Großbritannien weist Trumps Forderung nach irischer Wiedervereinigung zurück
Premierminister Andy Burnham bekräftigt, dass ein Referendum über den Verbleib Nordirlands im Vereinigten Königreich nicht zur Debatte steht.
Quick Look
- Die britische Regierung hat US-Präsident Trumps Wunsch nach einer Wiedervereinigung Irlands abgelehnt.
- Premierminister Andy Burnham betonte, dass ein Referendum über den Status Nordirlands nicht zur Diskussion stehe, was bei nordirischen Unionisten Zustimmung fand.
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Why It Matters
Das Karfreitagsabkommen von 1998 beendete drei Jahrzehnte der Gewalt in Nordirland. Ein Referendum über den Austritt aus dem Vereinigten Königreich ist gemäß dem Abkommen an die britische Regierung gebunden.
Großbritanniens Regierung hat die Forderung von US-Präsident Trump nach einem wiedervereinigten Irland zurückgewiesen. Ein Referendum über den Verbleib Nordirlands im Vereinigten Königreich stehe weiterhin nicht zur Diskussion, teilte das Büro von Premierminister Andy Burnham mit. Trump hatte zuvor anlässlich eines Besuchs in Irland über die Zukunft des Landes gesagt: »Ich würde es liebend gerne wieder vereint sehen.« Und weiter: »Das wäre fantastisch.« Die Einigung, sagte Trump, wäre »eine coole Sache«.
Schon vor einigen Wochen hatte Burnham gesagt, eine Volksabstimmung darüber, ob Nordirland das Vereinigte Königreich verlassen solle, sei »vom Tisch«. Diese Position erneuerte er nach den jüngsten Bemerkungen Trumps.
Gemäß dem Karfreitagsabkommen von 1998 kann ein Referendum über den Austritt Nordirlands aus dem Vereinigten Königreich nur nach Ermessen der britischen Regierung abgehalten werden. Damals beendete das Abkommen drei Jahrzehnte der Gewalt zwischen irischen Nationalisten, die ein vereinigtes Irland anstrebten, und Unionisten, die wollten, dass Nordirland Teil des Vereinigten Königreichs bleibt. Zwar zeigen Umfragen, dass eine komfortable Mehrheit in Nordirland für einen Verbleib im Vereinigten Königreich ist, doch hat sich der Abstand seit dem Brexit leicht verringert.
»Über die Zukunft Nordirlands entscheidet das nordirische Volk«
Trumps Äußerungen, die er während eines Besuchs in Dublin machte, lösten auch deutliche Kritik seitens der pro-britischen Unionisten in Nordirland aus. Gavin Robinson, der Vorsitzende der größten unionistischen Partei Nordirlands, der Democratic Unionist Party, sagte, eine Wiedervereinigung würde zur »Zerstörung unseres Landes« führen. »Über die verfassungsrechtliche Zukunft Nordirlands entscheidet das nordirische Volk, nicht Kommentare aus London, Dublin oder Washington«, schrieb Robinson, der Trump in der Vergangenheit öffentlich unterstützt hatte, auf X.
Frühere US-Präsidenten, darunter auch solche mit irischer Familiengeschichte wie Joe Biden, haben sich in Bezug auf die irische Wiedervereinigung stets neutral verhalten. Die US-Regierung spielte eine Schlüsselrolle bei der Aushandlung des Friedensabkommens von 1998.
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