Norwegen beschlagnahmt russisches Schiff vor Spitzbergen
Hintergrund ist ein Schiedsspruch zu Entschädigungszahlungen; Moskau wirft Norwegen Piraterie vor.
Quick Look
- Norwegische Behörden haben vor Spitzbergen das russische Schiff 'Professor Molchanov' beschlagnahmt.
- Der staatliche ukrainische Konzern Naftogaz erwirkte die Maßnahme zur Durchsetzung von Entschädigungsforderungen für 2014 enteignete Vermögenswerte auf der Krim.
AI-generated summary
Why It Matters
Der Hintergrund der Beschlagnahmung ist ein Schiedsgerichtsentscheid über Entschädigungen für 2014 enteignete Vermögenswerte. Russland und die Ukraine befinden sich in einem andauernden Krieg mit massiven Angriffen auf die Energieinfrastruktur.
Norwegen beschlagnahmt russisches Schiff in Arktis
Vor der Inselgruppe Spitzbergen ist ein russisches Schiff von norwegischen Behörden beschlagnahmt worden. Der staatliche ukrainische Energiekonzern Naftogaz hatte zuvor einen entsprechenden Antrag gestellt, wie die Behörden in Spitzbergen mitteilten. Hintergrund ist ein früherer Beschluss eines Schiedsgerichts, der Russland zu Entschädigungszahlungen von rund 4,2 Milliarden US-Dollar (etwa 3,6 Milliarden Euro) verpflichtet hatte. Moskau wirft Norwegen nun Piraterie vor.
Den Angaben nach wurde das Schiff Professor Molchanov am Mittwoch auf Anordnung eines Gerichts beschlagnahmt und liegt nun bis auf Weiteres im Hafen. „Der rechtliche Prozess und das Urteil sind Teil des Kampfes des Unternehmens um die Rückforderung von Geldern, die 2014 von Russland enteignet wurden“, heißt es in der Mitteilung.
Nach Angaben von Naftogaz geht es um Vermögenswerte auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim, die infolge der russischen Annexion 2014 enteignet wurden. Das Unternehmen besaß dort etwa große Vermögenswerte im Öl- und Gassektor. Die Beschlagnahmung sei angeordnet worden, um ausstehende finanzielle Verpflichtungen Moskaus durchzusetzen.
Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, sagte der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge, dass Entführung der bessere Begriff für das Vorgehen sei. Man sehe nun ein Gesamtbild dessen, was passiere. Sie warf dem Westen vor, Piraterie legalisiert zu haben.
Putin schließt neue Mobilmachung für Ukraine-Krieg aus
Der russische Präsident Wladimir Putin schließt nach eigenen Worten eine neue Mobilmachung für den Krieg aus. Es gebe keine Szenarien, in denen ein solcher Schritt notwendig sei, da Russland keine Probleme bei der Verfügbarkeit von Militärpersonal habe, sagt Putin. Entsprechende Spekulationen hatte er jüngst als „völligen Unsinn“ zurückgewiesen.
Beobachter schließen hingegen nicht aus, dass Putin angesichts anhaltend hoher russischer Verluste nach der Parlamentswahl vom 18. bis 20. September erneut eine Mobilisierung anordnen könnte. Der finnische Präsident Alexander Stubb hatte jüngst gesagt, das Einzige, womit Russland noch eskalieren könne, sei eine Mobilmachung. Es sei wahrscheinlich, dass diese im Herbst komme. Aktuell verliere die russische Armee monatlich zwischen 30 000 und 35 000 Soldaten. Es würden aber nur 27 000 neue rekrutiert.
Bundesregierung stellt 250 Millionen für Energieinfrastruktur bereit
Die Bundesregierung stellt über die staatliche Förderbank KfW weitere 250 Millionen Euro für die Ukraine bereit. Die Gelder seien für Reparaturen an der Energieinfrastruktur vor dem kommenden Winter gedacht, teilt das Wirtschaftsministerium in Berlin mit. „Dies trägt zur Sicherung der Energie- und Wärmeversorgung der Bevölkerung trotz anhaltender russischer Angriffe bei.“ Die Energieversorgung bleibe eine Frontlinie dieses Krieges, sagt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Sie appelliert an andere Staaten, ebenfalls Gelder bereitzustellen. Seit 2022 hat die Bundesregierung 560 Millionen Euro in den Energieunterstützungsfonds eingezahlt. Mit der jetzigen Aufstockung steigt diese Summe auf 810 Millionen Euro.
