Holocaust-Überlebende Irene Butter gestorben
Quick Look
- Die Holocaust-Überlebende Irene Butter ist im Alter von 93 Jahren in den USA gestorben.
- Sie überlebte das Konzentrationslager Bergen-Belsen, traf dort Anne Frank und engagierte sich jahrzehntelang als Zeitzeugin, insbesondere vor Schülerinnen und Schülern in den USA und Deutschland.
- 2024 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz für ihr Engagement.
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Why It Matters
Irene Butter wurde 1930 als Irene Hasenberg in Berlin geboren. Ihre Familie floh 1937 nach Amsterdam, wo sie im gleichen Viertel wie Anne Frank lebte. Nach der deutschen Besetzung der Niederlande wurden sie deportiert und kamen über Westerbork ins Konzentrationslager Bergen-Belsen. Dort traf sie Anne Frank erneut. Nach einem Häftlingsaustausch konnte sie in die USA ausreisen, während ihr Vater im Lager starb. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften und wurde Professorin an der University of Michigan.
Die Holocaust-Überlebende Irene Butter ist am Freitag im Kreise ihrer Familie und Freunde in den USA gestorben. Das bestätigte ihre Agentin Mary Bisbee-Beek gegenüber dem NDR. Jahrzehntelang klärte die Wirtschaftswissenschaftlerin über ihre Erfahrungen als Jüdin unter den Nazis auf.
Butter wurde 1930 als Irene Hasenberg in Berlin geboren. 1937 floh ihre Familie vor den Nazis nach Amsterdam - in das gleiche Viertel, in dem auch Anne Frank mit ihrer Familie lebte.
Deportation nach Bergen-Belsen
Nach dem Einmarsch der Deutschen in die Niederlande wurde die Familie Hasenberg deportiert und kam 1943 nach Westerbork in ein sogenanntes Durchgangslager. Dort sei eines Tages ein Paket angekommen, erinnerte sich Butter später. Ihr Vater hatte zuvor ecuadorianische Pässe bestellt, mit dem Plan, als ausländische Juden von den Nazis gegen in Ausland gefangene gehaltene deutsche Staatsbürger eingetauscht zu werden.
Trotzdem kamen sie zunächst in das Konzentrationslager Bergen-Belsen. Auch Anne Frank traf Irene Butter dort noch einmal wieder. Anne Frank starb in Bergen-Belsen.
Ausreise in die USA
Nach knapp einem Jahr kam es doch noch zu einem Austausch - Butters durch Zwangsarbeit und die menschenunwürdigen Bedingungen im KZ geschwächter Vater starb jedoch zuvor. Ihre Mutter und ihr Bruder kamen in ein Krankenhaus, so dass Irene alleine ausreisen musste: zunächst nach Algerien, dann in die USA.
Dort studierte sie schließlich Wirtschaftswissenschaften und wurde Professorin an der Universität von Michigan.
Engagement und Auszeichnung
Jahrzehntelang sprach Irene Butter nicht über ihre Vergangenheit - bis sie während einer Gesprächsrunde über Anne Frank ihre Meinung änderte. Dort habe sie ihre "Verantwortung erkannt und angefangen zu reden", erklärte Butter später.
Vor allem Schülerinnen und Schülern in den USA und in Deutschland erzählte sie ihre Geschichte. Dieses Engagement zeichnete die Bundesregierung 2024 mit dem Bundesverdienstkreuz aus.
Open Questions
- Warum sprach Irene Butter jahrzehntelang nicht über ihre Vergangenheit?
- Welche konkreten Auswirkungen hatte ihr Zeitzeugengeschicht auf Schülerinnen und Schüler?
- Gab es weitere Auszeichnungen neben dem Bundesverdienstkreuz 2024?





