch dem EZB-Rat an.
Im Juni war die Bundesbank noch von einem Wachstum von 0,5 Prozent für 2026 ausgegangen, gefolgt von 0,8 Prozent im Jahr 2027 und 1,4 Prozent im Jahr 2028.
Das Wachstum sei „immer noch nicht sehr hoch“, sagte Nagel. Die Exportzahlen seien jedoch „recht solide“ gewesen, die Auftragseingänge in der Industrie „ordentlich“.
Die Bundesbank hatte bereits im vergangenen Monat erklärt, das Land befinde sich endlich auf einem Erholungspfad. Sie verwies dabei auf das besser als erwartet ausgefallene Wachstum in den ersten beiden Quartalen sowie auf eine jüngste Datenrevision, die eine stärkere Dynamik seit Ende 2023 zeigt als bislang angenommen.
DIW erhöht Prognose ebenfalls
Angesichts der überraschend guten Konjunkturdaten haben auch erste Banken ihre Prognosen deutlich angehoben. Zunächst erhöhten die Volkswirte der Volks- und Raiffeisenbanken ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr von 0,5 auf ein Prozent. Auch die Deutsche Bank zog ihre Prognose an.
Auch das DIW-Institut blickt mit mehr Zuversicht auf die Konjunktur in Deutschland. Nach einer starken ersten Jahreshälfte dürfte die Wirtschaft 2026 um 1,2 Prozent wachsen und 2027 um 1,0 Prozent zulegen, erklärte das Deutsche Institut für Wirtschaftschorfung (DIW Berlin) am Mittwoch zu seiner Herbstschätzung. Im Juni hatte das DIW seine Prognose für das laufende Jahr noch auf 0,5 Prozent Wachstum halbiert und für 2027 ein BIP-Plus von 0,8 Prozent erwartet.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stellte zuletzt höheres Wachstum für die Volkswirtschaft in Aussicht. Der Kanzler hält für 2027 ein Wachstum von mehr als einem Prozent für möglich.
Die größte Volkswirtschaft Europas hat sich widerstandsfähiger gezeigt als erwartet – trotz des Iran-Konflikts und gestiegener Energiekosten. Dazu beigetragen haben nach Einschätzung Nagels auch Infrastruktur- und Verteidigungsausgaben in Höhe von mehreren Hundert Milliarden Euro.

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