
Der Dax fällt deutlich unter 26.000 Punkte. Steigende Energiepreise durch Nahost-Eskalation und drohende Zinsschritte verunsichern Anleger.
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Der Ölpreis war nach dem Kriegsausbruch im Februar stark gestiegen und im Juli vorübergehend gefallen.
Frankfurt. Der deutsche Aktienmarkt gerät zur Wochenmitte spürbar unter Druck. Der Dax baut am Mittwoch seine Verluste aus und unterschreitet die Marke von 26.000 Punkten deutlich. Zur Mittagszeit liegt er 1,5 Prozent tiefer bei 25.627 Punkten.
Der deutsche Leitindex notiert damit so tief wie zuletzt am 31. Juli. Seit seinem Ende August erreichten Rekordhoch von 26.618,41 Punkten hat er 1000 Zähler verloren.
Anlegerinnen und Anleger reagieren verunsichert auf weiter steigende Energiepreise im Zuge der erneuten Eskalation im Nahen Osten. Öl der Nordseerohölsorte Brent zur Lieferung im November steigt über die Marke von 100 Dollar pro Barrel (159 Liter). Das war zuletzt Ende Mai der Fall.
Nach Kriegsausbruch im Februar lag der Ölpreis zeitweise bei knapp 120 Dollar. Im Juli hatten Hoffnungen auf einen baldigen Frieden den Ölpreis wieder auf das Vorkriegsniveau von 70 Dollar fallen lassen. Inzwischen ist die Lage wieder angespannter. Seit Anfang August ist der Preis für Brent-Öl um mehr als ein Viertel gestiegen.
Das US-Militär hat in der Nacht nach eigenen Angaben als Vergeltung für Teherans Angriffe auf ein US-Kriegsschiff fünf iranische Rohöltanker zerstört und einen davon versenkt. Teheran wiederum hat nach eigenen Angaben umgehend mit „schweren Raketenangriffen“ auf das mit den USA verbündete Königreich Jordanien reagiert.
Auch der Preis für europäisches Erdgas (TTF) zieht daraufhin noch weiter an und erreicht wieder einen neuen Höchststand seit Kriegsbeginn. Eine Megawattstunde kostet am Mittwoch knapp 78 Euro. Zum Vergleich: Vor einem Monat lag der Preis noch bei 52 Euro.
Steigen die Energiepreise, wirkt dies unmittelbar inflationstreibend und belastend auf die Konsumstimmung. Damit einher geht die Erwartung, dass die Zentralbanken mit Zinserhöhungen auf den wachsenden Preisdruck reagieren. Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte bei ihrer Sitzung am Donnerstag mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit die Zinsen zum zweiten Mal in diesem Jahr erhöhen.
Die Geldpolitik dürfte in den nächsten Tagen erneut ein wichtiger Taktgeber für die Märkte sein. Nach dem EZB-Entscheid am Donnerstag folgt am Freitagnachmittag die Veröffentlichung der Erstschätzung der US-Inflationsrate für den Monat August. Dieser Termin sorgt an den Märkten regelmäßig für viel Bewegung, auch hierzulande.
Zuletzt lag die Teuerung in den USA bei 3,4 Prozent. In der neuen Woche entscheidet die US-Notenbank Fed ebenfalls über die Zinsen. Anders als in Europa ist der Ausgang des dortigen Zinsentscheids aber völlig offen.
Die Aussicht auf höhere Zinsen hat in den vergangenen Wochen mehrfach zu signifikanten Verkäufen am Anleihemarkt geführt. Im Gegenzug haben die Anleiherenditen teils mehrjährige Höchststände erreicht.
Zehnjährige deutsche Bundesanleihen werfen am Mittwoch 3,40 Prozent ab. Die Rendite erreicht damit ein erneutes 15-Jahres-Hochs. Zweijährige Papiere rentieren erstmals seit knapp anderthalb Jahren oberhalb von drei Prozent. Auch in anderen europäischen Volkswirtschaften liegen die Bondrenditen nahe ihrer zuletzt markierten Verlaufshochs.
Der Handel im Leitindex Dax ist dieser Tage einmal mehr geprägt durch sehr geringe Tagesumsätze. Nur wenige Händlerinnen und Händler wollen kaufen oder verkaufen.
Auch am Dienstag wechselten nur 42 Millionen Dax-Aktien den Besitzer. Am Montag waren es bedingt durch den Feiertag in den USA sogar nur knapp 36 Millionen. Das Handelsvolumen bewegt sich – von einzelnen Ausnahmen abgesehen – bereits seit Mitte August auf diesem Niveau.
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Die EZB erhöht die Zinsen bei ihrer Sitzung am Donnerstag zum zweiten Mal in diesem Jahr.
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