Ebola-Ausbruch im Kongo breitet sich aus: WHO meldet neue Fälle in Provinzen
Der durch das Bundibugyo-Virus verursachte Ebola-Ausbruch in der DR Kongo hat zwei weitere Gesundheitszonen erreicht. Die WHO warnt vor den Folgen von Konflikten und Desinformation.
Quick Look
- Der Ebola-Ausbruch im Kongo hat sich auf zwei weitere Gesundheitszonen ausgeweitet.
- Laut WHO erschweren Konflikte und Vertreibungen den Kampf gegen das Virus.
- Zudem laufen Testimpfungen an Gesundheitspersonal.
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Why It Matters
Der Ebola-Ausbruch in der DR Kongo wird durch das Bundibugyo-Virus verursacht und betrifft mehrere Provinzen.
Der durch das Bundibugyo-Virus verursachte Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo hat sich auf zwei weitere Gesundheitszonen ausgeweitet. Das gab die Weltgesundheitsorganisation am Freitag bekannt. Dadurch habe sich die Gesamtzahl der betroffenen Gebiete auf 63 in sieben Provinzen erhöht.
Die neu betroffenen Zonen sind Bulu in der Provinz Sud-Ubangi und Dungu in der Provinz Haut-Uele, die an den Südsudan grenzt. Nach Angaben der WHO hat der Kongo bis zum 23. September 7.890 bestätigte Fälle und 3.799 Todesfälle gemeldet.
WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus teilte mit, Konflikte und Vertreibungen erschwerten es dem Gesundheitspersonal, die betroffenen Gemeinden zu erreichen und Personen aufzuspüren, die möglicherweise mit dem Virus in Kontakt gekommen sind. »Es ist sehr schwierig, Ebola isoliert zu betrachten, da selbst unsere Maßnahmen gegen Ebola durch den Konflikt beeinträchtigt werden, weil es Vertreibungen gibt und der Zugang zu einigen Gebieten erschwert ist«, sagte Tedros. Er fügte hinzu, dass durch den eingeschränkten Zugang Kontaktpersonen möglicherweise nicht aufgespürt würden, während Vertreibungen und beengte Lebensverhältnisse das Übertragungsrisiko erhöhten.
Testimpfungen an Mitarbeitern des Gesundheitswesens
Tedros sagte weiter, die Fallzahlen gingen insgesamt zurück und die Kontaktverfolgung, sichere Bestattungen sowie die Einbindung der Bevölkerung hätten sich verbessert, auch wenn die Übertragung in den betroffenen Gebieten weiterhin uneinheitlich verlaufe. Das Fehlen zugelassener Impfstoffe und Therapien für den Bundibugyo-Stamm des Virus erschwere zudem die Bekämpfung und könne dazu führen, dass Menschen zögerten, sich in Behandlungszentren in Pflege zu begeben, sagte Tedros und fügte hinzu, die WHO arbeite daran, klinische Studien zu Impfstoffen und Therapien zu beschleunigen.
Vergangene Woche wurde mit Testimpfungen begonnen. Wie die WHO mitteilte, wurden 20.000 Dosen des Impfstoffs Ervebo für eine klinische Studie in der Provinz Ituri bereitgestellt. Ziel sei, Erkenntnisse über die Wirksamkeit des Vakzins bei der aktuell umlaufenden Bundibugyo-Variante des Virus zu gewinnen. Bislang ist ein Schutz durch Ervebo nur bei der Zaire-Variante nachgewiesen.
»Wir beobachten weiterhin erhebliche Fehlinformationen«
Erprobt werden soll der Impfstoff an Mitarbeitern des Gesundheitswesens, die dem Virus am stärksten ausgesetzt sind. Eine Ansteckung mit Ebola verläuft laut WHO statistisch in der Hälfte der Fälle tödlich.
Mit Blick auf das Risiko künftiger globaler Gesundheitsnotfälle forderte Tedros, die Länder müssten ihre Pandemievorsorge verstärken. »Ebola wird keine Pandemie mehr sein, aber es könnte einen Erreger der Atemwege geben, der zu einer Pandemie führen kann«, sagte er. »Bevor es soweit ist, müssen wir uns vorbereiten.«
Die Weltgesundheitsversammlung hatte im Mai 2025 ihr Pandemieabkommen verabschiedet, um die weltweite Prävention, Vorsorge und Reaktion auf künftige Pandemien zu stärken. »Wir beobachten weiterhin erhebliche Fehlinformationen und Desinformation über das Pandemieabkommen der WHO, verbunden mit falschen Behauptungen. Es handele sich um einen Machtgriff, der Souveränität an die WHO abtrete«, sagte Tedros. »Das ist völlig falsch.«
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
WHO treibt klinische Studien zu Impfstoffen und Therapien gegen das Bundibugyo-Virus voran.
Very likely · Within months
Open Questions
- Wie effektiv erwiesen sich die Testimpfungen mit Ervebo gegen den Bundibugyo-Stamm?
- Wann kann der Zugang zu den Konfliktgebieten verbessert werden?