Erneute Hinrichtung im Zusammenhang mit Massenprotesten in Iran
Quick Look
- In Iran wurde ein Mann hingerichtet, der an den Massenprotesten im Januar teilgenommen hatte.
- Die Justiz warf ihm Spionage für Israel und die USA sowie Gefährdung der nationalen Sicherheit vor.
- Menschenrechtsgruppen kritisieren die Praxis scharf.
AI-generated summary
Why It Matters
Iran wendet die Todesstrafe häufig an, oft unter Verwendung vager Vorwürfe wie Spionage oder Gefährdung der nationalen Sicherheit. Laut Amnesty International verzeichnete das Land im vergangenen Jahr die weltweit zweithöchste Hinrichtungsrate nach China.
In Iran ist erneut ein Mann hingerichtet worden, der an den Massenprotesten im Januar teilgenommen hatte. Das Todesurteil sei am Morgen vollstreckt worden, berichtete das mit der Justiz verbundene Nachrichtenportal Misan.
Der Mann war demnach im Januar nahe der Stadt Karaj im Norden des Landes festgenommen worden. Die Justiz warf ihm vor, für Israel, die USA und feindliche Gruppen tätig gewesen zu sein, und gegen die Sicherheit und die nationalen Interessen Irans gearbeitet zu haben.
Die Behörden gaben laut Misan an, bei der Festnahme des Mannes unter anderem eine Schusswaffe beschlagnahmt zu haben, die er bei den Protesten abgefeuert haben soll. Der Beschuldigte habe die Vorwürfe zurückgewiesen. Erst am Donnerstag hatten die iranischen Behörden einen Mann im Kontext der Massenproteste hingerichtet, Ende Juli waren es zwei Männer.
Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe in Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch zur Einschüchterung einzusetzen. Dabei nutzen die Behörden oft vage formulierte Vorwürfe wie Spionage, Gefährdung der nationalen Sicherheit oder Gotteslästerung.
Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge wurden im vergangenen Jahr mindestens 2159 Menschen in Iran hingerichtet – der höchste seit 1981 verzeichnete Wert. Auch im Kontext des Irankriegs wurden Todesurteile gegen mutmaßliche Spione und politische Gefangene vollstreckt. Nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen ist Iran nach China das Land, in dem die Todesstrafe am häufigsten vollstreckt wird.
Open Questions
- Identität des Hingerichteten
- Beweislage für die Spionagevorwürfe





