Nach der Abberufung der Schulleitung fordern Experten und Politik weitreichende Konsequenzen für die Ludwigshafener Schule.
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Die Schule verzeichnet einen Migrantenanteil von 90 Prozent und steht seit Monaten wegen Gewalt, Vandalismus und Amokalarmen in der Kritik. Zwischen 2022 und 2024 wurden 121 Vorfälle registriert, davon 118 mit Strafanzeigen.
In der Debatte um die Probleme an der Karolina-Burger-Realschule in Ludwigshafen gibt es nun weitgehende Forderungen. Der Psychologe und Migrationsforscher Ahmad Mansour schlägt vor, die Schule zu schließen und die Schüler auf andere Standorte zu verteilen. Das sagte er im Gespräch mit „Bild“, nachdem das rheinland-pfälzische Bildungsministerium die Schulleitung in der zweiten Woche nach Beginn des neuen Schuljahrs abberufen hatte.
Ein bloßer Wechsel an der Spitze reiche nicht aus, mahnte Mansour an: „Eine Schule darf kein Ort werden, an dem Gewalt zum Alltag gehört.“ Schuld an der Eskalation seien aus seiner Sicht Probleme in Familien, der Einfluss sozialer Medien sowie eine unzureichende Unterstützung von Lehrkräften durch die Politik.
Den Forderungen schloss sich die rheinland-pfälzische AfD an. Die Schule sei mit „an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zu retten“, sagte ein Fraktionsmitglied WELT. Die Partei fordere von der Landesregierung, „vorsorglich“ einen Plan zur Auflösung der Schule zu entwerfen. Das Thema soll am 3. September im Bildungsausschuss des Landtags auf die Agenda.
Die Polizei fuhr noch im Frühjahr täglich Streife an der Schule, die Lage hatte sich dann offenbar vorerst beruhigt. Doch zu Schuljahresbeginn ging es weiter mit Negativmeldungen. Am Donnerstag gab es wieder einen Polizei- und Feuerwehreinsatz, ausgelöst durch einen Fehlalarm – wie schon zweimal am Vortag. Insider berichten von einem regelrechten Ausnahmezustand. Die Schule im rheinland-pfälzischen Ludwigshafen mit einem Migrantenanteil von 90 Prozent steht seit Monaten wegen Amokalarmen, Vandalismus und Gewalt in der Kritik.
Im Mai 2025 bedrohte eine 16-jährige Schülerin eine Lehrerin mit einem Messer. Von 2022 bis 2024 soll es an der Schule 121 Vorfälle gegeben haben, 118 davon endeten mit Strafanzeigen. Die Polizei musste regelmäßig für Sicherheit sorgen. Im Jahr 2025 berichteten Lehrer in einem Brandbrief über Gewalt und Demütigungen. So hätten Lehrer Äußerungen hinnehmen müssen wie: „Haben Sie eigentlich keine Angst, wenn Sie mit dem Rücken zur Klasse stehen, dass Sie jemand von hinten absticht?“
Wie der Sender SWR recherchiert hatte, ließen sich zu Beginn des Schuljahrs Teile des Kollegiums wegen der katastrophalen Zustände krankschreiben und kritisierten die mangelnde Unterstützung der Schulleitung. Nach Angaben des Senders meldeten sich nach Schulbeginn 15 Lehrkräfte an einem Tag als arbeitsunfähig. Zum Beginn der zweiten Schulwoche seien es bereits 17 gewesen – rund ein Drittel des Kollegiums. Dem widersprach aber eine Sprecherin der Aufsichtsbehörde. Es hätten in der vergangenen Woche nur neun Lehrkräfte gefehlt.
Dem „Spiegel“ zufolge habe das rheinland-pfälzische Bildungsministerium „alles versucht“, beruft sich das Magazin auf Insiderkreise. Dazu gehörten moderierte Veranstaltungen zur Konfliktbewältigung, Mediationsangebote, Supervision, Dienstgespräche mit einzelnen Lehrkräften sowie in Gruppen, verbindliche Vereinbarungen und umfangreiche Absprachen mit der Schulaufsicht. Am Ende habe das alles nicht geholfen.
Die Frankfurter Sozialwissenschaftlerin Susanne Schröter sieht in den Zuständen an der Schule das „Brennglas einer gescheiterten Integrationspolitik“. Sie kritisiert die Migrations- und Bildungspolitik: „Es ist nicht das erste Mal, dass eine solche Schule negativ in die Schlagzeilen gerät, sondern es ist vielmehr symptomatisch“, sagte sie im Gespräch mit „Bild“.
Der Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, kritisiert „Bild“ zufolge, dass die Schulleitung „offensichtlich nicht hinter den Lehrern gestanden“ habe. Die Schüler seien „nicht so geworden, sie haben ihr Konfliktpotenzial und ihre Probleme mitgebracht“, sagte Meidinger. Als zentrales Problem nennt er den hohen Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund sowie Defizite bei der Integration. Schulen mit einem hohen Migrationsanteil seien überdurchschnittlich häufig von Konflikten betroffen und entwickelten sich nicht selten zu Brennpunktschulen, sagte er.
Auch er sieht einen Teil der Lösung in einer anderen Verteilung der Schülerschaft. Allerdings schlägt Meidinger vor, Schüler stärker auf verschiedene Standorte zu verteilen. Von vergleichbaren Problemen seien bundesweit Hunderte Schulen betroffen: „Solche Zustände beschleunigen den Niedergang im deutschen Schulsystem.“
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Thematisierung im Bildungsausschuss des Landtags am 3. September.
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