
Umweltorganisation schätzt wirtschaftliche Verluste durch Hitze und Dürre auf mindestens 36 Milliarden Euro.
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Die Studie von Greenpeace bewertet die wirtschaftlichen Folgen von Hitze und Dürre in Deutschland. Sie stützt sich auf Daten zu Ernteausfällen, Waldschäden und Logistikproblemen.
Die Hitzeperioden in diesem Jahr kommen die deutsche Wirtschaft teuer zu stehen. Die Umweltorganisation Greenpeace geht von Ausfällen in zweistelliger Milliardenhöhe aus, auch wenn die tatsächlichen Kosten nur schwer abzuschätzen sind.
Mindestens 36 Milliarden Euro an wirtschaftlichen Schäden seien durch die Folgen der Folgen der anhaltend hohen Temperaturen entstanden, so die Schätzung der Umweltschützer. Etwa durch Ernteausfälle, Waldbrände, höhere Gesundheitskosten sowie Produktivitätsverluste. Das entspreche 0,8 bis 0,9 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts.
"Dieser Hitze- und Dürresommer war eine Katastrophe - für Millionen Menschen und für die Volkswirtschaft", zieht Greenpeace-Finanzexperte Mauricio Vargas Bilanz und mahnt: "Auch wenn diese Naturkatastrophe keine Trümmerberge verursacht, ist die Höhe der Schäden erschütternd."
Ausgehend von 25 Hitzetagen beziffert Greenpeace die Verluste durch Einschnitte und Ausfälle in der Produktivität auf 10,8 Milliarden Euro. Dahinter folgen demnach Waldschäden mit schätzungsweise bis zu 7,5 Milliarden Euro. Und die Einschränkungen in der Binnenschifffahrt durch das Niedrigwasser des Rheins haben laut der Schätzung zu Verlusten von bis zu 4,5 Milliarden Euro geführt.
Die Zahlen seien unmissverständlich, betonte Vargas. Doch die Umweltschutzorganisation räumt selbst ein, dass es sich bei der von ihr angegebenen Schadenssumme um eine Schätzung handelt, bei der "aufgrund unvollständiger Informationen mit bestimmten Unschärfen bei der Quantifizierung" gearbeitet werden musste. Doch diese Unschärfen werden laut Vargas in Kauf genommen, denn die Schäden aufgrund der unvollkommenen Datenlage nicht zu berücksichtigen, "würde zu deutlich größeren Erkenntnislücken führen und das Ausmaß der Naturkatastrophe massiv unterschätzen".
Die Warnungen vor den massiven Auswirkungen von Hitzetagen auf die deutsche Wirtschaft sind nicht neu - und sie kommen auch nicht nur von Umweltverbänden. Schon vor dem kalendarischen Sommeranfang in diesem Jahr veröffentlichte der Kreditversicherer Allianz Trade eine Untersuchung, der zufolge Deutschland bis 2030 durch den Faktor Hitze wirtschaftliche Verluste von rund 112,5 Milliarden Euro entstehen könnten.
Eine weitere Zahl nennt eine Studie, die das Forschungs- und Beratungsunternehmen Prognos AG im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales erstellt hat. Ein einziger Tag mit Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius verursache in Deutschland wirtschaftliche Schäden von rund 431 Millionen Euro. Und zwar zu 97 Prozent durch Produktivitätsverluste, heißt es in der Studie.
Und Anfang August hatte auch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) vor wirtschaftlichen Einbußen gewarnt - und zwar allein durch die gesunkenen Pegelstände in Flüssen. Das könne ein Minus des Bruttoinlandsprodukts von 0,4 Prozent zur Folge haben und damit das für 2026 erwartete minimale Wachstum des Bruttoinlandsprodukts zunichte machen. Denn der Warentransport per Lkw sei deutlich teurer, vor allem mit Blick auf die anhaltend hohen Spritpreise.
Und auch Kommunen und Städte verzeichnen finanzielle Einbußen infolge des Niedrigwassers, wie ein Beispiel aus Leverkusen zeigt. Allein der Ausfall der Personenfähre nach Köln bedeutet für die Stadt ein Minus von rund 30.000 Euro in der Kasse. Eine vergleichsweise geringe Summe, die aber deutlich macht, dass sich viele kleine Probleme summieren.
Die hohen Temperaturen sorgten aber nicht für Einschnitte auf deutschen Wasserstraßen, sondern auch für Verluste auf Feldern. Vor knapp einer Woche nannte der Deutsche Bauernverband Zahlen zur diesjährigen Sommerernte - und die fallen eher schlecht aus, da es für viele Pflanzen zu heiß und zu trocken war.
Trotz all dieser Zahlen sind die "wahren Kosten von Extremwetterereignissen wie diesem Hitzesommer" aus Sicht von Greenpeace-Experte Vargas noch gar nicht abzuschätzen. Denn einige schwerwiegende Konsequenzen könnten noch gar nicht berechnet werden, darunter Folgen für das Energiesystem durch fehlendes Kühlwasser oder durch hitzebedingt erhöhte Ozon- und Feinstaubbelastung. Darum müsse die Bundesregierung mit "dem gebotenen Ernst auf die Klimakrise" reagieren.

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