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Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gewonnen und gilt dort als gesichert rechtsextrem.
Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gewonnen. Die Partei gilt in dem Bundesland als gesichert rechtsextrem.
Lesen Sie hier alle Wahlergebnisse im Detail.
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund zeigt sich offen für eine Koalitionsregierung.
Wie kann es jetzt weitergehen in Sachsen-Anhalt? Wichtige Fragen und Antworten
Angelika Finkenwirth
»Wir sind Opposition – der Regierungsauftrag liegt jetzt bei der AfD"
Am Tag nach dem Absturz der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sieht Ministerpräsident Sven Schulze für seine Partei keinen Anspruch mehr auf eine Regierungsverantwortung. »Wir sind Opposition – der Regierungsauftrag liegt jetzt bei der AfD", sagte Schulze in Berlin. Die AfD bereitet sich nach ihrem Wahlsieg auf eine Regierungsübernahme vor und sucht bereits Unterstützung für eine »stabile Mehrheit".
SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann will unter Umständen einen überparteilichen Ministerpräsidenten unterstützen. Dies sei keine bevorzugte Option für ihn. »Aber wenn es zur Auflösung einer Blockade führen könnte, sollte man es auch nicht a priori absolute lehnen«, sagte er.
Die Spitzen der Parteien bemühten sich um Schadensbegrenzung. Vizekanzler Lars Klingbeil versprach, entschlossen für ein Deutschland der Toleranz einzutreten. Seine Co-Vorsitzende bei der SPD, Bärbel Bas, sprach von einem tiefen Einschnitt für die Demokratie in Deutschland. Die SPD nehme die politische Tragweite des Ergebnisses ernst.
Angesichts wachsender Sorgen vor einer extrem rechten, AfD-geführten Regierung verwies Bundeskanzler Friedrich Merz auf die wehrhafte Demokratie der Bundesrepublik Deutschland. »Ich will allen Menschen in unserem Land versichern: Unsere Institutionen sind wehrhaft und stabil«, sagte der CDU-Chef. »Und die von mir geführte Bundesregierung wird dafür sorgen, dass das Grundgesetz durchgesetzt wird. Diese Botschaft geht auch an unsere Freunde in Europa und in der ganzen Welt.«
Bernard Darko
Hendrik Wüst warnt vor Naivität im Umgang mit AfD
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst hat vor den Folgen einer möglichen Regierungsübernahme der AfD in Sachsen-Anhalt gewarnt. »Wir dürfen jetzt nicht naiv sein und glauben, die AfD würde sich schon irgendwie von selbst entzaubern«, sagte der CDU-Politiker in der Hauptstadt. »Die haben einen Plan mit diesem Land, und es ist kein guter Plan.« Die AfD wolle ihre Vorhaben zur Umgestaltung von Bildung, Sicherheit, Medien oder Kultur umsetzen, sagte Wüst. Er erinnerte daran, dass Justiz oder Polizei Ländersache seien. »Die Personalentscheidungen, wer die Polizei führt, wer Gerichten vorsitzt, das sind Länderentscheidungen. Insofern nicht naiv sein, was dort jetzt in Sachsen-Anhalt ansteht«, mahnte Wüst.
Es gebe viele Menschen, die Angst vor der Entwicklung hätten. »Menschen mit Migrationshintergrund, queere Menschen, Menschen jüdischen Glaubens, Menschen mit Behinderung, die jetzt Angst haben, sollen wissen: Der Bund und auch die Länder werden sie nicht aus dem Auge verlieren, werden achtgeben darauf, was in Sachsen-Anhalt vorangeht, was dort jetzt passiert«, sagte Wüst. »Auch in Sachsen-Anhalt gilt weiterhin das Grundgesetz und nicht das völkische Programm der AfD.«
Lino Wimmer
ifo-Präsident Fuest sieht »Standortnachteil« für den Osten
Clemens Fuest hat vor rückgängigen Investitionen in Ostdeutschland gewarnt. »In den ostdeutschen Bundesländern haben Parteien wie BSW, Linke und AfD derzeit Mehrheiten«, sagte der Chef des ifo Instituts dem Magazin Capital. Dass eine Regierung ohne diese Parteien nicht mehr möglich sei, gelte Unternehmen als Standortnachteil.
»Wenn das Risiko hoch ist, dass Parteien in einer Region an die Regierung kommen, die für unternehmerische Tätigkeit schlechte Bedingungen schaffen, dann werden die Investitionen sinken«, prognostizierte Fuest, der auch Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung ist. Zudem hätten Wähler in einer Demokratie ein Recht darauf, »sich für wirtschaftlichen Niedergang zu entscheiden«.
