
AI-generated summary
Der Bundeszuschuss zu den Stromübertragungsnetzkosten betrug 2026 6,5 Milliarden Euro und senkte die Netzentgelte um durchschnittlich zwei Cent pro Kilowattstunde. Für einen Durchschnittshaushalt mit 3500 kWh/Jahresverbrauch entsprach das einer Entlastung von etwa 70 Euro jährlich.
Berlin. Die Entgelte für die Nutzung des Stromübertragungsnetzes steigen nach Informationen des Handelsblatts aus Branchenkreisen zum Jahreswechsel um 20 bis 30 Prozent. Offiziell bekannt gegeben wird die Höhe des Stromübertragungsnetzentgelts für 2027 am kommenden Donnerstag. Die Stromübertragungsnetzbetreiber wollten die Zahlen nicht kommentieren.
Hauptursache für den Anstieg ist die von der Bundesregierung geplante Kürzung des Bundeszuschusses zu den Stromübertragungsnetzentgelten. Hinzu kommt der hohe Investitionsbedarf der Unternehmen: Die Unternehmen müssen mit Jahr für Jahr steigenden Beträgen den Ausbau ihrer Netze vorantreiben. Die Kosten werden auf alle Stromverbraucher umgelegt.
Das Bundeskabinett hatte am 2. September eine Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) beschlossen. Demnach soll der Zuschuss des Bundes zu den Stromübertragungsnetzkosten, der sich in diesem Jahr auf 6,5 Milliarden Euro beläuft, auf 5,525 Milliarden Euro reduziert werden. Das entspricht einer Kürzung von 15 Prozent.
Der Wert von 5,525 Milliarden Euro soll jeweils für die Jahre 2027, 2028 und 2029 gelten. Die Reduzierung ist Ergebnis der Haushaltsverhandlungen, die Kürzungen in vielen Bereichen zur Folge hatten.
In der vom Kabinett beschlossenen Novelle heißt es, die tatsächliche Entlastungswirkung im Einzelfall hänge „von energiewirtschaftlichen Parametern ab, die Bestandteile der Netzentgeltsystematik sind und insoweit nicht in der Regelungssphäre des Gesetzgebers liegen“.
Repräsentative Stichproben mit Blick auf das Jahr 2026 hätten für Haushaltskunden gezeigt, dass die Netzentgelte durch den Bundeszuschuss von 6,5 Milliarden durchschnittlich um rund zwei Cent pro Kilowattstunde gesunken seien, heißt es in dem Gesetzentwurf weiter.
Legt man den Wert von zwei Cent auf einen Durchschnittshaushalt mit einem Stromverbrauch von 3500 Kilowattstunden pro Jahr um, liegt die Entlastung im Jahr 2026 bei etwa 70 Euro.
Der Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro im Jahr 2026 hatte dazu geführt, dass die Stromübertragungsnetzentgelte um 57 Prozent von 6,65 auf 2,86 Cent je Kilowattstunde gesenkt werden konnten.
Die Stromübertragungsnetze in Deutschland werden von den Unternehmen 50Hertz, Amprion, Tennet Deutschland und Transnet BW betrieben. Die Übertragungsnetze, die oft auch als „Stromautobahnen“ bezeichnet werden, sind die Schlagadern des Stromversorgungssystems. Sie transportieren große Mengen Strom quer durchs Land.
Es folgen drei weitere Netzebenen: die überregionalen Verteilnetze, die regionalen Verteilnetze und die lokalen Verteilnetze („Niederspannungsebene“), die den Strom bis zu jedem Hausanschluss bringen.
Jede Netzebene wird für ihre Inanspruchnahme der Übertragungsnetze anteilig zur Kasse gebeten. In der Niederspannungsebene kommen nach Angaben von Experten in der Regel noch 20 bis 40 Prozent der Entgelte für die Stromautobahnen an, die dann vom Endverbraucher direkt über die Stromrechnung eingezogen werden.
Im Ergebnis heißt das: Die privaten Haushalte zahlen nur einen Bruchteil der Kosten für die Überlandleitungen. Nur sehr große Stromabnehmer – etwa Aluhütten, Stahl- oder Chemiewerke – sind direkt an dieses Netz angeschlossen. Sie zahlen die Kosten in voller Höhe, private Haushalte dagegen nicht. Entsprechend fällt eine Kürzung des Bundeszuschusses für Großverbraucher stärker ins Gewicht. So geht allein die Stahlindustrie davon aus, dass ihre Netzkosten mit der Kürzung des Zuschusses von 6,5 auf 5,525 Milliarden Euro um 50 Millionen Euro steigen werden.
AI outlook — possibilities, not facts
Die Stromübertragungsnetzentgelte für 2027 werden am kommenden Donnerstag offiziell bekannt gegeben.
Very likely · Within days
Die Stahlindustrie wird aufgrund der Bundeszuschuss-Kürzung ihre Netzkosten um 50 Millionen Euro steigen sehen.
Likely · Within years

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