Ukraine: 17 Verletzte bei russischen Angriffen auf Odessa
Bei russischen Luftangriffen auf die ukrainische Hafenstadt Odessa sind nach Angaben der örtlichen Behörden 17 Menschen verletzt worden. Unter den Opfern seien drei Kinder, teilt der Chef der Militärverwaltung der Stadt, Serhij Lysak, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Ein 21-stöckiges Wohngebäude sei beschädigt worden.
Dänischer Geheimdienst: Russland plant Sabotage in Dänemark
Dänische Behörden haben laut einem Bericht der Zeitung Berlingske Pläne und Vorbereitungen für russische Sabotage in Dänemark aufgedeckt. Unter den Zielen seien besonders Unternehmen in der Verteidigungsindustrie, die eine Verbindung zur militärischen Hilfe in der Ukraine hätten, sagte der Chef für Spionageabwehr beim dänischen Inlandsnachrichten- und Sicherheitsdienst PET, Emil Græsholm.
„Das Hauptziel ist, konkrete Lieferungen für die ukrainische Verteidigung zu stoppen“, sagte Græsholm den Angaben zufolge. „Gleichzeitig soll uns Angst gemacht werden, damit wir die Ukrainer nicht mehr unterstützen und unsere eigene Verteidigungsfähigkeit nicht ausbauen.“
In der Regel hält sich der Nachrichtendienst bedeckt - nicht in diesem Fall: „Die Auswahl der Ziele und die Vorbereitungen sind so konkret, dass wir es für notwendig halten, mit der Nachricht an die Öffentlichkeit zu gehen, dass es sich um eine Bedrohung handelt, die ernst genommen werden muss“, sagte Græsholm. Berlingske gegenüber nannte er Brandstiftung als mögliches Ziel der russischen Pläne. Unternehmen in der Rüstungsindustrie seien aufgerufen, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu verschärfen.
Russland versuche außerdem, „ganz gewöhnliche Dänen“ für seine Pläne zu rekrutieren - oft, ohne dass diese wüssten, dass sie für Moskau arbeiteten. „Es kann darum gehen, Fotos oder Videos von Unternehmen oder Anlagen zu machen, die dann für Sabotagepläne genutzt werden können“, sagte Græsholm. Er rief die Däninnen und Dänen auf, misstrauisch zu sein, wenn sie mit solchen Anfragen konfrontiert würden.
Bulgarien lässt Ausnahmen von Russland-Sanktionen für Atomkraftwerk zu
Die bulgarische Regierung genehmigt Ausnahmen von den EU-Sanktionen gegen Russland, um den Import von Eisen und Stahl für das Kernkraftwerk Kosloduj zu ermöglichen. Für die Reaktoren sowjetischer Bauart seien regelmäßig Ersatzteile russischer Hersteller nötig, um die nukleare Sicherheit zu gewährleisten, teilt die Regierung mit. Kosloduj ist das einzige Atomkraftwerk des Landes und liefert mehr als ein Drittel des bulgarischen Stroms.
Ukraine erhält bei EU-Treffen Zusagen für Luftverteidigung
Die Ukraine hat bei einem EU-Außenministertreffen in Irland neue Zusagen zur Unterstützung ihrer Flugabwehr erhalten. „Wir haben uns gefreut, heute Ankündigungen von Mitgliedstaaten zu hören, Luftverteidigung bereitzustellen“, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas nach dem Ende der Beratungen in der Grafschaft Wicklow. Dies sei etwas, worum man seit Langem gebeten habe.