Angelika Finkenwirth
SPD führt keine Personaldebatte über Merz
Heute blicken auch viele nach Berlin und auf die Konsequenzen, die die Parteien aus dem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt ziehen. Friedrich Merz hat offenbar nichts von seinem Koalitionspartner zu befürchten. In den Gremien der SPD seien keine Personalfragen mit Blick auf Bundeskanzler Friedrich Merz aufgekommen. »Von unserer Seite gab es in den Gremien überhaupt keine Diskussion über personelle Konsequenzen«, sagte SPD-Chef Lars Klingbeil.
Klingbeil betonte den gemeinsamen Regierungsauftrag von SPD und Union: »Wir sind angetreten, als SPD gemeinsam mit der Union Verantwortung für Deutschland zu übernehmen.« Die Wahl in Sachsen-Anhalt hinterlasse zwar Spuren, nun richte sich der Blick für die SPD jedoch zuerst auf die kommenden Wahlen.
Bernard Darko
SPD will Nutzen von Reformen besser erklären
Als Konsequenz aus dem Wahlerfolg der AfD will die SPD gemeinsam mit dem Koalitionspartner CDU daran arbeiten, den Menschen den Nutzen der geplanten Reformen besser zu vermitteln. Es gehe nicht nur darum, besorgten Menschen rhetorisch zu erklären, worum es gehe, sondern auch, was dadurch besser werde, sagte die SPD-Co-Vorsitzende Bärbel Bas. »Wir tragen gemeinsam Verantwortung. Wir brauchen zum einen die Stabilität jetzt in dieser Bundesregierung.«
Womöglich werde es ganz schwierig, in Sachsen-Anhalt überhaupt eine Regierung zu bilden, sagte Bas. »Und jetzt noch die Bundesregierung in ein Chaos zu stürzen, das kann nicht unser Weg sein, aber wir müssen trotzdem was ändern«, ergänzte sie mit Blick auf die geplanten Reformen.
Zugleich betonte Bas, dass die Bundesregierung insbesondere »Sozialreformen nicht gegen die Menschen machen« dürfe. »Wenn Menschen hören, dass sie mehr und länger arbeiten sollen, weniger krank sein sollen und es grundsätzlich härter wird, dann schafft das Verunsicherung – das richtet sich ganz offenkundig gegen Merz«, sagte Bas. Nun müsse man mit dem Kanzler darüber reden, »wie wir den Menschen die Angst nehmen für die Reformen«.
Lino Wimmer
Israels Botschafter verlangt Brandmauer gegen Antisemitismus
Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, hat die Behörden aufgefordert, härter gegen Antisemitismus vorzugehen. Es brauche nach dem AfD-Wahlerfolg »an allen Fronten eine Brandmauer gegen den Antisemitismus«, sagte Prosor den Funke-Zeitungen.
Die Wahlergebnisse müssten jeden Menschen beunruhigen, dem die Zukunft des jüdischen Lebens in Deutschland am Herzen liege. »Nur 80 Jahre nach der Schoah erzielte eine Partei, deren Führungskräfte das Berliner Holocaustmahnmal als ›Denkmal der Schande‹ bezeichneten, Rekordzuwächse.«
Bernard Darko
Klingbeil verspricht Einsatz für weltoffenes Deutschland
Vizekanzler Lars Klingbeil hat nach dem AfD-Wahlsieg ein entschlossenes Eintreten für ein Deutschland der Toleranz versprochen. Seit gestern hätten sich viele Menschen an seine Partei gewandt, die die Geschehnisse in Sachsen-Anhalt mit Sorge und Angst verfolgt hätten und sich fragten, wie sich ihr Leben verändern werde, wenn es dort zu einer rechtsextremen Regierung komme, sagte der SPD-Vorsitzende. »Und diesen Menschen wollen wir als Sozialdemokraten persönlich mit aller Klarheit versprechen, dass wir alles dafür tun, dass wir gut und sicher in Deutschland leben können. Wir tun alles dafür, dass Deutschland ein weltoffenes Land bleibt.«
Es sei bitter, dass im Jahr 2026 auf einmal eine völkische, rechtsextreme Partei mit fast 44 Prozent in einem Landtag vertreten sei. Die AfD bekomme Applaus von Donald Trump, von Wladimir Putin, von Elon Musk, sagte Klingbeil. »Alleine das spricht Bände.«
Angelika Finkenwirth
Grüne fordern Konsequenzen von Merz
Die Grünen fordern von Bundeskanzler Friedrich Merz einen Kurswechsel. Ein »Weiter so« sei nun »die denkbar falsche Reaktion«, sagte Felix Banaszak. Der Co-Parteichef der Grünen forderte, dass der Kanzler und die Bundesregierung ihrer Verantwortung gerecht würden. Merz hätte das Ergebnis erwarten und mehr als »blutleere Floskeln und Phrasen« vorbereiten müssen.
