Bundesjugendspiele: Sportlehrerin Stefanie Kaul über Anpassung an die Gesellschaft
Quick Look
- Seit 75 Jahren finden in Deutschland die Bundesjugendspiele statt.
- Stefanie Kaul, Sportlehrerin und Schulsportreferentin im Bildungsministerium von Rheinland-Pfalz, betont in einem Interview, dass das Format sich an die Gesellschaft anpassen muss und nicht nur die Ehrenurkunde im Vordergrund stehen darf.
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Why It Matters
Seit 75 Jahren gibt es in Deutschland Bundesjugendspiele. Sie umfassen traditionell Disziplinen wie Laufen, Werfen und Springen und werden an Schulen durchgeführt.
Auf die Plätze: Bei den Bundesjugendspielen geht es immer noch um Laufen, Werfen, Springen.
Seit 75 Jahren gibt es in Deutschland Bundesjugendspiele. Sportlehrerin Stefanie Kaul über ein einzigartiges Format, das sich an die Gesellschaft anpassen muss – und worauf es dabei wirklich ankommt.
Stefanie Kaul, 54, ist von Beruf Sportlehrerin. Sie war lange Jahre stellvertretende Leiterin einer Gesamtschule. Seit 2024 arbeitet sie als Schulsportreferentin im Bildungsministerium von Rheinland-Pfalz. In dieser Funktion gehört sie dem Ausschuss Bundesjugendspiele der Bildungsministerkonferenz an. Als Leichtathletin war sie dreimal österreichische Meisterin über 400 Meter Hürden. Kaul ist Mutter des Zehnkampf-Weltmeisters Niklas, 28, und der deutschen Siebenkampf-Meisterin Emma Kaul, 20, die sie gemeinsam mit ihrem Mann Michael, 59, trainiert.
„Wir dürfen nicht immer nur die Ehrenurkunde sehen“, sagt Kaul. Das unterstreicht ihre Forderung, dass der Fokus nicht ausschließlich auf der Leistung liegen darf, sondern auch auf der individuellen Entwicklung und dem Spaß an Bewegung. Sie betont, dass das seit Jahrzehnten bestehende Format überarbeitet werden muss, um den vielfältigen Voraussetzungen der heutigen Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden. Dabei nennt sie Inklusion, Motivation und gesundheitsfördernde Aspekte als zentrale Punkte, die stärker berücksichtigt werden sollten.
Kaul sieht die Bundesjugendspiele nicht als veraltetes Ritual, sondern als Chance, sportliche Werte zu vermitteln, die über reinen Wettbewerb hinausgehen. Sie plädiert für ein Modell, das sowohl leistungsstarke als auch weniger sportlich affine Kinder anspricht und deren jeweilige Stärken fördert. Dabei verweist sie auf ihre eigene Familie als Beispiel: Während Niklas und Emma im Leistungssport erfolgreich sind, liegt der Wert auch darin, dass Bewegung ein lebenslanger Begleiter sein kann – unabhängig von Medaillen oder Platzierungen.
Der Ausschuss Bundesjugendspiele der Bildungsministerkonferenz, dem Kaul angehört, arbeitet derzeit an Konzepten, wie das traditionnelle Format zeitgemäß gestaltet werden kann. Dabei sollen nicht nur körperliche, sondern auch soziale und emotionale Komponenten stärker in den Fokus rücken. Kaul macht deutlich, dass jede Reform sorgfältig abgewogen werden muss, um den Charakter der Bundesjugendspiele zu bewahren, gleichzeitig aber neuen gesellschaftlichen Anforderungen zu begegnen.
Open Questions
- Wie genau soll die Anpassung der Bundesjugendspiele an die Gesellschaft aussehen?
- Welche konkreten Änderungen sind im Ausschuss geplant?
- Wie reagieren Lehrerinnen und Lehrer auf die vorgeschlagenen Anpassungen?