Wer die neuen Zusagen machte und was sie konkret umfassen, wollte Kallas nicht verraten. Die Mitgliedstaaten, die entsprechende Ankündigungen gemacht hätten, würden diese auch selbst öffentlich bekanntgeben, sagte sie. „Aber für die Ukraine war es wichtig zu hören, dass es bei der Luftverteidigung tatsächlich Bewegung gibt.“
Kallas hatte am Vortag bei einem Verteidigungsministertreffen gesagt, man wisse, dass einige EU-Länder über Abfangraketen verfügten, deren Nutzungsdauer bald ablaufe. Es wäre deshalb gut, diese der Ukraine zu überlassen, die sie zum Schutz ihrer Bevölkerung vor russischen Luftangriffen einsetzen könne. Laut Diplomaten bezog sie sich damit vermutlich vor allem auf Griechenland. Die Ukraine hatte ihren aktuellen Bedarf an Abfangraketen zuletzt mit rund 300 Stück angegeben. Ein länger anhaltender Mangel könnte besonders mit Blick auf russische Angriffe auf die Energieinfrastruktur im Winter problematisch werden.
Selenskij: Ukraine und Deutschland vor Abschluss von Drohnen-Abkommen
Die Ukraine steht kurz vor dem Abschluss einer Vereinbarung mit Deutschland über die gemeinsame Entwicklung von Drohnen. Das teilt der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij nach einem Telefonat mit Bundeskanzler Friedrich Merz mit. Das Abkommen, das von der Ukraine vor einigen Monaten vorgeschlagen worden war, soll die gemeinsame Entwicklung verschiedener Drohnentypen, Raketen und der dazugehörigen Software umfassen. „Unsere Teams schließen derzeit die Arbeiten am Text des Drohnen-Abkommens ab. Dies wird sowohl Deutschland als auch der Ukraine zusätzliche Verteidigungskapazitäten bringen“, erklärt Selenskij über den Kurznachrichtendienst Telegram.
Unterdessen prüfen die EU-Staaten einen Antrag der Ukraine auf Geld für neue Flugabwehr. Das sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel bei einem Pressetermin mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Sie könne die neue Zahlungsanforderung bestätigen. „Sie hat einen Wert von mehreren Milliarden Euro und würde die Luftverteidigung der Ukraine abdecken, einschließlich der hochmodernen PAC-3-Patriot-Luftverteidigungssysteme.“ Gleichzeitig arbeite Europa mit der Ukraine an dem europaweiten Raketenabwehrprojekt Freya, sagte von der Leyen. Aus dem Unterstützungskredit in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine seien seit Juni bereits 8,5 Milliarden Euro für Drohnen und Raketen für die Ukraine bereitgestellt worden.
Tote in Dnipro – neue Angriffe auf Kiew
Bei einem russischen Raketenangriff sind in der südostukrainischen Großstadt Dnipro mindestens zwei Menschen getötet worden. Weitere fünf seien verletzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft des Gebiets Dnipropetrowsk mit. Ziel sind nach Angaben des Gebietsgouverneurs Olexander Hanscha Lebensmittellager gewesen. Es sei zu einem Brand gekommen. Auch die Hauptstadt Kiew wurde nach Behördenangaben erneut von russischen Drohnen angegriffen. Mindestens neun Menschen seien verletzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Mehrere Gebäude, darunter fünf Wohnhäuser, ein Kindergarten und Lager seien beschädigt worden.
Selenskij ernennt neuen Kommandeur der Landstreitkräfte
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij wechselt den Kommandeur der Landstreitkräfte aus. Neuer Befehlshaber wird Oberst Swjatoslaw Sajiz, der zuvor bei den Luftlandetruppen diente, wie aus einem Dekret auf der Website des Präsidenten hervorgeht. Die Personalentscheidung ist Teil von Veränderungen in der Militärführung unter dem neu ernannten Oberbefehlshaber.
Erdoğan: Sicherheitsmechanismus für Schifffahrt im Schwarzen Meer nötig
Zur Vermeidung einer neuen Getreidekrise fordert der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan einen dauerhaften Sicherheitsmechanismus für die Handelsschifffahrt im Schwarzen Meer. Vor allem in Afrika zeichne sich erneut eine Krise ab, sagt Erdoğan vor Journalisten auf dem Rückflug von einer Reise nach Kirgisistan. Es müsse gehandelt werden, bevor sich das Problem verschärfe.
