Kurz vor einer Abstimmung über einen AfD-Antrag zur Parlamentsauflösung zieht Mario Voigt die Klage gegen die TU Chemnitz zurück.
AI-generated summary
Die TU Chemnitz hatte Mario Voigt den Doktortitel entzogen, woraufhin dieser Klage einreichte. Die AfD nutzte das Thema politisch, um Voigt unter Druck zu setzen.
Kurz vor einer Abstimmung über einen AfD-Antrag zur Auflösung des Landtags hat Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt den Rechtsstreit um seinen Doktortitel für beendet erklärt. Als Ministerpräsident gehöre seine Aufmerksamkeit den Bürgerinnen und Bürgern, sagte der CDU-Politiker in einer Pressekonferenz im Thüringer Landtag. «Und deswegen habe ich mich entschieden, den Rechtsstreit um meine Dissertation einzustellen.»
Besonders die oppositionelle AfD mit ihrem Landespartei- und Fraktionschef Björn Höcke hatte immer wieder den Scheinwerfer auf das Thema gerichtet und Voigt damit politisch unter Druck gesetzt. Die AfD-Fraktion strengte im Thüringer Landtag bereits zwei konstruktive Misstrauensvoten an, die Voigt stürzen sollten, aber scheiterten.
Voigts Ankündigung, den Rechtsstreit um seine Doktorarbeit zu beenden, kam eine halbe Stunde vor einer Sondersitzung des Landtags, bei der auf Antrag der AfD-Fraktion über eine Auflösung des Parlaments entschieden werden soll. Es gilt jedoch als unwahrscheinlich, dass die dafür nötige Zweidrittelmehrheit erreicht wird. Voigt sagte dazu, es werde versucht, Unfrieden und Chaos zu stiften.
Dem 49-Jährigen hängt die Debatte um seine Doktorarbeit schon seit dem Landtagswahlkampf 2024 an, als erste Plagiatsvorwürfe aufgekommen waren. Die Dissertation stammt aus dem Jahr 2008 und trägt den Titel: «Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf: George W. Bush gegen John F. Kerry».
Als die Entscheidung der Technischen Universität Chemnitz bekannt wurde, Voigt den Doktortitel zu entziehen, kündigte der Regierungschef umgehend rechtliche Schritte an. «Der wissenschaftliche Kern meiner Arbeit ist von den Vorwürfen nicht betroffen», sagte der CDU-Politiker damals in einer Mitteilung. In einer Pressekonferenz beteuerte er, dass er die Dissertation nach besten Wissen und Gewissen verfasst habe. «Und deswegen kämpfe ich für meine Doktorarbeit», sagte er damals.
Nun gibt er diesen Kampf auf - beharrt aber auf seiner Einschätzung. «An meiner Position hat sich nichts geändert, nur an der Bewertung, was wichtig ist», sagte er. Nach seinem gescheiterten Widerspruch bei der TU Chemnitz hatte Voigt Klage beim Verwaltungsgericht in Chemnitz eingereicht. Das Verfahren habe sich noch in einem frühen Stadium befunden, sagte er nun auf Nachfrage. Er habe die Klage am Mittwochmorgen zurückgenommen. Die Entscheidung falle ihm nicht leicht. Seine Anwälte hätten ihm geraten, das Verfahren fortzuführen. Er wolle sich ohne Abstriche «darauf konzentrieren, was vor uns liegt», sagte er.
Der Regierungschef begründete seinen Schritt auch mit der politischen Lage, die sich mit den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und in Mecklenburg-Vorpommern spürbar verändert habe. «Die Härte der politischen Auseinandersetzung, die fordert vollen Einsatz», sagte er. Zudem gebe es veränderte Mehrheitsverhältnisse im Thüringer Landtag. Voigt spielte damit auf das Zerbrechen der BSW-Fraktion - seinem Koalitionspartner - an. Inzwischen haben sich zehn der ursprünglich 15 Abgeordneten zu einer neuen Fraktion mit dem Namen Thüringen.Gerecht zusammengeschlossen und stützen die Landesregierung. Voigts Patt-Koalition ist damit jedoch zu einer richtigen Minderheitsregierung geschrumpft.
Angesichts der Entwicklungen in Sachsen-Anhalt müsse man sich auch in Thüringen fragen, «wie wir erfolgreich 2029 sein können», sagte Voigt. Im Jahr 2029 steht die nächste reguläre Landtagswahl in Thüringen an.
AI outlook — possibilities, not facts
Abstimmung über die Auflösung des Landtags
Very likely · Within hours

The election of AfD politician Tobias Rausch as state parliament president in Saxony-Anhalt causes horror in the CDU. Since Rausch received more votes than the AfD and BSW combined, there is suspicion that MPs from other parties voted for him.
In Magdeburg, Tobias Rausch, an AfD politician, was elected President of Parliament for the first time. Research suggests that in addition to the AfD and BSW, CDU MPs also voted for him and for Vice President Hans-Thomas Tillschneider.

The election of AfD politician Tobias Rausch as state parliament president in Saxony-Anhalt is causing tensions in the Berlin coalition. While the SPD criticizes the CDU, the Union warns of a possible coalition between the SPD and the Left in Berlin.
After the elections in Saxony-Anhalt, the Bavarian SPD leader Ronja Endres is calling for a legal review of whether state financial equalization funds can be withheld from an AfD government in order to prevent the financing of unconstitutional structures.
Two and a half weeks after the Berlin election, the Left, the Greens and the SPD are holding a third preliminary discussion. The aim is to reach an agreement on anti-Semitism and organized crime, which the Greens and SPD have made a condition for explorations.

The federal government's coalition committee meets to discuss the reform backlog. Topics include the 2027 budget, working time, care, pension and tax reforms. No concrete decisions are expected, but a discussion about the political course is expected.