Die Grünen in Sachsen-Anhalt wollen versuchen, ein von der AfD geführtes Kabinett zu verhindern. »Wir werden bis zur letzten Sekunde dafür kämpfen, dass es eine andere Lösung, eine andere Regierungsoption in Sachsen-Anhalt geben wird«, sagte Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz. Das werde allerdings schwierig. CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze habe seine Partei zur Opposition erklärt, womit »die augenscheinlichste Option auf eine demokratische Regierung passé« sei.
Lino Wimmer
SPD zieht überparteilichen Ministerpräsidenten in Betracht
Der SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann will unter Umständen einen überparteilichen Ministerpräsidenten unterstützen. Dies sei keine bevorzugte Option für ihn; »aber wenn es zur Auflösung einer Blockade führen könnte, sollte man es auch nicht a priori ablehnen«, sagte Willingmann bei einer Pressekonferenz der SPD in Berlin.
Zuerst hatte das BSW einen »überparteilichen« Kandidaten ins Spiel gebracht, der keinem der politischen Lager angehören soll. Welche Person dafür infrage käme, ist bisher aber unklar.
Angelika Finkenwirth
Kretschmer fordert parteiübergreifende Lösung
Nach dem schlechten Abschneiden der bisher regierenden CDU in Sachsen-Anhalt hat Sachsens CDU-Chef Michael Kretschmer gefordert, »über Parteigrenzen hinweg« nach Lösungen zu suchen. Die Union werde den notwendigen Ruck in Deutschland nicht allein erreichen, sagte Kretschmer dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. »Es braucht einen breiten gesellschaftlichen Konsens über Parteigrenzen hinweg. Haltung ersetzt das Handeln nicht.« Die Menschen erwarteten Lösungen bei Migration, Sicherheit, Energiepreisen, Wirtschaft und Arbeitsplätzen – »und einen Staat, der funktioniert«.
Bernard Darko
Bärbel Bas sieht Wahlergebnis als »tiefen Einschnitt«
Die Co-Vorsitzende der SPD, Bärbel Bas, hat das Ergebnis bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt als einen tiefen Einschnitt für die Demokratie in Deutschland bezeichnet. Zwar habe die AfD keine absolute Mehrheit erreicht, sagte Bas. »Aber das ist keine Entwarnung, sondern eine klare Warnung.« Die SPD nehme die politische Tragweite des Ergebnisses ernst.
»Wir stehen weiterhin an der Seite all jener, die gestern die Demokratie gewählt haben«, sagte Bas. »Als SPD jubeln wir nicht über unser Ergebnis, aber die Schlussmobilisierung hat gezeigt, dass unser demokratisches Fundament stabiler ist, als es die AfD gerne hätte.«
Mathis Gann
Merz will »keinen Millimeter« von Unterstützung der Ukraine abweichen
Bundeskanzler Friedrich Merz hat vor dem Hintergrund der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt seine Kritik an Russlands Führung bekräftigt. Mit der AfD, der Linken und dem BSW hätten »genau 57,7 Prozent der Wählerinnen und Wähler« Parteien gewählt, die die Unterstützung für die Ukraine infrage stellen, sagte Merz.
„Wenn wir diese Art der Selbstverteidigung nicht mehr wollen, dann gerät etwas ins Rutschen. Und ich werde alles tun, was in meiner Kraft steht, um das zu verhindern.“
Die Gefährdung der inneren Sicherheit in Deutschland sei nicht abstrakt, sondern sehr konkret. »Wenn wir die Unterstützung der Ukraine einstellen, wird es morgen nicht besser, sondern noch schlimmer.« Das Ziel der russischen Staatsführung sei »die Destabilisierung der Werteordnung dessen, was wir früher den Westen genannt haben«. Doch diese Werteordnung stehe nicht zur Debatte.
