Leiterin eines russischen Kinderhospizes wegen Armeekritik festgenommen
Lida Moniawa drohen bis zu zehn Jahre Haft wegen angeblicher Falschinformationen über die russischen Streitkräfte.
Quick Look
- Die Leiterin eines Moskauer Kinderhospizes, Lida Moniawa, wurde wegen angeblicher Falschinformationen über die russische Armee festgenommen.
- Grund ist ein Telegram-Beitrag von 2023 mit UN-Daten zu zivilen Opfern.
- Ihr drohen bis zu zehn Jahre Haft.
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Why It Matters
Russland geht seit Beginn des Ukrainekriegs verstärkt juristisch gegen Kritiker der Streitkräfte vor.
In Russland ist die Leiterin eines Kinderhospizes wegen angeblicher Kritik an der russischen Armee festgenommen worden.
Seine Mandantin Lida Moniawa werde verdächtigt, »Falschinformationen« über die russischen Streitkräfte verbreitet zu haben, sagte ihr Anwalt Michail Birjukow am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Die Anklage wirft der 38-Jährigen demnach vor, aus »politischem Hass« gehandelt zu haben. Im Falle einer Verurteilung drohen ihr bis zu zehn Jahre Haft.
Moniawa ist Gründerin und Leiterin einer Wohltätigkeitsorganisation mit Sitz in Moskau, die sich für die Sterbebegleitung von Kindern und jungen Erwachsenen einsetzt. Ihre Festnahme geht ihrem Anwalt zufolge auf einen Beitrag im Onlinedienst Telegram von 2023 anlässlich des ersten Jahrestags des Ukrainekriegs zurück. Darin verwies Moniawa demnach auf Uno-Daten zu Tausenden zivilen Opfern.
Russin bekannte sich »nicht schuldig«
Das für die Verfolgung besonders schwerwiegender Straftaten zuständige russische Ermittlungskomitee teilte mit, dass Moniawa wegen der »vorsätzlichen Verbreitung von Falschinformationen über den Einsatz der russischen Streitkräfte« angeklagt worden sei. »Moniawa wurde festgenommen. Bei der Vernehmung bekannte sie sich hinsichtlich der ihr zur Last gelegten Tat nicht schuldig«, hieß es in der Erklärung.
Die russische Medienaufsichtsbehörde hat inländische Nachrichtenmedien angewiesen, bei der Berichterstattung über den Konflikt ausschließlich »offizielle russische Quellen« zu nutzen. Dadurch sind sie auf Informationen beschränkt, die vom russischen Verteidigungsministerium bereitgestellt werden.
Geschichtsfälschung nach Kremlart: »Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft«, heißt es in George Orwells dystopischem Roman »1984«. Russlands Präsident Putin scheint nach genau diesem Motto zu agieren und überzieht Europa mit Aggression.
Open Questions
- Wann findet der Prozess gegen Moniawa statt?






