
Die Zahl der Diebstähle in Pflegeheimen und bei der ambulanten Pflege nimmt zu. Betroffene und Experten fordern mehr Schutz und bessere Kontrollmöglichkeiten.
AI-generated summary
Die Kriminalstatistik zeigt einen Anstieg von Diebstählen in Pflegeeinrichtungen. Allein in Bayern stieg die Fallzahl innerhalb von fünf Jahren von 834 auf 1.254.
"Mein Ehering oder die schöne Kette, alles war auf einmal weg", sagt Gisela Urban. Die 86-Jährige erinnert sich genau an den Moment, als sie vor zwei Jahren im Schlafzimmer auf einen fast leeren Schmuckkoffer blickt. Ein Schaden von 4.000 Euro, denn es fehlt auch Geld.
Der Verdacht fällt auf die Pflegekraft, die sie zu Hause unterstützt. Wie sich später herausstellt, melden auch Angehörige anderer Pflegebedürftiger, dass Wertsachen fehlen. Stets sei dieselbe Pflegerin zuvor dagewesen. Doch letztlich beweisen können die Betroffenen nichts.
Ein Problem, das nicht nur in der ambulanten Pflege existiert, wie der Blick auf die Kriminalstatistik zeigt. Kam es in Alters- und Pflegeheimen vor fünf Jahren noch zu 834 Diebstählen, kletterte die Zahl vergangenes Jahr in Bayern auf 1.254. Das ist ein Anstieg um rund die Hälfte. Bei den Tätern handle es sich nicht nur um Pflegekräfte, sondern auch um andere Bewohner oder Besucher des Heims, so das Landeskriminalamt.
Auch deutschlandweit steigen die Fallzahlen von rund 8.900 im Jahr 2024 auf 9.400 vergangenes Jahr. Das Bundeskriminalamt schlüsselt die Statistik erst seit zwei Jahren nach der "Tatörtlichkeit" auf.
Für eine Pflegeeinrichtung ist es schwer möglich, alles im Blick zu behalten, die Aufgaben sind fordernd. Heimbewohner verlassen oft auch ihr Zimmer, weil beispielsweise gesundheitliche Untersuchungen anstehen.
In Gisela Urbans Wohnung gab es eine ähnliche Situation, wie die Betroffene schildert. Die Pflegerin sollte ihre wunden Beine versorgen mit Verbandsmaterial aus dem Nebenraum. Doch sie kam laut Aussage der Seniorin längere Zeit nicht mehr zurück. Urban stand auf und entdeckte die Pflegerin in einem anderen Zimmer, wo sie ihre Sachen durchwühlte. "Ich hatte mich nicht getraut, es dem Pflegedienst oder der Polizei zu melden, weil ich dachte, es kommt dann vielleicht niemand mehr, der mich verbindet", sagt Urban.
Krankenschwester Cordula Metzger, die die 86-Jährige gelegentlich besucht, kritisiert, dass älteren Menschen oft weniger geglaubt werde. "Manche denken, die Oma ist schon dement oder hat Dinge einfach nur verlegt. Ich denke, dass es eine relativ hohe Dunkelziffer gibt", sagt Metzger.
Helga Buysan sieht das ähnlich. Sie betreibt einen ambulanten Pflegedienst und beschäftigte ebenfalls eine Mitarbeiterin, die allem Anschein nach stahl. Sie hatte sie entlassen, doch die Pflegerin fand eine neue Stelle. "Wir können als Arbeitgeber Vorfälle nicht konkreter ins Arbeitszeugnis schreiben, wenn sie nicht zweifelsfrei bewiesen sind. Hinzu kommt, dass Pflegepersonal knapp ist und fast jeder genommen wird", sagt Buysan.
Der Ruf ihres Pflegedienstes habe durch den Vorfall gelitten. Sie wünscht sich, dass sich in der ambulanten Pflege Fürsprecher wie in Krankenhäusern oder Heimen durchsetzen - also neutrale Ehrenamtliche, an die man sich bei Problemen jederzeit wenden kann, damit solche Taten schneller auffliegen.
Die Polizei rät, Wertgegenstände nicht offen herumliegen zu lassen. Sie sollten bei vertrauten Verwandten verwahrt oder in einen Safe eingeschlossen werden, um die Gelegenheit für einen Diebstahl gar nicht erst entstehen lassen.
"Größere Mengen an Bargeld sollte man nur im Kreis der Angehörigen zählen", sagt Alexander Heubuch vom Polizeipräsidium Schwaben Süd/West. Er empfiehlt grundsätzlich auch, eine Inventarliste anzulegen und sämtliche Wertgegenstände zu dokumentieren. Das hilft der Polizei nach einem Diebstahl bei der Fahndung und erleichtert die Schadensabwicklung mit der Versicherung.
Auch Gisela Urban will mit Unterstützung von Cordula Metzger ihre verbliebenen Wertsachen fotografieren. Der Verlust des Schmucks schmerzt sie noch immer, weil damit viele persönliche Erinnerungen verbunden waren.
Man dürfe nicht alle Pflegekräfte über einen Kamm scheren, es handle sich um eine Minderheit, betont Metzger. "Aber ich möchte, dass hilfsbedürftige Menschen nicht mehr ausgenutzt werden und ohne Ängste Missstände melden."

An der Brinellskolan in Fagersta, Schweden, tötete ein 18-jähriger ehemaliger Schüler eine 17-Jährige mit einem Schwert und verletzte drei weitere Personen. Die Tat löst landesweite Bestürzung aus und überschattet den laufenden Wahlkampf.

Ein zwölfjähriger Junge ist am Freitagabend in Limeshain (Wetteraukreis) bei einem Zusammenstoß mit einem Auto tödlich verunglückt. Er war mit seinem E-Scooter auf einer Kreuzung unterwegs. Die Polizei ermittelt zum genauen Unfallhergang.
In Hofgeismar fuhr ein 68-jähriger Autofahrer durch eine Fußgängerzone und verletzte acht Passanten. Die Behörden stufen den Vorfall als tragischen Unfall infolge eines medizinischen Notfalls ein; der Fahrer befindet sich in kritischem Zustand.
Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Polizeifahrzeug und einem Pkw auf der A66 nahe Middlesbrough sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei bestätigte den Vorfall, machte jedoch zunächst keine Angaben zur genauen Opferzahl.

An einer Schule im schwedischen Fagersta hat ein 18-jähriger Ex-Schüler mit einem Schwert mehrere Menschen angegriffen. Ein Mensch starb, drei weitere wurden verletzt. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen.
Im Bestechungsfall an der JVA Bremen-Oslebshausen soll ein Bediensteter mutmaßlich ein Kilogramm Kokain in das Gefängnis geschleust haben. Insgesamt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen 23 Verdächtige.