Breaking
BRGaeco seizes planes and luxury cars in operation against fraud in ImperatrizBRINMET issues 'storm' warning for 33 cities in the North, Center and Northwest of MGUKDan Thomas resigns as Reform UK leader in Wales following arrestINTLSaudi East-West Pipeline to Resume Operations Soon Following Drone AttacksESNATO plane shoots down drone with explosives in LithuaniaARThe Saudi Disciplinary Committee punishes Al-Hilal and Al-Nasr players, Al-Taawoun fans, and Al-Khaleej and NEOM coachesBRCaixa bank employees maintain strike in Mato Grosso after rejecting proposalRUThe European Commission has set conditions for the allocation of additional funding to UkraineBRArguments and tensions mark the STF trial involving ministersDEOil flow stopped in Saudi Arabia; Iraq offers Germany crude oilBRGaeco seizes planes and luxury cars in operation against fraud in ImperatrizBRINMET issues 'storm' warning for 33 cities in the North, Center and Northwest of MGUKDan Thomas resigns as Reform UK leader in Wales following arrestINTLSaudi East-West Pipeline to Resume Operations Soon Following Drone AttacksESNATO plane shoots down drone with explosives in LithuaniaARThe Saudi Disciplinary Committee punishes Al-Hilal and Al-Nasr players, Al-Taawoun fans, and Al-Khaleej and NEOM coachesBRCaixa bank employees maintain strike in Mato Grosso after rejecting proposalRUThe European Commission has set conditions for the allocation of additional funding to UkraineBRArguments and tensions mark the STF trial involving ministersDEOil flow stopped in Saudi Arabia; Iraq offers Germany crude oil
BackGefahr in maritimen Nadelöhren: Auswirkungen der Huthi-Angriffe auf die Schifffahrt
Gefahr in maritimen Nadelöhren: Auswirkungen der Huthi-Angriffe auf die Schifffahrt
NEWS
Tagesschau Wirtschaft1 hour agoBusiness3 min readGermanyView translation

Gefahr in maritimen Nadelöhren: Auswirkungen der Huthi-Angriffe auf die Schifffahrt

Die Blockade der Meerenge Bab al-Mandab zwingt Reedereien zu Umwegen um Afrika, was Lieferketten belastet und die Verwundbarkeit globaler Handelsrouten verdeutlicht.

Quick Look

  • Die Huthi-Miliz bedroht die Schifffahrt im Roten Meer, was Reedereien wie Hapag-Lloyd zu kostspieligen Umwegen um das Kap der Guten Hoffnung zwingt.
  • Experten warnen vor systemischen Risiken für die Weltwirtschaft durch die Abhängigkeit von maritimen Nadelöhren.

AI-generated summary

Why It Matters

Die Huthi-Miliz greift seit Beginn des Konflikts im Gazastreifen Handelsschiffe im Roten Meer an. Dies hat zu einer massiven Umleitung des Schiffsverkehrs um das Kap der Guten Hoffnung geführt.

Font size

Mit einer vollständigen Blockade der Meerenge Bab al-Mandab durch die Huthi-Miliz hatten viele nicht gerechnet. Für die meisten Reedereien kam das Vorgehen vor der Küste des Jemen dennoch nicht völlig unerwartet.

Denn Schiffsbetreiber wie Kapitäne wissen seit Jahren: Die Route vom Arabischen Meer über das Rote Meer und den Suezkanal ins Mittelmeer ist einer der gefährlichsten Schifffahrtswege der Welt. Und das nicht nur wegen der Piraterie vor der Küste des Jemen, vor der sich seit geraumer Zeit viele Schiffe mit privaten Sicherheitskräften schützen.

"Wir leiden schon seit etwa drei Jahren an einer angespannten Sicherheitssituation rund um das Rote Meer. Es mag sogar etwas länger sein", sagt Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer vom Verband Deutscher Reeder, gegenüber tagesschau.de. Damals hatte die Huthi-Miliz aus Solidarität mit der islamistischen Terrormiliz Hamas im Gazastreifen damit begonnen, auf Handelsschiffe zu schießen.

"Das führte damals schon bei vielen Reedereien dazu, die Durchfahrt der Passage zu vermeiden", so Kröger. Dazu gehört auch die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd. Ende 2023 hatten die dortigen Verantwortlichen wegen der zunehmenden Angriffe entschieden, die Schiffe umzuleiten. Die Sicherheit der Besatzungen und Schiffe habe immer oberste Priorität, betont eine Sprecherin von Hapag-Lloyd im Gespräch mit tagesschau.de.

