Dokumente belegen: Luftqualität in Lower Manhattan nach 9/11 war giftig
Neue Akten zeigen, dass Behörden trotz Asbestbelastung Entwarnung gaben, um den Geschäftsbetrieb im Finanzviertel schnell wieder aufzunehmen.
Quick Look
- Neue Regierungsakten belegen, dass die Luft in Lower Manhattan nach den 9/11-Anschlägen massiv mit Asbest belastet war.
- Trotz behördlicher Warnungen wurde die Gefahr heruntergespielt, um den Geschäftsbetrieb im Finanzviertel schnellstmöglich wieder zu normalisieren.
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Why It Matters
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wurde die Luftqualität in Lower Manhattan von Behörden als unbedenklich eingestuft. Neue Dokumente widerlegen dies und belegen eine lang anhaltende Asbestbelastung.
Nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 ist die Luftqualität in Lower Manhattan weit schlechter gewesen als damals von den Behörden dargestellt. Wie die Akten verschiedener Regierungsstellen zeigen, die New York vor dem 25. Jahrestag der Anschläge am Dienstag auf einem Onlineportal veröffentlichte, wurde zehn Monate nach der Zerstörung des World Trade Centers durch die Terrororganisation Al-Qaida weiterhin Asbest in der Luft nachgewiesen. Die früher im Bauwesen eingesetzten faserförmigen Silikatmineralien können zu Vernarbungen der Lunge sowie Krebserkrankungen an Lunge oder Bauch- und Brustfell führen.
„Das Gift befand sich in der Luft, auf dem Boden, in Fensterrahmen und Klimaanlagen. Es lag auf euren Haustieren und auf eurer Kleidung, wo es monatelang blieb. Alle haben es gewusst. Jetzt ist bestätigt worden, dass auch die Stadt es wusste“, sagte der Moderator und Satiriker Jon Stewart bei einer Pressekonferenz mit dem New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani. Stewart warf der Stadt vor, ihre Bewohner bewusst der Gefahr ausgesetzt zu haben, um sich nach den Anschlägen im Finanzviertel in Lower Manhattan umgehend wieder „business as usual“ zuzuwenden.
Die Gewerkschaft der New Yorker Feuerwehrleute hatte bereits im vergangenen Sommer die Offenlegung der Dokumente zur Luftqualität nach der Zerstörung des World Trade Centers gefordert. Damals war bekannt geworden, dass die Stadt 68 Kisten mit jeweils etwa 5000 Akten zu „Giftberichten an Ground Zero“ aufbewahrte.
Zu den am Dienstag online veröffentlichten Dokumenten gehören neben den Unterlagen der 68 Kisten auch Akten des Gebäudes 7 World Trade Center, bis zu den Terroranschlägen der Sitz der Einsatzzentrale für Feuerwehr und Rettungsdienst. Zudem wurde das „Harding-Memorandum“ freigegeben. Wie die Mitteilung an Robert Harding zeigt, während „9/11“ der Stellvertreter des damaligen New Yorker Bürgermeisters Rudy Giuliani, machten sich die Behörden schon damals Gedanken über eine Klagewelle wegen der Luftqualität. Der Stadtrat kündigte im vergangenen Jahr an, bis zum Sommer 2027 alle Unterlagen zu möglichen Erkrankungen zu prüfen.
Laut der Gedenkstätte National September 11 Memorial & Museum wurden in den vergangenen 25 Jahren bei fast 50.000 Einsatzkräften und Bewohnern New Yorks Krebserkrankungen in Verbindung mit der Zerstörung des World Trade Centers diagnostiziert. In den Monaten nach „9/11“ seien mehr als 350 chemische Wirkstoffe in Staub und Trümmern nachgewiesen worden.
Der damalige Bürgermeister Giuliani hatte am 17. September 2001, knapp eine Woche nach den Terroranschlägen, stolz verkündet, dass einige Zehntausend Menschen die Arbeit bei Banken und Unternehmen in Lower Manhattan wieder aufgenommen hätten. „Ich freue mich, den Menschen in New York versichern zu können, dass die Luft ohne Bedenken eingeatmet werden kann“, versicherte auch Christine Todd Whitman, damals Chefin der amerikanischen Behörde für Umweltschutz und menschliche Gesundheit (EPA).
What to Watch
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Stadtrat prüft bis Sommer 2027 alle Unterlagen zu möglichen Erkrankungen.
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Open Questions
- Welche rechtlichen Konsequenzen drohen der Stadt New York?
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