Er werde von seiner »Grundüberzeugung, dass wir unsere Freiheit gerade jetzt auch gegen Russland verteidigen müssen, keinen Millimeter abweichen«, sagte der Kanzler. Allerdings werde er seine Position intensiver erläutern und mit Fakten unterlegen müssen. Das habe die Bundesregierung etwa beim Anschlag auf den Leipziger Flughafen versucht. Außenpolitisch und sicherheitspolitisch sei »absolute Klarheit notwendig«.
Mathis Gann
Schulze weist Sorgen vor CDU-»Überläufern« zurück
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze hat Sorgen davor, dass CDU-Landespolitiker in die Reihen der AfD-Fraktion wechseln könnten, zurückgewiesen. In der CDU-Fraktion werde es »mit Sicherheit niemanden geben«, der dafür in infrage komme, sagte Schulze.
Sollte die AfD in Regierungsverantwortung kommen, so werde dafür eine andere Partei verantwortlich sein. »Glauben Sie mir: BSW von Frau Wagenknecht wird dafür sorgen, dass die AfD hier den Ministerpräsidenten stellt«, sagte Schulze.
Zugleich zeigte sich Schulze irritiert über das Werben der AfD um Unterstützung aus anderen Parteien. Während des Wahlkampfs habe die AfD »ganz klar gesagt«, dass sie nur mit eigenen Abgeordneten regieren wolle. Deshalb wundere es ihn, dass nun Wahlverspechen gebrochen würden und es entsprechende Diskussionen gebe, obwohl die AfD keine eigene absolute Mehrheit habe.
Mathis Gann
Bundeskanzler verspricht Schutz der demokratischen Ordnung
Angesichts wachsender Sorgen vor einer extrem rechten, AfD-geführten Regierung hat Bundeskanzler Friedrich Merz auf die wehrhafte Demokratie der Bundesrepublik Deutschland verwiesen. »Ich will allen Menschen in unserem Land versichern: Unsere Institutionen sind wehrhaft und stabil«, sagte der CDU-Chef.
„Unsere Institutionen sind wehrhaft und stabil.“
Aufgrund seiner Geschichte trage Deutschland eine besondere Verantwortung. »Wir werden unsere politische Ordnung und unsere feste Verankerung in Europa immer aufrechterhalten«, versprach der Kanzler. Das Grundgesetz schütze und garantiere die demokratische Ordnung. »Und die von mir geführte Bundesregierung wird dafür sorgen, dass das Grundgesetz durchgesetzt wird. Diese Botschaft geht auch an unsere Freunde in Europa und in der ganzen Welt.«
Mathis Gann
Merz will Menschen »emotional« erreichen
Nach der schweren Niederlage der CDU in Sachsen-Anhalt hat Parteichef Friedrich Merz auch die Kommunikation der von ihm geführten Bundesregierung kritisiert. Zugleich verteidigte er den Reformkurs der schwarz-roten Koalition.
»Unser Land braucht grundlegende Reformen«, sagte der Bundeskanzler. Darin sei er sich auch mit dem Koalitionspartner SPD einig. Bei den Reformen
According to the article, the AfD success in Saxony-Anhalt did not affect the political system, but rather frightened people in the immediate vicinity of the voters, who are now confronted with authoritarian and racist ideas. Many AfD supporters consciously chose a familiar worldview, despite the party's open German nationalist positions in the election campaign. The author rejects the interpretation as a mere wake-up call and concludes that many voters have turned away from community and empathy in a right-wing parallel world that is far removed from the facts.
In response to German sanctions, Russia is closing all Goethe Institutes and the Consulate General in St. Petersburg. Berlin accuses Moscow of an explosive attack at Leipzig/Halle Airport.

Chancellor Friedrich Merz was shocked by the AfD's sweeping election victory in Saxony-Anhalt, but emphasized that giving up was not an option for him. He acknowledged his own mistakes, announced talks with the SPD about reforms and faces challenges from within his own party ahead of state elections in Berlin and Mecklenburg-Western Pomerania on September 20.

After criticizing the Chancellor, Bundestag President Bärbel Bas is calling for changes in the government coalition and talks with Friedrich Merz about the country's future course.

The historic election victory of the AfD in Saxony-Anhalt is causing concern nationwide and among financial investors. Ulrike Hinrichs from BVK describes the result as a clear warning signal.

US President Donald Trump shared a screenshot of a German-language projection on his Truth Social platform in which the AfD is clearly ahead in Saxony-Anhalt. The screenshot apparently comes from the Tagesschau website. Trump did not comment further on the post.