
AI-generated summary
Die fiskalische Theorie des Preisniveaus erklärt Inflation durch das Vertrauen in die zukünftige Zahlungsfähigkeit des Staates. Bei wachsenden Zweifel steigt das Inflationsrisiko, insbesondere bei hohen Schuldenständen und alternden Gesellschaften.
Staatsschulden sind inflationär, sobald die Bevölkerung beginnt daran zu zweifeln, ob der Staat seinen künftigen Verpflichtungen nachkommen kann oder will. Das ist die Kernthese des wissenschaftlichen Rahmens „Die fiskalische Theorie des Preisniveaus” (a. d. Eng.: The Fiscal Theory of the Price Level), den der Stanford-Ökonom Prof. Dr. John Cochrane geschaffen hat.
Die aktuelle Entwicklung scheint die These zu stützen. Je mehr die Zweifel zunehmen – und sie müssen es, angesichts der enormen ungedeckten Versprechen der westlichen Länder für ihre alternden Gesellschaften – desto größer sind die Gefahren für den Geldwert.
Bereits vor drei Jahren war Professor Cochrane zu Gast bei bto. Der Anlass war damals das amerikanische Debt-Ceiling-Theater – die wiederkehrenden, stark dramatisierten politischen Machtkämpfe in Washington um die Anhebung der US-Staatsschuldengrenze – Kämpfe, die oft mehr nach Wahlkampf-Inszenierung als nach seriöser Fiskalpolitik aussehen. Damals lagen die US-amerikanischen Staatsschulden (debt ceilings) bei 31,4 Billionen Dollar und Cochrane prognostizierte mehrere Szenarien, die heute – nach dem Zinsschock – mit besonderer Wucht wieder einzutreten scheinen. Es ist also höchste Zeit für ein bto REFRESH!
In dieser Folge gibt es eine Kombination der stärksten Passagen aus dem damaligen Experteninterview mit aktuellen Einordnungen von Daniel Stelter zu dem, was seither eingetreten ist. Am Ende der Episode folgt das komplette Interview im englischen Original.
Buch The Fiscal Theory of the Price Level (Januar 2023) von John H. Cochrane: https://t1p.de/5bi3z
beyond the obvious – Neue Analysen, Kommentare und Einschätzungen zur Wirtschafts- und Finanzlage finden Sie unter think-bto.com.
AI outlook — possibilities, not facts
Die Diskussion über die Nachhaltigkeit der US-Staatsfinanzen wird angesichts der alternden Gesellschaft und hoher Schuldenstände weiter zunehmen.
Likely · Within months

Die Wall Street erholt sich von vorbörslichen Tiefs, während die Renditen 10- und 30-jähriger US-Staatsanleihen auf 4,81 % bzw. über 5,28 % steigen – Höchststand seit 2008. Brent-Öl bleibt bei knapp 95 USD aufgrund der Eskalation zwischen USA und Iran. Dell meldet ein starkes Quartal und hebt den Umsatzausblick an, während andere Tech-Aktien wie MongoDB und Palo Alto Networks trotz Beat-and-Raise enttäuschen. Der Fokus liegt nun auf den Ergebnissen von Broadcom und Snowflake sowie dem bevorstehenden US-Arbeitsmarktbericht am Freitag.

Der Volkswagen-Vorstand hat laut Medienbericht einstimmig beschlossen, die Produktion in den Werken Emden und Zwickau bis 2031, Hannover bis 2032 und Neckarsulm bis 2034 einzustellen. Dabei soll das Leerlaufen der Werke möglicherweise ohne Zustimmung des Aufsichtsrats erfolgen. Zusätzlich kündigte Konzernchef Oliver Blume bis zu 50.000 weitere Stellenstreichungen an, wobei die Hälfte in Deutschland erfolgen soll.

Die EU führt Gespräche mit China, um Handelsungleichgewichte auszugleichen und die europäische Autoindustrie zu schützen. Dabei erwägt sie eine engere Zusammenarbeit mit Japan, Südkorea und Großbritannien, um faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und industrielle Resilienz zu stärken, ohne Protektionismus zu betreiben.
Auf der Schiffbaumesse SMM in Hamburg betonen chinesische und europäische Akteure ihre Zusammenarbeit beim Aufbau einer klimaneutralen Schifffahrt, während Experten vor Chinas wachsender maritimer Marktmacht warnen: Die Werften bauten bereits über die Hälfte der globalen Containerschiffe und Massengutfrachter, getrieben durch staatliche Subventionen und langfristige Industriepolitik.

IG Metall und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer haben einen Medienbericht über die angeblich beschlossene Schließung von vier Volkswagen-Werken in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm ab 2031 zurückgewiesen. Die Gewerkschaft betont, dass solche Entscheidungen der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, während Kretschmer erklärte, dass am Freitag keine Entscheidung fallen werde und das Zwickauer Werk das effizienteste sei.

Vor einer entscheidenden VW-Aufsichtsratssitzung berichten Medien über mögliche Werksschließungen in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm zwischen 2031 und 2034. Der Vorstand bestreitet dies, während Politik und IG Metall dagegenhalten und betonen, dass nichts beschlossen sei. Über 50.000 weitere Stellenabbau stehen im Raum.