
Studien zeigen massive Produktivitätsverluste durch Hitzewellen und fordern Anpassungen in der Infrastruktur und im Arbeitsschutz.
AI-generated summary
Der Sommer 2026 war durch extreme Hitzewellen mit 28 Tagen über 30 Grad Celsius geprägt. Studien untersuchen die daraus resultierenden Produktivitätsverluste und volkswirtschaftlichen Schäden.
Dann kam der Sommer, nicht der berechnete, der tatsächliche, mit 28 Tagen, an denen es mindestens 30 Grad Celsius hatte. Wie extrem die Hitzewellen gewesen seien, das habe ihn überrascht, sagt Sander am Telefon, er leitet beim Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos den Themenbereich Klimafolgen und -anpassung. Nicht überrascht aber hätten ihn die Hitzewellen an sich. Man wisse aus der Forschung, dass diese infolge des Klimawandels wahrscheinlicher und intensiver werden könnten, mit allen dazugehörigen Folgen. „Hitze ist auch ein Kostenfaktor“, sagt Sander.
Der Sommer als Kostenfaktor? Einen weiteren kann Bayern eigentlich nicht gebrauchen, das Land hat eine Konjunkturflaute zu verdauen. Nächstes Jahr wird trotzdem ein neuer Sommer kommen. Auch wenn der weniger außergewöhnlich werden sollte wie der nun zu Ende gehende, rechnen Fachleute damit, dass es künftig hierzulande tendenziell heißer werden wird – mit Folgen nicht nur, aber auch für die Wirtschaft.
Eine: besagte Produktivitätsverluste. Unter Hitze leiden Konzentration und Leistungsfähigkeit, zudem steigt das Unfallrisiko, so listet es auch die Prognos-Studie auf, die im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums entstanden ist. Vereinfacht werden in dieser die Klimaprojektionen des Deutschen Wetterdienstes und Erkenntnisse aus dem Arbeitsschutz zu einem Zukunftsszenario verwoben. Dieses erwartet fünf bis zehn zusätzliche Hitzetage für den Zeitraum 2031 bis 2060. Für jeden dieser Tage fallen wiederum Ausfallkosten beim Personal an; mancherorts mehr, etwa in der Industrie, andernorts weniger, etwa im Bereich Erziehung.
Auf dieser Basis untersuchte das Prognos-Team später in einer zweiten Studie die Hitzewelle, die Ende Juni über Bayern hinweggefegt war. Das Ergebnis hier: Für einen einzigen Tag mit Temperaturen von mehr als 35 Grad beliefen sich die Produktivitätsverluste sogar auf 172 Millionen Euro.
Nicht einberechnet wurden Hitzeschäden an der Infrastruktur, also verformte Gleise, aufgerissener Asphalt oder zu niedrige Pegelstände für die Schifffahrt. Ebenfalls nicht einberechnet wurden Ernteausfälle, die Folgekosten von Unfällen fürs Gesundheitssystem oder der höhere Energieaufwand für die Kühlung von Räumen und Anlagen. Die Umweltorganisation Greenpeace schätzt daher in einer eigenen Studie die volkswirtschaftlichen Schäden, die Deutschland insgesamt aus dem Hitzesommer 2026 entstanden sein könnten, auf bis zu 42 Milliarden Euro.
Wie häufig bei Szenarien und Schätzungen sind solche Zahlen vielleicht weniger als Bilanz, sondern besser als Richtungsangabe zu verstehen. Viele Folgeschäden aus der Hitze seien noch gar nicht bezifferbar, heißt es seitens des Deutschen Gewerkschaftsbunds Bayern. Dennoch sollte der Sommer 2026 „auch für die bayerische Wirtschaft und Politik ein weiterer Weckruf sein“, findet der Vorsitzende Bernhard Stiedl. „Hitzeschutz ist keine Wohlfühlmaßnahme, sondern eine Investition in die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unserer Zukunft.“ Auch dürfe es nicht davon abhängen, ob ein Arbeitgeber freiwillig für Schatten, Kühlung, Getränke oder angepasste Arbeitszeiten sorge. Stattdessen brauche es „klare Vorgaben, wann Arbeit unterbrochen oder angepasst werden muss“.
Besonderer Handlungsdruck herrscht dort, wo die Sonne direkt herunterknallt. Ihre UV-Strahlung gilt als weiteres Risiko, sie kann Haut und Augen schädigen und Hautkrebs auslösen. Entsprechend weit reicht die Palette an Gegenmaßnahmen, die die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft in einem Hitze-Papier vorschlägt. Manche lassen sich im Arbeitsalltag einfach umsetzen, darunter Sonnencreme für alle oder mehr Trinkpausen. Andere sind umfassender – etwa das Nachrüsten von Baggern mit Klimaanlagen, damit es im Führerstand nicht zu heiß wird.
Auch auf Arbeitgeberseite bezeichnet man die ökonomischen Hitzefolgen als „mitunter beachtlich“. So könnten Schäden an der Infrastruktur die eng getakteten Lieferketten verzögern, teilt die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft mit. Das steigere die Kostenbelastungen. Zusätzliche Vorschriften seien aber nicht nötig, sagt Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: „Die Unternehmen haben ein Eigeninteresse daran, ihre Belegschaft vor gesundheitlichen Schäden zu schützen.“ Unter anderem das Arbeitsschutzgesetz und die Arbeitsstättenverordnung machten hierzu klare Vorgaben. Außerdem sei die Sachlage in jedem Betrieb anders. „Ein Arbeitsplatz im Büro lässt andere Möglichkeiten zum Kühlen zu als in der Produktion.“
Forscher Sander sagt: „Wir werden gar nicht drum herumkommen, dieses Thema ernster zu nehmen.“ Nicht nur im Arbeitsschutz. Viele Straßen, Schienen und Brücken seien mehrere Jahrzehnte alt. „Wir haben unsere Infrastruktur nicht für das Klima gebaut, das wir jetzt haben“, sagt Sander. Umso wichtiger sei es, sich bei neuen Projekten zu überlegen, wie das Klima in 20 oder 30 Jahren aussehen werde.

UPM's biorefinery in Leuna, a 1.3 billion investment, produces biochemicals from wood. Despite political debates before the state elections in Saxony-Anhalt, the group is sticking to its growth plans and focus on international markets.

DWS agrees on a strategic partnership with Nippon Life India Asset Management (NAMI) and acquires 40 percent of a NAMI subsidiary. The aim is to mutually distribute investment products in order to better develop the Indian growth market.

An ongoing start-up boom in the USA, fueled by e-commerce tools such as Shopify and AI, is creating more and more solo entrepreneurs. While traditional start-ups are stagnating, founders are using social media and digital infrastructure for niche products.

An ongoing startup boom in the US, driven by e-commerce platforms like Shopify and AI tools, is fostering a new generation of solo entrepreneurs. Women and minorities in particular take advantage of the low market entry barriers for niche products.

US President Donald Trump is demanding explicit interest rate cuts from Fed Chairman Kevin Warsh and is threatening trade stops against countries with a trade deficit if they do not comply. The Fed faces a dilemma between fighting inflation and political pressure ahead of the election.

Faced with a debt burden of $40 trillion, the US government under Donald Trump is considering using economic and military pressure to force foreign creditors to buy US government bonds in order to secure the financing of government spending.