
An der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad sichern polnische und deutsche Pioniere gemeinsam die NATO-Ostflanke ab.
Polnische und deutsche Pioniere errichten gemeinsam den Schutzwall "Ostschild" an der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad, um die NATO-Ostflanke abzusichern und Russland abzuschrecken.
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Polen baut mit dem Projekt "Ostschild" und einer Investition von 4,8 Prozent des BIP seine Grenzbefestigungen zur russischen Exklave Kaliningrad aus.
Der Nordosten Polens, militärisches Sperrgebiet, wenige Meter vor der Grenze zu Russland: Hinter dem Stacheldrahtzaun liegt schon die Exklave Kaliningrad - russisches Territorium.
Die gesamte polnisch-russische Grenze ist mehr als 230 Kilometer lang. Polen will sie auf dem Land absichern - mit dem Schutzwall "Tarcza Wschod", zu Deutsch "Ostschild".
Bauarbeiten werden abgeschirmt
Adrian Chodorowski ist Oberleutnant des polnischen Militärs und vor Ort im Einsatz. "Wir bauen hier Befestigungsanlagen. Der potenzielle Gegner blickt dann auf einen Panzergraben", sagt er. Dahinter komme die erste Reihe der Stahlbetonigel. Dann folge eine freie Fläche für Minen, erklärt der Oberleutnant. "Und danach gibt es noch eine zweite Reihe aus Panzerigeln."
Die Bauarbeiten werden abgeschirmt: kein Einblick für Zivilisten. Unter Aufsicht der Streitkräfte dürfen sich die Medien nur wenige Stunden umschauen.
Polen und Deutschland streben nach engerer Zusammenarbeit
Vor Ort packen seit Ende Juni auch deutsche Pioniere mit an. Inzwischen sind es 40 Soldatinnen und Soldaten. Polnische und deutsche Pioniere legen Abwehrgräben an, platzieren tonnenschwere Panzerigel. Man arbeite Hand in Hand, erzählt Leutnant Aimee - aus Sicherheitsgründen wird nur der Vorname genannt. Die größte Motivation sei die Zusammenarbeit zwischen den Polen und den deutschen Kräften, um einfach eine Kameradschaft zu schaffen.
Polen und Deutschland streben eine engere Zusammenarbeit in der Verteidigung an. Das haben beide Länder mit einem Abkommen besiegelt. Der polnische und der deutsche Verteidigungsminister hatten es im Juni in Warschau unterzeichnet.
Darin geht es explizit auch darum, die Abschreckung an der NATO-Ostflanke auszubauen. Gemeinsam, als strategische Partner.
Freiwillige helfen an der NATO-Außengrenze
Schon knapp zwei Wochen nach dem Unterzeichnungstermin kamen erste deutsche Pioniere an der Baustelle des "Ostschilds" an. "Ich habe mich freiwillig dafür gemeldet. Das ist eine Sache, die geht uns alle irgendwo an", sagt Hauptfeldwebel Jakob. Denn die Befestigungsanlage schützt nicht nur die Grenze Polens, sondern damit auch die NATO-Außengrenze.
Der polnische General Stanislaw Czosnek betont, das Vorhaben sei "nicht nur ein polnisches Projekt", sondern Teil einer umfassenderen, regionalen Verteidigungsarchitektur der Allianz. Dabei stehe der "Ostschild" in direktem Zusammenhang mit der sogenannten Baltic Defence Line.
Die Verteidigungsmaßnahmen entlang der NATO-Ostflanke werden deshalb grenzübergreifend abgestimmt. "Wir arbeiten mit den baltischen Staaten, mit Finnland und Schweden - also auch mit den skandinavischen Ländern zusammen", so Czosnek.
Schutzwall soll feindliche Gruppen aufhalten
Polen baut seit Jahren sein Militär aus. Das Land investiert inzwischen 4,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes in die Verteidigung. Seine Streitkräfte zählen 220.000 Männer und Frauen. Die Zahl soll auf eine halbe Million steigen, darunter aktive Militärs und Reservisten. Polen gehört zu den ersten Staaten, die Mittel aus dem neuen EU-Finanzinstrument SAFE - Security Action for Europe - nutzen.
Der "Ostschild" ist eines der größten polnischen Projekte im Bereich der Verteidigung. Der Schutzwall soll bei einem möglichen Angriffsfall feindliche Truppen aufhalten.
Russland solle sich nicht auf militärische Abenteuer einlassen
Generalmajor Tilo Maedler leitet den Stab des EU- und NATO-Einsatzes. "Je besser wir vorbereitet sind, um uns zu verteidigen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Russland sich auf irgendwelche militärischen Abenteuer einlässt", sagt er. Das sei die Nachricht dieses Tages: "Wir stehen bereit für unsere Freiheit, für unsere Demokratie zu kämpfen."

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