EU bestellt russische Gesandte nach versuchtem Sprengstoffanschlag in Leipzig ein
Nach dem versuchten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig reagieren mehrere EU-Staaten mit diplomatischen Maßnahmen und kündigen weitere Sanktionen gegen Russland an.
Quick Look
- Die EU-Außenbeauftragte Kallas hat den russischen Gesandten einbestellt, nachdem ein versuchter Sprengstoffanschlag am Flughafen Leipzig Russland zugeschrieben wurde.
- Frankreich, Finnland und Belgien folgen diesem Schritt, während neue EU-Sanktionen geplant sind.
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Why It Matters
Am 4. August wurde am Flughafen Leipzig eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt. Der Flughafen dient als Umschlagplatz für militärische Hilfsgüter für die Ukraine.
Wegen des versuchten Sprengstoffanschlags am Leipziger Flughafen hat die EU-Außenbeauftragte den russischen EU-Gesandten in Brüssel einbestellt. Der Vorfall weise »alle Merkmale von staatlich gefördertem Terrorismus« auf, sagte Kallas vor einem Treffen der EU-Außenministerinnen und -Außenminister am Mittwoch in Irland. Die deutsche Bundesregierung hatte Russland für den Anschlagsversuch verantwortlich gemacht und Strafmaßnahmen verhängt.
Mehrere EU-Länder zogen am Mittwoch nach. Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot sagte in Irland, er haben ebenfalls den russischen Botschafter in Frankreich einbestellt. Auch Finnland und Belgien kündigten einen solchen Schritt an.
Am Flughafen Leipzig war am Abend des 4. August eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. In ihrer Nähe befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine im Krieg gegen Russland.
In Leipzig seien Tatmittel verwendet worden, die aus anderen hybriden Operationen Russlands bekannt seien – wie die Drohnenkonfiguration, diverse Bauteile, Sprengstoff und Zündtechnik, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Dienstag. Die Vorbereitung der Tat zeichne sich durch ein »hohes Maß an technischer Expertise und erheblichen organisatorischen Aufwand« aus.
Wadephul kündigt neue Sanktionsvorschläge an
Die Bundesregierung kündigte am Dienstag an, als Reaktion das russische Generalkonsulat in Bonn sowie das als Kulturinstitut gegründete Russische Haus in Berlin zu schließen. Die EU-Außenminister wollen in Irland nun über die nächsten möglichen europäischen Sanktionen gegen Russland beraten.
Bundesaußenminister Johann Wadephul kündigte in Irland entsprechende Vorschläge für weitere Sanktionen gegen Russland an. In den kommenden Wochen solle daran gearbeitet werden, zusätzliche Personen auf die Sanktionsliste zu setzen, sagt Wadephul. Er gehe davon aus, dass »eine große Zahl von Personen« betroffen sein werde. Der Druck auf Russland werde erhöht, während die Unterstützung für die Ukraine auf einem hohen Niveau bleibe, fügte er hinzu. Dies zeige die Geschlossenheit der EU.
Lesen Sie hier mehr dazu: Friedrich Merz droht, vollstrecken müssen andere: Alexander Dobrindt und Johann Wadephul erklären am Dienstag, wie Deutschland auf hybride Angriffe aus Russland reagiert. So richtig wohl fühlen sie sich dabei nicht.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Weitere Personen werden auf die EU-Sanktionsliste gesetzt.
Likely · Within weeks
Open Questions
- Wer genau steuerte die Drohne?
- Welche konkreten Sanktionen werden als nächstes verabschiedet?





