Nach der Verschärfung des Handelsstreits durch die USA kündigt die kanadische Regierung Schutzmaßnahmen für heimische Unternehmen und Arbeitnehmer an.
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Die Handelsbeziehungen zwischen den USA und Kanada sind historisch eng, wobei 70 Prozent der kanadischen Exporte in die USA fließen. Unter der Trump-Administration hat sich das Verhältnis aufgrund von Zöllen und politischer Rhetorik verschlechtert.
Die kanadische Regierung will an diesem Dienstag Gegenmaßnahmen auf die neuen US-Zölle verkünden. Die Minister für Finanzen, Industrie und Arbeit sowie weitere Regierungsvertreter werden die Gegenmaßnahmen auf einer Pressekonferenz in Ottawa vorstellen, teilte die Regierung mit. Demnach wollen die Minister »neue Maßnahmen ankündigen, um kanadische Arbeitnehmer und Unternehmen in diesen schwierigen Zeiten zu schützen und zu unterstützen«. Welche konkreten Maßnahmen geplant sind, ist offen.
Der Handelsstreit zwischen den USA und Kanada hatte sich am Wochenende nach dem Scheitern von Verhandlungen zugespitzt. In der Nacht zum Samstag traten US-Zölle von 50 Prozent auf bestimmte kanadische Waren in Kraft, darunter alkoholische Getränke, Milchprodukte, Hockeyschläger und Sperrholz. Kanadas Premierminister Mark Carney kündigte daraufhin Gegenzölle an. Sie sollen insbesondere die US-Stahl- und Milchindustrie treffen und am 8. September in Kraft treten.
US-Präsident Donald Trump kündigte am Montag außerdem an, die Zölle auf kanadische Fahrzeuge zu verdoppeln. Ab dem 1. Januar sollen Pkw, Lkw, Autoteile und Stahl aus Kanada mit einem Zoll von 50 Prozent belegt werden. Kanada habe die USA mit seinen Exporten »jahrelang über den Tisch gezogen«, schrieb Trump in seinem Onlinedienst.
Trump spricht von »lächerlich hohen Zöllen« gegen US-Agrarprodukte
Bisher beträgt der US-Zoll auf kanadische Autos 25 Prozent. Für die meisten Stahlprodukte aus Kanada gilt bereits ein Zollsatz von 50 Prozent. Trump begründete die geplante Erhöhung unter anderem mit den aus seiner Sicht »lächerlich hohen Zöllen«, die Kanada auf US-Agrarprodukte erhebe. Mit den neuen Maßnahmen würde der Handelskonflikt zwischen den beiden Nachbarländern weiter verschärft.
Die Wirtschaften der USA und Kanadas sind eng miteinander verbunden. Für Kanada sind die Vereinigten Staaten mit Abstand der wichtigste Handelspartner. Rund 70 Prozent aller kanadischen Exporte gehen in die USA. Umgekehrt ist auch die US-Wirtschaft in vielen Bereichen auf Waren und Rohstoffe aus Kanada angewiesen. Unter Trump hat sich die traditionell enge Beziehung zwischen den beiden Ländern jedoch deutlich verschlechtert. Zusätzlich für Spannungen sorgen die wiederholten Äußerungen des US-Präsidenten, Kanada solle künftig Teil der Vereinigten Staaten werden. Kanada weist diese Forderung entschieden zurück.
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Kanada stellt am Dienstag offizielle Gegenmaßnahmen vor.
Very likely · Within days
US-Zölle auf kanadische Fahrzeuge steigen zum 1. Januar auf 50 Prozent.
Likely · Within months

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