
Zwei Jahre nach ihrem Amtsantritt als italienische Ministerpräsidentin wird Giorgia Meloni für ihren pragmatischen Kurs gelobt, der stabile Zustimmungswerte sicherte, während sie gleichzeitig innenrechtlich durch Eildekrete dominiert und am rechten Rand von neuer Konkurrenz wie Roberto Vannacci bedroht wird.
AI-generated summary
Giorgia Meloni trat im Oktober 2022 ihr Amt als erste weibliche Ministerpräsidentin Italiens an, geführt von der rechtspopulistischen Partei Fratelli d'Italia, die postfaschistische Wurzeln hat.
Als Giorgia Meloni am 22. Oktober 2022 die Treppen des Palazzo Chigi hinaufsteigt, geben ihr viele Kommentatoren kein volles Jahr. Gleichzeitig treibt ganz Europa die Frage um, wie sich die postfaschistischen Wurzeln ihrer Partei Fratelli d'Italia auf die Regierungsarbeit auswirken würden.
Befürchtet wurde unter anderem ein Konfrontationskurs mit Brüssel, vielleicht sogar der Ausstieg aus dem Euro. Stattdessen trat Meloni von Beginn an überraschend moderat auf.
Kurz vor dem ersten EU-Gipfel ihrer Regierungszeit, im Dezember 2022, sagte sie: "Es ist kein Zufall, dass meine erste Auslandsreise als Ministerpräsidentin zu den EU-Institutionen geführt hat. Es war eine Entscheidung, die aus der Überzeugung kommt, dass Italien eine wichtige Rolle in der EU spielen kann: im Sinne der EU, aber immer mit Blick auf die eigenen nationalen Interessen."
Stabile Zustimmungswerte
Es ist dieser pragmatische, realpolitische Kurs, den Beobachter wie der römische Außenpolitik-Experte Riccardo Alcaro dafür verantwortlich machen, dass Meloni für italienische Verhältnisse bemerkenswert stabile Zustimmungswerte genießt.
Dieser Realismus habe ihr geholfen, auf internationaler Ebene glaubwürdig zu sein und sich einen Namen zu machen. "Und er war auch wichtig für ihren Erfolg, für die Zustimmung bei den eher gemäßigten Wählern, die erst nach ihrem Regierungsantritt für sie waren."
Strategisches Taktieren
Doch das, was die einen Realpolitik nennen, sehen andere als gefährlichen Drahtseilakt. Meloni balanciert an mehreren Fronten gleichzeitig: Sei es innerhalb ihrer rechten Regierungskoalition, wo es regelmäßig zwischen der rechtspopulistischen Lega von Matteo Salvini und der konservativen Forza Italia zu Konflikten kommt.
Oder im mittlerweile wackeligen Verhältnis zu den USA. Die italienische Fernsehjournalistin Alessandra Sardoni meint: "Meloni ist keine überzeugte Europäerin geworden, sie taktiert ständig zwischen Donald Trump und Europa. Zu Beginn dachte sie, das gute Verhältnis zum ehemaligen US-Präsidenten Joe Biden und die Anerkennung aus den USA könnten das ersetzen, was ihr von den europäischen Regierungen verwehrt blieb - also setzte sie alles darauf. Dann verstand sie, dass sie die EU-Chefs doch braucht, und passte ihre Strategie an."
40 Prozent aller neuen Gesetze per Eildekret
Sardoni nennt Meloni eine Opportunistin, die ihre Möglichkeiten für den Machterhalt nutze. Dafür spreche innenpolitisch auch die Tatsache, dass sie 40 Prozent aller neuen Gesetze per Eildekret am Kabinettstisch erlasse und damit faktisch die Opposition ausgehebelt habe.
Doch nicht alles sei für die Regierungschefin glatt gelaufen: In der Migrationspolitik habe sie große Rückschläge erlitten: Der Plan, Rückführungen per Schnellverfahren in Asylzentren in Albanien durchzuführen, sei zumindest vorerst nicht aufgegangen.
Auch bei der Justizreform, die sie per Referendum im März durchbringen wollte, scheiterte sie und musste eine Niederlage einräumen.
Neue Konkurrenz am rechten Rand
Solche Schlappen halten Meloni jedoch nicht davon ab, die Stabilität ihrer Regierung zu zelebrieren - unter anderem mit einer Feier in der süditalienischen Stadt Bari und einer 29-seitigen Bilanzbroschüre, die den Titel trägt: "Die stabilste Regierung, das stärkste Italien. Vier Jahre Einsatz für die Nation."
Italienischen Zeitungen zufolge ist die Zeremonie inoffiziell auch der Auftakt des Wahlkampfes für die Parlamentswahlen im kommenden Jahr. Ob Meloni da wieder so gut abschneidet wie 2022, ist offen. Denn am rechten Rand droht ihr neue Konkurrenz: Der Ex-General Roberto Vannacci mit seiner Partei Futuro Nazionale könnte genau jene Wähler ansprechen, denen Melonis Regierungskurs zu gemäßigt ist.
AI outlook — possibilities, not facts
Roberto Vannacci wird bei den bevorstehenden Parlamentswahlen Stimmen von Melonis rechtem Flügel abziehen.
Likely · Within months
Meloni wird ihre Strategie gegenüber der EU weiterhin pragmatisch ausrichten, um innenpolitische Stabilität zu wahren.
Very likely · Within months
In the ZEIT podcast “Just a Question,” sociologist Steffen Mau discusses German unity and comes to a cautious assessment: no, or a cautious yes with great pain. He explains why structural differences between East and West are ossified and talks about political culture, AfD success and underrepresentation of East Germans in top positions before the state elections in Saxony-Anhalt.
In Saxony-Anhalt, BSW top candidate Claudia Wittig comments on possible cooperation with the AfD, SPD general secretary Tim Klüssendorf admits distance from the electorate, CDU employee wing warns of ruin if cooperation, Chancellor Merz in front of AfD state government, Evangelical parish of Wardenburg calls for resignation of an employee because of AfD election campaign support, CDU top candidate Sven Schulze rejects models of toleration with the left as an individual opinion and there have been 30 attacks on media workers at AfD events since May.

The AfD is expected to clearly win the election in Saxony-Anhalt, but only a few votes could decide whether a government is formed. The article describes five election outcome scenarios in which the party could come to power even without an absolute majority.

US President Donald Trump is demanding that European countries repay hundreds of billions of dollars in Biden-era aid to Ukraine, while emphasizing that the US has virtually unlimited supplies of ammunition, more than would be needed for a possible Iran war. He warns that both the Ukraine and Iran wars and their economic fallout could threaten Republicans' chances in November's congressional elections.

In the state elections in Saxony-Anhalt, the AfD could aim to participate in government for the first time since the Second World War, although other parties have ruled out a coalition. The BSW signals possible support through abstention. There are around 1.7 million eligible voters, the election takes place on Sunday, and the new state parliament meets on October 6th at the latest.
Before the state elections in Saxony-Anhalt, Green Party lead candidate Susan Sziborra-Seidlitz reiterated the goal of the country becoming climate neutral by 2035. She emphasized the urgency in view of extreme heat phases and called on the federal government to take the Saxony-Anhalt chemical industry into account in the gas strategy.