Schwedische Parlamentswahl: Sozialdemokraten vorn, enges Rennen zwischen Lagern
Quick Look
- Bei der schwedischen Parlamentswahl liegen laut SVT-Hochrechnung die Sozialdemokraten von Ex-Regierungschefin Magdalena Andersson mit 28,0 Prozent vorn, gefolgt von Ulf Kristerssons konservativer Partei mit 19,9 Prozent.
- Das Mitte-links-Lager kommt auf 175 Sitze, die bisherige Koalition mit Schwedendemokraten auf 174 Sitze – ein Sitz entscheidet über die Regierungsbildung.
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Why It Matters
Die Wahl bestimmt die Regierungsbildung in Schweden nach vier Jahren Minderheitsregierung unter Ulf Kristersson, die von den Schwedendemokraten toleriert wurde. Schlüsselthemen waren Migration, Bandenkriminalität und Strafrechtsverschärfung.
In Schweden liegen die Sozialdemokraten von Ex-Regierungschefin Magdalena Andersson laut einer Hochrechnung des Senders SVT bei der Parlamentswahl vorn. Es zeichnet sich aber ein enges Rennen zwischen dem Mitte-links-Lager um Andersson und dem Lager um den konservativen Regierungschef Ulf Kristersson ab.
Anderssons Partei kommt auf 28,0 Prozent der Stimmen. Bei der Hochrechnung, einer Kombination aus Nachwahlbefragungen und Auszählungsergebnissen, folgt Kristersson konservative Partei mit 19,9 Prozent der Stimmen.
Enges Rennen zwischen beiden Lagern
Welches politische Lager am Ende eine Mehrheit der 349 Sitze im schwedischen Reichstag für sich beanspruchen kann, wird sich erst noch zeigen. Die Parteien, die Andersson als Ministerpräsidentin unterstützen - neben den Sozialdemokraten die Linken, Grünen und die liberale Zentrumspartei - liegen der Hochrechnung zufolge bei 175 Sitzen. Sie hätten damit eine knappe Mehrheit von einem Sitz.
Die bisherige Koalition von Kristersson aus drei Parteien sowie die rechtspopulistischen Schwedendemokraten kommen zusammen auf 174 Sitze.
Verluste für Rechtspopulisten
Die Schwedendemokraten kommen in der Hochrechnung auf 17,7 Prozent und würden damit im Vergleich zur Wahl 2022 (20,54 Prozent) Verluste verzeichnen. Die Rechtspopulisten hatten in den vergangenen vier Jahren die Minderheitsregierung von Moderaten, Christdemokraten und Liberalen in Schweden toleriert. Kristersson hatte angekündigt, sie im Falle eines Wahlsiegs in sein Kabinett zu holen.
Migration und Bandenkriminalität als Wahlkampfthema
Rund acht Millionen Schwedinnen und Schweden waren aufgerufen abzustimmen. Lange vor der Wahl hatte die Opposition in Umfragen weit vorn gelegen. Kurz vor dem Termin hatte sich aber doch ein engeres Rennen um die Macht abgezeichnet als erwartet.
Im Wahlkampf ging es unter anderem um die Herausforderungen des Landes im Umgang mit Migration, um Bandenkriminalität und um eine Verschärfung des Strafrechts - aber auch um die Frage, ob die Rechtspopulisten in Schweden erstmals Teil einer Regierung werden könnten.
Mit Informationen von Jana Sinram, ARD-Studio Stockholm
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Regierungsbildung wird mehrere Tage oder Wochen in Anspruch nehmen aufgrund des knappen Sitzunterschieds.
Likely · Within days
Die Schwedendemokraten werden trotz Verluste weiterhin als kingmaker agieren.
Possible · Within weeks
Open Questions
- Welches Lager wird letztlich eine Regierungsmehrheit sichern?
- Werden die Schwedendemokraten trotz Verluste in eine Regierung eintreten?
- Wie wird die politische Landschaft nach dem engen Ausgang aussehen?

