CDU in der Krise: Amthor-Skandal, Wahlkampf-Niederlagen und interne Spannungen
Quick Look
- Nach den Landtagswahlen befindet sich die CDU in einer Phase der Unsicherheit, während interne Koalitionsverhandlungen laufen.
- Ein Skandal um Philipp Amthor, der einen Strandkorb aus Mecklenburg-Vorpommern ins Kanzleramt brachte, löste öffentliche Empörung aus.
- Gleichzeitig kritisiert die Parteiführung den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt und diskutiert kontrovers die »Rente mit 63«.
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Why It Matters
Nach den Landtagswahlen befindet sich die CDU in einer Phase der Neuorientierung, während Koalitionsverhandlungen im Hintergrund laufen. Die Partei kämpft mit sinkendem öffentlichen Ansehen und internen Spannungen, verstärkt durch mediale Darstellung von Politikerverhalten und kontroverse sozialpolitische Themen wie die Rente mit 63.
Gerade fühlt es sich ein wenig so an, als könnten wir wieder zur Tagesordnung übergehen: Nach den vergangenen Landtagswahlen ist relative Ruhe eingekehrt, denn noch haben sich ihre Ergebnisse nicht manifestiert. Es wird jetzt im Hintergrund über Duldungen und Kooperationen und Koalitionen verhandelt, wir leben in einer politischen Zwischenzeit: In Berlin ist vorerst noch keine Wohnung enteignet und Sachsen-Anhalt scheint zwischendurch wieder auf die Größe von Sachsen-Anhalt zusammengeschrumpft zu sein. Sogar das Wetter ist noch mal schön, bevor es bald so richtig unangenehm wird.
Nur die bedauernswerte CDU kommt auf keinen grünen Zweig. Den jüngsten Tiefschlag haben die Christdemokraten einer Dokureihe zu verdanken, die gerade in der Mediathek des ZDF zu sehen ist. Die aktuelle zweite Staffel von »Inside CDU« zeigt den mit dem Mut der Verzweiflung durchgestandenen Wahlkampf von Sven Schulze in Sachsen-Anhalt (mehr hier ), das strebsame Bemühen und die sympathischen Selbstzweifel des Generalsekretärs Carsten Linnemann und begleitet aufrechte CDU-Kandidatinnen und -kandidaten im undankbaren Straßenwahlkampf, die schon allein wegen ihres demokratischen Engagements eine Chance verdient hätten.
Allgemein aufgeregt diskutiert wird allerdings einzig ein Auftritt von Philipp Amthor. Gerade erst zum Staatsminister ernannt, zeigt ihn die Kamera stolz in seinem herrschaftlichen Büro im Kanzleramt, wie er sich einen Strandkorb aus der Heimat Mecklenburg-Vorpommern anliefern und gut sichtbar auf dem Balkon platzieren lässt. Unerhört, diese abgehobene Arroganz der Macht!
Amthor lässt das Möbelstück nun wieder entfernen. Aber es hilft ja nicht mehr: Der CDU geht es mit der Öffentlichkeit mittlerweile wie in einer zerrütteten Partnerschaft. Was in besseren Zeiten noch als liebenswerte Schrulle durchging, und nichts anderes verkörpert der schnöselige Einstecktuchträger Amthor in der Union, wird plötzlich zum Anlass herzlicher Abneigung.
CDU-Generalsekretär Linnemann ist ein Fußballfreund, darum wird ihm eine vulgäre Sportweisheit nicht fremd sein, die dieser Tage auch für seine Partei gilt, der zurzeit aber auch gar nichts mehr zu gelingen scheint: Hast Du Scheiße am Schuh, hast Du Scheiße am Schuh.
Die Debatte dauert an, da ist es hilfreich, sich einen Überblick über die Faktengrundlage zu verschaffen. Dazu empfehle ich heute einen Text meines Kollegen Benjamin Bidder, der aufschlüsselt, warum die »Rente mit 63«, die eigentlich »Rente für besonders langjährig Versicherte« heißt, zwar in der Bevölkerung sehr beliebt ist, bei Rentenexperten allerdings auf nahezu einhellige Ablehnung stößt – auch weil sie wohl nicht vor allem denjenigen zugutekommt, denen man den früheren Ruhestand am ehesten gönnen möchte.
»Eine intuitiv einleuchtende Begründung für die Rente mit 63 lautet: Sie ist eine Belohnung für Menschen, die besonders lange besonders hart geschuftet haben. Die Realität gibt das allerdings nicht her. Eine Auswertung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt, dass Menschen mit besonders langer Berufskarriere in der Regel nicht diejenigen sind, die im Laufe ihrer Karriere besonders hohen Belastungen ausgesetzt gewesen sind.« Wer besonders hart gearbeitet hat, hält oft gar nicht so lange durch wie Büroangestellte, die demnach die Hauptprofiteure der Regelung sind.
Mehr Hintergründe hier: Warum die Deutschen die »Rente mit 63« so lieben – und alle Experten sie hassen
Der sprichwörtliche »Rambo« ist ein grober Klotz, einer, der sich allein mit Gewalt durchsetzt und dem jeglicher Intellekt abgeht. Sein Erschaffer, der Schauspieler Sylvester Stallone, ist kein Rambo – das wird schon in den ersten Zeilen des Interviews klar, das mein Kollege Christian Buß mit Stallone anlässlich seiner jetzt erscheinenden Autobiografie »The Steps« in New York geführt hat. Das Gespräch beginnt mit dem Nietzsche-Zitat »Was mich nicht umbringt, macht mich stärker« und wird danach nicht unbeschwerter.
Stallone berichtet von der Lieblosigkeit seiner Eltern, vom Aufwachsen in New Yorks Hell’s Kitchen und von seinen traumatischen Erlebnissen in einer Psychiatrie, in die er als Jugendlicher zur Strafe gesteckt wurde und wo er nur knapp einer Vergewaltigung entgangen sei. Aber Stallone berichtet auch von glücklichen Stunden, etwa im Keller der Public Library, wo er die Originalmanuskripte von Herman Melville und Edgar Allan Poe bestaunen durfte.
Sly Stallone, ein Feingeist? Wer hätte das gedacht?
Das ganze Gespräch hier: »Leben bedeutet, dass sie die Scheiße aus dir rausprügeln«
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die CDU wird weitere interne Diskussionen über Führungsstil und öffentliches Erscheinungsbild führen, insbesondere nach dem Amthor-Vorfall.
Likely · Within weeks
Die Debatte über die »Rente mit 63« wird in politischen und fachlichen Kreisen weitergehen, wobei Expertenkritik wahrscheinlich zunehmen wird.
Likely · Within months
Open Questions
- Wird die CDU ihre interne Krise überwinden und eine stabile Regierungsbeteiligung erreichen?
- Wie wird der Amthor-Skandal das weitere politische Verhalten von Ministern beeinflussen?
- Wird die débat über die Rente mit 63 zu einer legislativen Änderung führen?
- Wie wirkt sich die mediale Darstellung auf das Vertrauen der Bürger in politische Institutionen aus?


