Experten fordern strengere Regeln für Nahrungsergänzungsmittel mit Botanicals
Wissenschaftler, Ärzte und Verbraucherschützer warnen vor Qualitäts- und Sicherheitsproblemen bei pflanzlichen Inhaltsstoffen.
Quick Look
Eine Gruppe von Experten warnt in einem Brief an Bundesministerien vor erheblichen Sicherheitsrisiken durch Nahrungsergänzungsmittel mit pflanzlichen und anderen Botanicals-Inhaltsstoffen und fordert strengere gesetzliche Vorgaben sowie behördliche Prüfungen.
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Why It Matters
Hersteller müssen Nahrungsergänzungsmittel vor Markteintritt lediglich beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in ein Register eintragen.
Vor erheblichen Qualitäts- und Sicherheitsproblemen bei Nahrungsergänzungsmitteln mit sogenannten Botanicals warnt eine Gruppe von Wissenschaftlern, Ärzten und Verbraucherschützern. In einem Brief an die Bundesministerien für Landwirtschaft, Ernährung sowie Wirtschaft fordern die Experten, die ungeregelte Situation mit pflanzlichen, algen-, pilz- oder flechtenbasierten Inhaltsstoffen im Sinne des Verbraucherschutzes zu beenden.
Es bestehe dringender Handlungsbedarf, schreiben die Autoren in dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Gesundheit der Verbraucher sei in Gefahr. Vor Markteintritt müssen die Hersteller ihre Produkte lediglich beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in ein Register eintragen. Eine behördliche Prüfung sei aber nicht vorgesehen, kritisiert die Gruppe und verweist auf toxikologische Risiken.
Weil aber die gesetzlichen Vorgaben bei diesem Schritt so ungenügend seien, folge anschließend oft ein Streit zwischen den Landesuntersuchungsämtern, die auf Probleme hinweisen, und den Anwälten der Firmen, die auf ihre eigenen anderen Analyseverfahren verweisen. „Damit kannst du dich immer herausreden“, sagt Hensel. Verbraucher würden Risiken ausgesetzt, die sie nicht erkennen können.
Open Questions
- Wie werden die Bundesministerien auf den Brief reagieren?
- Sind konkrete Gesetzesänderungen geplant?