George Clooney in Venedig geehrt: „Meine Liebesgeschichte dauert dreißig Jahre“
Beim Filmfestival in Venedig hat George Clooney den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk erhalten. Auf der Pressekonferenz übte er scharfe Kritik an der US-Regierung.
Quick Look
- George Clooney wurde beim Filmfest in Venedig mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk geehrt.
- Auf einer Pressekonferenz betonte er seine Verbundenheit zur Lagunenstadt und kritisierte gleichzeitig die US-Regierung scharf.
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Why It Matters
George Clooney erhielt beim Filmfestival in Venedig den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk.
In Venedig mag man nicht jeden Promi. Als im vergangenen Jahr Tech-Milliardär Jeff Bezos in der Lagunenstadt seine Hochzeit feierte, gab es Proteste. George Clooney hingegen kann gar nicht oft genug hierher kommen – Venedig liebt ihn, und er liebt Venedig. „Meine Liebesgeschichte mit Venedig dauert nun schon dreißig Jahre“, sagte Clooney auf einer Pressekonferenz am Lido am Tag der Eröffnung des Filmfestivals.
Zum ersten Mal kam Clooney 1998 mit Steven Soderberghs Thriller „Out of Sight“ an den Lido. Seitdem war er regelmäßig beim Filmfestival zu Gast, mal als Schauspieler, mal als Regisseur. „Der schönste Moment hier, den ich nie vergessen werde, war meine Hochzeit“, so Clooney – und scherzhaft fügte er hinzu, dass er gar keinen anderen wählen könnte, sonst bekomme er später Ärger mit seiner Frau.
Die Menschenrechtsanwältin Amal Clooney war bereits am Tag zuvor mit ihrem Mann angereist. Fotos des Paares im Wassertaxi kursierten sofort im Netz. Amal trug ein dreiteiliges Seidenensemble mit Minishorts, ihr Mann zeigte entspannte Eleganz in weißen Hosen und navyblauem Poloshirt.
Auch zur Festivaleröffnung am Mittwochabend war das Paar das Highlight des roten Teppichs. Der 65 Jahre alte Clooney, der während der Eröffnungszeremonie am Lido einen Goldenen Löwen für sein Lebenswerk erhielt, ließ sich Zeit, um jeden Fan entlang des Teppichs zu begrüßen. Er schüttelte Hände, posierte für Fotos mit den Fans und schäkerte mit den Fotografen. Einer lieh ihm sogar eine Kamera, mit der Clooney Fotos schoss.
Die Ehrung überreichte ihm dann seine langjährige Schauspielkollegin und Freundin Laura Dern. Vor vier Jahrzehnten standen die beiden zum ersten Mal gemeinsam im Horrorfilm „Grizzly 2: Revenge“ vor der Kamera, seitdem hält ihre Freundschaft. Dern bezeichnete Clooney als „sowas wie einen älteren Bruder, der in schwierigen Zeiten auf mich aufgepasst hat“.
Die Schauspielerin las in ihrer Laudatio zudem Statements anderer langjähriger Freunde und Filmpartner Clooneys vor, darunter von den Regisseuren Steven Soderbergh und Noah Baumbach, sowie den Schauspielkollegen Adam Sandler und Brad Pitt. Auf die Frage, warum alle Clooney lieben, hatte Pitt geschrieben: „Er ist ein Draufgänger, ein Witzbold, ein Altruist, ein Schauspieler, ein Sportler, der Einzige, den man in einer Krise an seiner Seite haben will, ein Vater, ein Ehemann, ein Weltbürger, ein Verteidiger der Gerechtigkeit und ein wirklich schlechter Tänzer.“
Aufs Tanzen verzichtete Clooney in Venedig, zumindest im offiziellen Teil der Feierlichkeiten. Wie gewohnt weniger zurückhaltend war er mit politischen Aussagen. Bei der Pressekonferenz hatte er die US-Regierung kritisiert. „Das ist ein Land, das von den am wenigsten qualifizierten Leuten regiert wird“, sagte Clooney. „Ich glaube, wir leben im Moment vielleicht in einer Kakistokratie, aber wir werden da durchkommen.“ In seiner Dankesrede betonte er dann noch einmal die Wichtigkeit von Presse- und Kunstfreiheit. Um die ging es auch anschließend im Eröffnungsfilm des britischen Regisseurs Danny Boyle, der sich mit dem Aufstieg Rupert Murdochs und seiner Boulevardzeitung „The Sun“ beschäftigte.
Open Questions
- Welche konkreten Projekte plant Clooney als Nächstes?
- Wie fiel die Reaktion der US-Regierung auf die Kritik aus?


