
Premierminister Mark Carney sucht nach Alternativen zum US-Handelspartner und plant Rede vor dem EU-Parlament
AI-generated summary
Kanada sucht nach einer engeren Zusammenarbeit mit der EU, während die Spannungen mit den USA unter Donald Trump zunehmen. Das Land strebt dabei weitreichende Möglichkeiten außerhalb einer Vollmitgliedschaft an.
Mark Carney sprach von einer „einzigartigen Allianz“ mit der Europäischen Union, die Kanada anstrebe. Es gehe nicht um eine Mitgliedschaft, versicherte der kanadische Ministerpräsident am Sonntag gegenüber einer Journalistin. Man teile aber dieselben Werte, habe dieselben Prioritäten. „Unsere Stärken ergänzen sich hervorragend“, fügte Carney hinzu. Es war das erste Mal, dass er sich zu den Berichten äußerte, wonach Kanada eine engere Zusammenarbeit mit den Europäern anstrebt. Laut dem „Wall Street Journal“ will das Land „assoziiertes Mitglied“ des Bündnisses werden.
Sichtbarer war die Entfremdung Kanadas von seinem traditionell wichtigsten Handelspartner, den Vereinigten Staaten, selten. Donald Trump veröffentlichte in der vergangenen Woche ein Bild im Cartoon-Stil: Carney und er tragen darauf Eishockey-Ausrüstung, der kanadische Ministerpräsident liegt am Boden, der amerikanische Präsident steht über ihm. Dazu heißt es: „Steh auf, Gouverneur.“ Eine Anspielung auf Trumps Dauerforderung, Kanada solle 51. Bundesstaat der Vereinigten Staaten werden.
Am Mittwoch spricht Carney vor dem EU-Parlament
Carney verzichtete in seinen jüngsten Bemerkungen auf die Erwähnung des Nachbarlandes, doch der Handelsstreit wird längst offen ausgetragen. Der Blick des kanadischen Premiers ist deswegen offenbar nach Europa gerichtet. Neben einer Reise in das Vereinigte Königreich soll er am Mittwoch vor dem Europäischen Parlament in Straßburg sprechen. Unterredungen mit den Europäern, sagte Carney am Wochenende, sollten bald beginnen.
Nach Informationen des „Wall Street Journal“ strebt Carney, der in Oxford studiert hat und vormals Zentralbankchef in London war, eine enge Zusammenarbeit mit der EU an. Er soll seinen Sondergesandten für Europa, John Hannaford, angewiesen haben, die weitreichendsten Möglichkeiten außerhalb einer Vollmitgliedschaft auszuloten. Dabei ginge es neben der Zusammenarbeit bei Themen wie Energie, Künstliche Intelligenz, Forschung und Verteidigung demnach auch um den reibungslosen Austausch von Waren und Arbeitskräften, sprich den Zugang zum europäischen Binnenmarkt mit einem Wert von rund 18 Billionen Euro.
Eine Mehrheit der Kanadier unterstützt die Regierung in ihrer kritischen Haltung gegenüber den Schikanen aus Washington. Aber der Vorstoß in Richtung Europa bietet innerkanadischen Kritikern auch Angriffsfläche.
Konkurrent warnt vor europäischer Einwanderungspolitik
Pierre Poilievre, der konservative Widersacher Carneys, nahm die Äußerungen zum Anlass für einen erbosten Beitrag auf Facebook. Der Ministerpräsident sei realitätsfern, schrieb er am Sonntagabend. Während die Kanadier wirtschaftlich in einer schwierigen Lage seien, erfahre man „aus einer ausländischen Zeitung“ von geheimen Gesprächen mit den Europäern. Kanada werde niemals 51. Bundesstaat der USA und niemals 28. Mitgliedsland der EU. Dann nahm Poilievre Bezug auf ein populistisches Brandthema: Ob künftig auch europäische Grenzpolitik in Kanada angewendet würde? Ob das Einwanderungssystem dann weiter überlastet würde, „während unsere Jugend keine Wohnungen mehr findet?“.
Nach großem Zulauf für die Konservativen, die sich Trumps Rhetorik zur Migration anschlossen, hatte der Liberale Carney die Wahl 2025 auch deswegen drehen können, weil er den Kanadiern ihre Unabhängigkeit und Widerstand gegen Washington versprochen hatte. Auch angesichts von Unabhängigkeitsbestrebungen in den Provinzen Alberta und Quebec könnte Ottawa zögerlich sein, für eine engere Bindung an die EU Souveränitätsrechte abzutreten. Präsident Trump reagierte auf das angekündigte mögliche Bündnis zunächst mit den üblichen Parolen. Kanada sei „das schlimmste Land“ für Verhandlungen. Es wolle aber unbedingt einen Deal mit ihm machen.
Der Weg zu einer kanadischen Übereinkunft mit den Europäern dürfte noch weit sein. Zwar soll Carney in den vergangenen Monaten persönlich mit fast allen europäischen Staats- und Regierungschefs gesprochen haben. Aber auch das 2016 unterzeichnete Freihandelsabkommen CETA hatten nicht alle EU-Mitgliedstaaten ratifiziert. Und Sondervereinbarungen könnten bei anderen Ländern Begehrlichkeiten wecken.
AI outlook — possibilities, not facts
Mark Carney wird vor dem EU-Parlament in Straßburg sprechen.
Very likely · Within days
The Saxon Prime Minister Michael Kretschmer defends the establishment of armaments companies in Saxony as economically necessary. At the same time, he criticizes Germany's role in the Ukraine war and calls for a stronger deterrent capability.
The legal scholar Daniel Thym analyzes the concept of 'return hubs' in third countries. He assesses this as a politically sensible interim solution to enforce the obligation to leave the country, but calls for a fundamental structural reform of asylum law.

In Rovaniemi, EU states led by Chancellor Merz decided to expand their presence in the Arctic. The aim is to limit the influence of Russia, China and the USA, increase security and develop economic potential.

The Trump administration is threatening to close the Kennedy Center due to alleged storm damage. As a condition of a financial rescue, President Trump is again demanding that the institution be renamed in his name, after previous attempts were blocked by the courts.

At the Arctic summit in Rovaniemi, Chancellor Friedrich Merz and representatives from eleven other EU states decided to cooperate more closely. The aim is to strengthen the European presence in the face of geopolitical tensions and new economic opportunities.

Jens Stoltenberg and Helga Maria Schmidt take over the leadership of the Munich Security Conference (MSC) as dual leaders. They will replace Wolfgang Ischinger before the 63rd conference in February 2027, after Stoltenberg's inauguration was previously delayed due to a government task in Norway.