Italien wird bis 2050 fast vier Millionen Einwohner verlieren
Quick Look
- Italien wird bis 2050 voraussichtlich fast vier Millionen Einwohner verlieren, da die Geburtenrate seit Jahren niedrig bleibt und die Zuwanderung den demographischen Rückgang nicht ausgleichen kann.
- Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatte die Förderung der Geburtenrate als politisches Ziel ausgegeben, doch der Trend setzt sich fort.
AI-generated summary
Why It Matters
Italien verzeichnet seit Jahren einen Rückgang der Geburtenrate, der zu einem demographischen Schrumpfen führt. Die Zuwanderung kann diesen Trend nur teilweise abfedern.
Italien wird in den kommenden Jahrzehnten deutlich schrumpfen – nicht die Fläche, aber die Bevölkerungszahl. Bis 2050 dürfte das Land fast vier Millionen Einwohner verlieren, wie aus neuen Prognosen des Statistikamts Istat hervorgeht. Die Zahl der Einwohner sinkt demnach von 58,9 Millionen (Anfang 2025) auf 55 Millionen im Jahr 2050. Bis 2080 wird ein Rückgang auf 45,8 Millionen erwartet.
Grund für den Rückgang ist nach Istat-Angaben vor allem der demographische Wandel, also die negative natürliche Bevölkerungsentwicklung: Auf die vergleichsweise wenigen Geburten kommen immer mehr Sterbefälle. Zwar könne Zuwanderung den Rückgang teilweise abfedern, sie reiche aber nicht aus, um ihn auszugleichen, hieß es.
Die Zahl der Geburten geht in Italien seit mehreren Jahren kontinuierlich zurück. Vergangenes Jahr sind so wenig Kinder zur Welt gekommen wie noch nie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs – nur noch 355.000 Geburten verzeichnete Istat 2025. Der Statistik nach bekommt eine Frau in Italien damit 1,14 Kinder.
Die niedrige Geburtenrate in dem einst so kinderreichen Land gehört seit Langem zu Italiens großen Problemen. In Europa liegt die Rate nur in wenigen Ländern wie Spanien und Malta noch niedriger. In Deutschland lag die Geburtenrate laut Statistischem Bundesamt 2025 bei 1,32 Kindern pro Frau.
Meloni wollte Geburtenrate fördern
Istat geht dem jüngsten Bericht zufolge davon aus, dass die jährliche Zahl der Geburten voraussichtlich bis 2030 weitgehend stabil bleiben wird. Bis 2050 werde sie aber auf 335.000 zurückgehen. Für die Zahl der jährlichen Todesfälle prognostiziert das Statistikamt mit Sitz in Rom konstant steigende Tendenzen.
Der demographische Wandel wird Italiens Wirtschaft auf Dauer schwer belasten. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erklärte in ihrer ersten Regierungserklärung die Förderung der Geburtenrate zu einem politischen Ziel ihrer rechten Regierung zu machen, sie setzte eine »Geburtenministerin« ein. Der Abwärtstrend setzt sich aber auch nach fast vier Jahren im Amt unter ihrer Regierung fort.
Schon seit Jahren zeichnet sich dieser Trend ab. »Wir sind alle Scheißmütter«: In Italien sinkt die Geburtenrate immer weiter, auch im europäischen Vergleich bildet das Land das Schlusslicht. Bloggerin Sarah Malnerich erklärt, woran das liegt – und ihre Kampagne dagegen. Lesen Sie das Interview hier.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die jährliche Zahl der Geburten in Italien wird bis 2050 auf 335.000 zurückgehen.
Likely · Within years
Die Bevölkerungszahl Italiens wird bis 2080 auf 45,8 Millionen sinken.
Likely · Within years
Open Questions
- Wie effektiv sind die bisherigen politischen Maßnahmen zur Geburtenförderung?
- Welche langfristigen wirtschaftlichen Folgen wird der Bevölkerungsrückgang für Italien haben?
- Kann eine erhöhte Zuwanderung den demographischen Rückgang langfristig ausgleichen?