Statt durch den Suezkanal müssen die meisten Schiffe auf dem Weg von Asien nach Europa nun einen Umweg fahren. Seitdem geht es vorbei am Kap der Guten Hoffnung. Einmal herum um die Südspitze des afrikanischen Kontinents. Das Problem: Dieser Weg dauert nicht nur länger. Etwa zehn bis vierzehn Tage je nach Schiffstyp verlängert sich die Passage. Der Umweg führt auch zu höheren Kosten. Hapag-Lloyd spricht von etwa 600 Millionen Dollar seit Beginn des Konflikts im Nahen Osten.

Der weitaus größere Teil davon entfällt auf höhere Treibstoffpreise. Hinzu kämen Mehrkosten für Versicherungen und neu anzulaufende Häfen. Weil die Schiffe aber groß seien, würden sich die Verteuerungen kaum bemerkbar machen, so die Reederei. Sie lägen im Cent-Bereich - und würden vom Endkunden bezahlt.

Trotz dieser Kostensteigerungen sei man aber widerstandsfähig, betont zumindest die Hapag-Lloyd-Sprecherin. Für die Kundinnen und Kunden würden alternative Routen angeboten. Außerdem sei man in der Lage, die Lieferketten aufrechtzuerhalten.

Dieser Haltung schließt sich auch Kröger vom Reeder-Verband an. "In der Schifffahrt sind wir Krisen und Kriege gewohnt. Wir fahren ständig durch Gebiete, wo die Lage angespannt ist. Wir sind resilient, weil wir fast immer einen Weg finden können um das Krisengebiet herum." Eine Bewaffnung der Schiffe schließt Kröger dagegen aus.

"Es gilt der Grundsatz: Handelsschiffe sind zivile Schiffe. Das heißt, wir sind unbewaffnet", sagt Kröger. Gegen Drohnen, Raketen und Unterseegeschosse könne sich ein ziviles Handelsschiff nur schwer schützen. "Dann kann man eben durch ein betroffenes Gebiet nicht mehr durchfahren."

Dass sich die Lage auf den internationalen Seewegen in der Zukunft verbessert, bezweifeln Sicherheitsexperten allerdings. "Aus meiner Sicht sind nicht Bab al-Mandab oder die Straße von Hormus das Problem. Es geht auch nicht um eine andere Meerenge allein", analysiert der Militärökonom Wolfgang Müller vom German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS) gegenüber tagesschau.de.

Das Problem sei, dass die globalisierte Weltwirtschaft auf wenigen maritimen Nadelöhren beruht. Und diese wichtigen Routen seien sehr verwundbar. "Man muss die Seewege gar nicht vollständig sperren. Es genügt dort eine Bedrohung aufzubauen und die daraus folgende ökonomische Machtposition auszunutzen", so Experte Müller.

Das sei noch händelbar, wenn es nur eines dieser geostrategischen Nadelöhre betrifft. Kritisch werde es aber, wenn mehrere Nadelöhre gleichzeitig unter Druck geraten. "Dann erwächst aus einem Einzelrisiko ein Systemrisiko für die ganze Weltwirtschaft", erklärt Müller.

Besonders hebt der Experte in diesem Zusammenhang die Nadelöhre auf den Seewegen im asiatischen Raum wie zum Beispiel die Straßen von Lombok, Malakka oder Taiwan hervor. "Wenn es dort zu Spannungen oder Störungen kommt, dann wäre der globale Handel massiv betroffen. Und der gesamte asiatische Raum könnte nur noch bedingt am maritimen Warenverkehr teilnehmen."

Weniger Seehandel zu betreiben, sei aber auch nicht die Lösung für die derzeitigen geopolitischen Herausforderungen. Stattdessen müsse man vorsorgen, dass eine Störung nicht zum vollständigen Systemversagen führt, sondern die Industrie weiterhin produzieren kann.

"Wenn man die Lieferanten diversifiziert, muss man auch darüber nachdenken, die Transportwege zu diversifizieren und auch die Lagerkapazitäten." Das bedeute, Unternehmen müssten geopolitische Risiken künftig noch stärker in ihre Routen- und Investitionsentscheidungen einpreisen.

"Denn man muss damit rechnen, dass Just-in-Time nicht mehr funktioniert", sagt Müller. Es müsse daher vorher überlegt werden, was passiert, wenn ein Weg ausfällt.

Open Questions

  • Wie lange halten die Huthi-Angriffe an?
  • Welche langfristigen Auswirkungen haben die Mehrkosten auf die Inflation?

Related Topics

This article was originally published by Tagesschau Wirtschaft.

Related Stories

More on this topicschifffahrt