In einem Podcast-Interview äußerte sich AfD-Chefin Weidel zu Russland, Migration und ihrer Haltung zu Marine Le Pen.
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AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel äußerte sich im britischen „Economist“ zu außen- und innenpolitischen Themen.
Die Co-Vorsitzende der AfD, Alice Weidel, hält den ukrainischen Abwehrkampf gegen Russland für verloren. In einem Podcast-Interview mit dem britischen „Economist“ erklärte sie ihre Haltung zu Russland, aber auch zur deutschen Finanz- und Migrationspolitik.
Es sei „falsch, die Finanzierung eines bereits verlorenen Krieges zu verlängern“, die Ukraine könne nicht gegen Russland gewinnen – sie sei „zu klein“. Deutschland solle Druck auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ausüben und einer „Germany First“-Doktrin folgen, indem man wie US-Präsident Donald Trump über Diesel-Lieferungen aus Russland verhandle.
Der Krieg „gefährde Deutschland“, indem das Land selbst zum Ziel werden könnte, so Weidel. Den Drohnen-Vorfall am Leipziger Flughafen wollte sie jedoch mangels Beweisen nicht als russischen hybriden Angriff benennen. Stattdessen verwies sie auf den mutmaßlich ukrainischen Anschlag auf die Nord-Stream-Gaspipelines.
Als die Journalistin Weidel entgegnete, dass Putin kein Interesse an einem Frieden habe, entgegnete die AfD-Politikerin: „Das ist, was Sie sagen. Können Sie mir einen Beweis nennen, dass Selenskyj an Frieden interessiert ist?“ Man müsse neben ukrainischen auch russische Sicherheitsinteressen berücksichtigen. Die Journalistin nennt als Beispiele für Selenskyjs Friedenswillen die jüngsten Gespräche der Ukraine in den USA sowie Selenskyjs Bereitschaft für eine von Trump angeregte „Energie-Waffenruhe“.
In einem begleitenden Artikel bezeichnete der „Economist“ das Gespräch als „rhetorisches Judo“. Immer wieder begegne Weidel Fragen mit Gegenfragen statt Antworten. Oft sei schwer nachzuvollziehen, wofür sie eigentlich stehe.
Im weiteren Verlauf des Gesprächs behauptete Weidel, es sei ein „Mythos“, dass die AfD aus dem Euro aussteigen wollte. Vor der Bundestagswahl 2025 hatte diese Forderung jedoch noch im Wahlprogramm gestanden. Anfang Oktober hatten Medien mit Verweis auf ein internes Strategiepapier über einen plötzlichen Kurswechsel berichtet.
Die AfD-Chefin äußerte sich zudem kritisch über die französische Politikerin Marine Le Pen vom Rassemblement National. Mit ihren Schuldenplänen würde sie es sich einfach machen, sei doch Frankreich ein Empfänger von deutschen EU-Geldern.
Auch in der Migrationspolitik wurde sie deutlich: „100 Prozent der syrischen Staatsbürger“ müssten gehen, ebenso wie Afghanen und Ukrainer, sobald der Krieg beendet sei. Insgesamt, so Weidel, summiere sich diese Zahl auf ungefähr „vier Millionen“ Menschen.

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