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BackNeues Kita-Gesetz: Bundeskabinett berät über Sprachdiagnostik und Förderung
Neues Kita-Gesetz: Bundeskabinett berät über Sprachdiagnostik und Förderung
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Die Zeit1 hour agoPolitics2 min readGermany

Neues Kita-Gesetz: Bundeskabinett berät über Sprachdiagnostik und Förderung

Familienministerin Karin Prien plant verpflichtende Sprach- und Entwicklungstests für Vierjährige sowie gezielte Unterstützung für Kitas in schwierigen sozialen Lagen.

Quick Look

  • Das Bundeskabinett berät über das Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz.
  • Es sieht verpflichtende Sprach- und Entwicklungstests für alle Vierjährigen sowie Investitionen von 9,25 Milliarden Euro zur Förderung von Kitas in benachteiligten Lagen vor.

AI-generated summary

Why It Matters

Das Bildungssystem in Deutschland weist eine hohe Abhängigkeit des Bildungserfolgs vom sozialen Hintergrund auf. Der Paritätische Gesamtverband berichtet zudem von einem massiven Fachkräftemangel.

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Mit einem neuen Kita-Gesetz plant Familienministerin Karin Prien weitreichende Veränderungen für Eltern und Kinder. «Jedes Kind in Deutschland wird künftig spätestens im Alter von vier Jahren auf seinen Sprach- und Entwicklungsstand diagnostiziert», sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Auf dieser Grundlage sollen die Jungen und Mädchen bei Bedarf gefördert werden, bevor sie in die Schule kommen.

Über das sogenannte Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz berät heute in Berlin das Bundeskabinett. Nach dem im Juli veröffentlichten Entwurf will der Bund für 2027 bis 2034 insgesamt rund 9,25 Milliarden Euro bereitstellen. Damit sollen Kitas in schwierigen Lagen besser ausgestattet werden, etwa mit mehr Erzieherinnen und Sozialarbeit.

«Wo mehr Unterstützungsbedarf ist, müssen auch mehr Ressourcen hineinfließen», sagte Prien. Das soll helfen, die großen Ungleichheiten im deutschen Bildungssystem abzumildern. Denn mehr als in anderen Ländern hängt die Bildungslaufbahn hierzulande von Einkommen, Bildungsstand und sozialen Umständen der Herkunftsfamilie ab.

Eine frühe Förderung im Kindergartenalter sei ein «Gamechanger», sagte Prien. «Man schaut, was kann ein Kind schon und was sollte es an Kompetenzen noch erwerben, bevor es in die Schule kommt. Das lässt sich in einem so frühen Alter noch korrigieren. Und wer besonderen Förderbedarf hat, auch schon im Alter von vier und fünf, soll diese Kompetenzen erwerben, bevor die Schule anfängt.»

Das Gesetz setzt an drei Punkten an: mehr Kinder in öffentliche Betreuung bringen, möglichst früh vor allem fehlende Sprachkenntnisse dingfest machen; und etwaige Probleme durch gezielte Hilfen ausgleichen. Die Tests, bei denen neben Sprachkenntnissen auch Bewegung und Entwicklungsstand ermittelt werden, sollen auch Vierjährige durchlaufen, die nicht in einer Kita sind. Dies soll laut Entwurf erstmals nach bundesweit einheitlichen Standards passieren.

Alle Kitas sollen etwas mehr Geld und Zeit für die neuen Tests und die Förderung bekommen. Besonderes Augenmerk liegt aber auf Kitas mit vielen Kindern, die in schwierigen Lebensumständen aufwachsen. Je Einrichtung mit 80 Kindern sollen Fachkräfte für insgesamt mindestens 20 Stunden pro Woche zusätzlich finanziert werden, bei mehr als 80 Kindern für mindestens 40 Stunden und bei mehr als 120 Kindern mindestens 60 Stunden.

Diese besondere Förderung soll in mindestens zehn Prozent der Kitas in jedem Land zur Verfügung stehen. Kriterium dafür ist, ob dort viele Kinder sind, die in finanzieller Bedürftigkeit aufwachsen, für die die Familiensprache nicht deutsch ist oder deren sprachliche Entwicklung auffällig ist. Kitas und Schulen sollen Daten über Ergebnisse der Sprach- und Entwicklungstests miteinander teilen können.

Für eine zusätzliche Förderung für Kitas in schwierigen Lagen wirbt auch der Paritätische Gesamtverband: Er fordert einen «Sozialindex» in der Kita-Finanzierung, also besonders viele Ressourcen dort, wo Armut, Migration und Inklusionsbedarf die Lage besonders schwierig machen.

Insgesamt zeichnet der Paritätische auf Grundlage einer Umfrage unter 3.267 Kitas ein düsteres Bild. Rechnerisch fehlten bundesweit 107.000 pädagogische Beschäftigte, obwohl mehr als 550.000 Kita-Plätze derzeit ungenutzt seien, heißt es im neuen Kita-Bericht des Verbands.

Wo weniger Kinder kämen, schrumpften die Kita-Teams. In Sachsen etwa gingen in jedem zweiten Team mehr Fachkräfte als neue hinzukämen, berichtet der Sozialverband. Ähnlich angespannt sei die Lage in Berlin, Brandenburg, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

65,3 Prozent der Fachkräfte gäben an, dass sie mit dem vorhanden Personalschlüssel den Bedürfnissen der Kinder nicht gerecht werden könnten. Neun von zehn Einrichtungen berichten von starker psychischen Beanspruchung des Personals. In 43,5 Prozent der Kitas sei binnen eines Jahres mindestens eine Fachkraft aus psychischen Gründen gegangen.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Beratung des Gesetzentwurfs im Bundeskabinett.

    Very likely · Within days

Open Questions

  • Wie wird die Umsetzung der Tests bei Kindern außerhalb von Kitas sichergestellt?
  • Wie reagieren die Bundesländer auf die geplanten Vorgaben?

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This article was originally published by Die Zeit.

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