
Das Handelsblatt zeigt für Singles, Ehepaare und Eltern, wie sich das Nettogehalt durch die Steuer- und Sozialreformen 2027 verändert.
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Geplante Steuerreformen und Anpassungen in den Sozialversicherungen sollen 2027 in Kraft treten.
Profitieren Sie vom Reformpaket der Bundesregierung, oder stehen Sie schlechter da als vorher? Das Handelsblatt zeigt für Singles, Ehepaare und Eltern, wie sich das Nettogehalt 2027 verändert.
Berlin, Düsseldorf. Welche Auswirkungen hat das geplante Reformpaket der Bundesregierung auf Ihr Einkommen? Die Steuerreform sowie die Änderungen in den Sozialversicherungen haben 2027 erheblichen Einfluss auf den Gehaltseingang auf dem Girokonto.
Der Finanzwissenschaftler Frank Hechtner von der Universität Erlangen-Nürnberg hat für das Handelsblatt berechnet, was nach den Steuer- und Sozialreformen netto für die Bürger übrig bleibt.
Mit den Daten hat die Redaktion den neuen Handelsblatt-Reformrechner erstellt. So können Sie sehen, wie sich Ihr Nettogehalt 2027 entwickelt: Bekommen Sie mehr oder weniger als bisher?
Abhängig ist das von der Höhe des Bruttoeinkommens, der Zahl der Kinder und davon, ob Sie verheiratet sind. Der Rechner berücksichtigt die Steuerreform der Bundesregierung sowie die Veränderungen in der Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. So werden 2027 beispielsweise die Beitragsbemessungsgrenzen teils außergewöhnlich stark angehoben, wodurch auf höhere Einkommen mehr Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden müssen.
Probieren Sie den Handelsblatt-Reformrechner aus, um herauszufinden, ob Sie 2027 mehr oder weniger Gehalt bekommen als in diesem Jahr.
Die Daten zeigen: Die Bundesregierung löst für viele Menschen in Deutschland das Entlastungsversprechen nicht ein. Denn während viele durch die Steuerreform entlastet werden, übersteigen in zahlreichen Fällen die höheren Sozialabgaben diese Entlastung, vor allem bei höheren Einkommen.
Doch auch kinderlose Singles werden kaum entlastet: Sie profitieren von der Reform nur zwischen einem monatlichen Bruttoeinkommen von 1500 Euro und 5750 Euro. Ihr Plus beträgt zwischen acht und 34 Euro – im Jahr.
Besser sieht es für Familien aus. Einem Paar mit zwei Kindern, bei denen beide jeweils 4000 Euro verdienen, bleiben 416 Euro mehr. Wenn in derselben Familie ein Partner 6000 und der andere 4000 Euro verdient, beträgt das Plus noch 272 Euro.
Auch unverheiratete Eltern profitieren bis zu einem monatlichen Bruttogehalt von 6000 Euro von der Reform. In der Datenauswertung wurden nur Familien mit bis zu zwei Kindern berücksichtigt. Bei weiteren Kindern fällt Ihr Netto durchschnittlich noch höher aus. Das liegt vor allem am höheren Kindergeld.
Deutlich draufzahlen müssen hingegen Spitzenverdiener. Ökonom Hechtner rechnet vor: Wer im Monat 8850 Euro verdient, muss 2027 1491 Euro mehr an Sozialbeiträgen abführen als bisher. Trotz Steuerentlastungen führe das zu weniger Netto.
Zur Datengrundlage wendet Hechtner jedoch ein: Gerade bei unteren Einkommen könne nicht jedes Szenario abgedeckt werden. Denn es könnten „noch diverse weitere Sozialtransfers greifen“, die das Nettoeinkommen beeinflussten. Insofern könne sich, je nach erhaltenen Sozialleistungen, das individuelle Netto vom Ergebnis des Rechners unterscheiden.
Wie sich die Abgaben für die Sozialsysteme insgesamt im kommenden Jahr entwickeln werden und welchen Anteil Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung daran haben, zeigt ein weiterer Handelsblatt-Rechner zum Thema.

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