Mehr als 350 000 Haushalte nach russischem Angriff in Odessa ohne Strom
Nach einem russischen Angriff auf wichtige Energieanlagen in der ukrainischen Region Odessa sind vorübergehend mehr als 350 000 Haushalte ohne Strom. Dies teilt der Energieversorger DTEK mit. Bei dem nächtlichen Angriff seien acht Menschen verletzt worden, teilt der Leiter der Militärverwaltung der Stadt, Serhij Lyssak, auf Telegram mit. Neben Angriffen auf die Infrastruktur sei auch ein 24-stöckiges Hochhaus getroffen worden.
Putin räumt Schäden an russischen Schiffen ein
Der russische Präsident Wladimir Putin hat Schäden an etwa 100 Schiffen des Landes durch ukrainische Drohnenangriffe eingeräumt. Zugleich betonte er, dass die Ukraine nicht in der Lage sei, Russland mit ihren Attacken kritische Schäden zuzufügen. „Ich denke, dass sie uns einen realen Schaden verursacht haben“, sagte Putin in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek vor Journalisten. „Es sind Menschen gestorben, Seeleute, darunter auch ausländische“, sagte er. Es seien auch Bürger Aserbaidschans und der Türkei getötet worden.
Der Gesamtschaden der Attacken liege nach vorläufigen Berechnungen bisher bei einem Prozent des russischen Bruttoinlandsprodukts, sagte Putin. „Das ist kein kritischer Schaden für uns. Und sie können uns auch keinen kritischen Schaden zufügen“, behauptete der Präsident.
Die Ukraine hatte insbesondere im Schwarzen und dem benachbarten Asowschen Meer Öltanker und Getreidefrachter attackiert.
Putin: Russische Truppen rücken in Donezk vor
Russische Truppen haben nach den Worten von Präsident Wladimir Putin im August 270 Quadratkilometer in der ukrainischen Region Donezk erobert. Dies entspricht etwa der Fläche der Stadt Erfurt. Zudem sei eine große Gruppe ukrainischer Soldaten eingekesselt worden, sagt Putin nach einem Gipfeltreffen in Kirgistan. Die russische Armee rücke auf die Städte Slowjansk und Kramatorsk vor und plane massive Angriffe auf die ukrainische Energie-Infrastruktur. Überprüfen ließen sich diese Angaben zunächst nicht.
Zugleich zeigt sich Putin offen für konkrete Gespräche zur Beilegung des Konflikts, sollte es eine neue Dynamik geben.
Putins Angaben zu angeblichen Erfolgen an der Front widersprechen den Einschätzungen ukrainischer und westlicher Beobachter, die zuletzt übereinstimmend eine Verlangsamung des russischen Vormarsches feststellten.
In der Südukraine stieß die russische Armee dem Kremlchef zufolge im Gebiet Saporischschja zudem bis in das Zentrum der Stadt Orichiw vor. In der Nordostukraine verlaufe die Frontlinie nur noch rund zwölf Kilometer von der Gebietshauptstadt Sumy entfernt, meinte Putin weiter. In der ostukrainischen Region Charkiw sei auf dem Ostufer des Flusses Oskil eine größere Gruppierung der ukrainischen Streitkräfte eingeschlossen worden.
Selenskij: Russischer Luftraum wegen ukrainischer Drohnen gefährlich
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij warnt Fluggesellschaften und Versicherer vor der Nutzung des russischen Luftraums. Aufgrund der Einsätze ukrainischer Drohnen sei dieser gefährlich und faktisch gesperrt, sagt Selenskij in seiner abendlichen Videobotschaft. Die Ukraine stelle zwar keine Bedrohung für die zivile Luftfahrt dar, aber die Drohnen über Russland müssten berücksichtigt werden. "Obwohl die russischen Behörden es nicht offiziell bekanntgeben, wird der russische Luftraum faktisch geschlossen", fügt er hinzu.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Weitere rechtliche Schritte Russlands gegen Norwegen wegen der Schiffsbeschlagnahmung.
Likely · Within weeks
Open Questions
- Wie wird Russland rechtlich auf die Beschlagnahmung reagieren?
- Welche konkreten Luftverteidigungssysteme werden geliefert?






