
Nach dem Scheitern der Zollverhandlungen drohen beide Seiten mit Vergeltungsmaßnahmen, während die Rhetorik zwischen Ottawa und Washington schärfer wird.
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Die USA und Kanada befinden sich in einem Handelskonflikt, der durch Trumps Zollankündigungen ausgelöst wurde. Als rechtliche Grundlage dient der Smoot-Hawley Tariff Act von 1930.
Nach dem Scheitern der Zollverhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada geben sich beide Seiten gegenseitig die Schuld. Änderungswünsche in letzter Minute hätten die vielversprechenden Gespräche platzen lassen, sagen beide Regierungen und läuten damit die nächste Eskalationsstufe ein in einem Handelskonflikt, der nicht zur Ruhe kommen will.
Der Premierminister von Kanada, Mark Carney, greift zu martialischer Sprache. „Man ist im Krieg, wenn man angegriffen wird. Wir wurden angegriffen.“ US-Präsident Donald Trump stellte abermals die Eigenständigkeit Kanadas in Frage. „Kanada will die Vorteile genießen, ein Bundesstaat zu sein, ohne einer zu sein!!!“, kommentierte er auf seiner Plattform Truth Social.
Der Ärger begann, als Trump im Juli einen Zollhammer aus seinem Arsenal kramte und seine beständige Weigerung belegte, aus der Geschichte zu lernen. Er kündigte 50-Prozent-Zölle auf Importe aus Kanada im Umfang von 20 Milliarden Dollar an. Beim knapp 100 Jahre alten Gesetz, das die Rechtsbasis für Trumps Zölle liefert, handelt es sich um den Smoot-Hawley Tariff Act. In dessen Beurteilung sind sich Historiker insofern einig, dass er wie ein Brandbeschleuniger auf die damalige Weltwirtschaftskrise wirkte – mit den bekannten Folgen.
Zölle belasten die eigenen Bürger
Carney will die neuen Zölle Dollar für Dollar vergelten. Er findet dafür Rückhalt in den meisten politischen Lagern seines Landes, was Trump nicht für sich beanspruchen kann.
Bei allem berechtigten Zorn, dass die USA nach Abschluss des von Trump neu ausgehandelten und gefeierten nordamerikanischen Freihandelsabkommens ständig neue Zollkonflikte entfacht, darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Kanada selbst kein Musterknabe ist. Es ist im Gegenteil ein protektionistisches Land, das sogar den innerstaatlichen Handel schwer macht und einige seiner Industrien durch Handelshindernisse schützt.
Dabei wäre eine Wirtschaft, die im Wettbewerb zu Höchstleistungen gebracht wird, die beste Waffe gegen Trump. Politisch versteht man, dass Kanada die Zölle mit Gegenzöllen auf US-Importe kontern will. Aber Zölle bleiben Steuern, mit denen man seine eigenen Bürger bestraft. Das muss man wollen.
AI outlook — possibilities, not facts
Kanada wird Gegenzölle auf US-Importe erheben.
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Nach dem Scheitern von Verhandlungen haben die USA Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren verhängt. Kanada kündigte Gegenmaßnahmen an. Wirtschaftsvertreter warnen vor massiven wirtschaftlichen Folgen und einer weiteren Eskalation des Handelskonflikts.