
Der argentinische Stürmer Julián Alvarez ist bei Atlético Madrid in Ungnade gefallen, während der FC Barcelona nach einem Nachfolger für Robert Lewandowski sucht.
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Julián Alvarez hat öffentlich seinen Wechselwunsch zum FC Barcelona geäußert, was zu massiven Spannungen mit den Fans von Atlético Madrid führte. Sein Vertrag bei Atlético läuft noch bis 2030.
Der Grund: Alvarez, der seit Kleinkindertagen „Araña“ genannt wird, die Spinne also, trägt seit Wochen sehr deutlich zu Markte, dass er bei Raphinas FC Barcelona anheuern will, weshalb er von den Atlético-Fans geschmäht wird. Ach was, klärte Raphinha beim TV-Sender Movistar auf: „Das war für meinen Sohn, der in einem Alter ist, in dem man Spider-Man mag.“ Und so schmollt und leidet Alvarez weiter leise vor sich hin, ohne moralische Unterstützung durch die fernen Kollegen.
Ein paar Stunden, bevor Barcelona in Elche dem Raphinha-Treffer vier weitere Tore folgen ließ und mit 5:0 siegte, war Alvarez bei Atléticos 2:2 gegen den FC Villarreal im Estadio Metropolitano nicht bloß beschimpft worden. Er wurde bei jeder Gelegenheit ausgepfiffen und mit Flüchen, die auch seiner Frau Mutter galten, und mit Beleidigungen bedacht: beim Aufwärmen, bei der Verlesung der Mannschaftsaufstellung, bei der Einwechslung, bei jedem Ballkontakt. Als die Partie vorüber war, machte Alvarez Anstalten, mit dem Rest der Belegschaft in die Kurve der Atlético-Ultras zu gehen. Doch da kam ein leitender Angestellter des Klubs auf ihn zu und sagte ihm, er möge besser in die Kabine gehen statt zu den Fans. Alvarez tat, wie ihm geheißen. Er marschierte solo vom Platz und ertrug, dass ihm ein Trikot des Klubs und ein Schal hinterhergeworfen wurden, die mutmaßlich mit seinem Namen verziert waren.
Barcelona sucht weiterhin einen Nachfolger für Robert Lewandowski und Ferran Torres
Was Alvarez dachte, als er den Platz verließ, blieb sein Geheimnis; er stellte sich den Medien am Sonntag nicht mehr. Vielleicht – ganz vielleicht – bereut er, dass er seinen Teil dazu beigetragen hatte, in einer Sackgasse zu landen. Vielleicht will er, wie diverse Medien erfahren haben, alsbald den Berater wechseln. Er soll seines bisherigen Managers Fernando Hidalgo überdrüssig sein. Auch um diesen Randaspekt tobt ein Konflikt: „Julián hat in den vergangenen Monaten nicht die besten Ratgeber um sich gehabt“, sagte Atlético-Boss Miguel Ángel Gil Marín der spanischen Nachrichtenagentur EFE. „Frag niemals einen Lügner, warum er gelogen hat. Um es zu erklären, müsste er neuerlich lügen“, antwortete Hidalgo.
Die Rekonstruktion der Ereignisse gestaltet sich insofern schwierig, als nicht alle Abläufe von allen Beteiligten bestätigt worden sind. Die Partei Alvarez behauptet, dass Atlético bei einem diskreten Treffen im Frühjahr zu erkennen gegeben habe, einen Transfer in Erwägung zu ziehen – wenn Alvarez ein paar Bedingungen erfülle. So solle er den Verlauf der Saison 2025/26 nicht stören, seinen Wechselwunsch erst danach öffentlich erklären, um die dann dennoch verfehlten Saisonziele nicht zu gefährden – und ein angemessenes Angebot beibringen.
Zwar hatte die spanische Öffentlichkeit wahrgenommen, dass sich Alvarez, der argentinische Weltmeister von 2022, mit Wechselgedanken trug, hier und da war das an die Medien durchgestochen worden. Als Alvarez am 22. Juni erklärte, dass er Atlético verlassen wolle, war die Verblüffung dennoch groß. Denn es ist nicht alltäglich, dass ein Fußballer während einer Fußball-WM gezielt über Wechselgedanken spricht: „Ich kann mich nicht verstecken, das Beste wäre ein Transfer“, hatte Alvarez nach dem Spiel gegen Österreich gesagt. Was er verschwieg, war längst in aller Munde: dass er gern zum FC Barcelona wechseln würde.
Dort wiederum hatte Trainer Hansi Flick mit Nachdruck hinterlegt, dass er die Verpflichtung eines „Neuners“ erwarte, wenn der Klub sich von Robert Lewandowski und/oder Ferran Torres trennen sollte. Das ist nun geschehen. Lewandowski spielt in den USA für Chicago, Ferran Torres bei Paris Saint-Germain. Parallel dazu wurde sehr schnell – und sehr deutlich – klar, dass Atlético mitnichten einen Rivalen aus der eigenen Liga aufrüsten wollte. Das erfuhr auch Real Madrid, als Florentino Pérez im Präsidentschaftswahlkampf ankündigte, 150 Millionen Euro für Alvarez auf den Tisch legen zu wollen.
Das geriet in Vergessenheit, als Pérez wiedergewählt war; Atléticos Konflikt mit Barcelona hingegen eskalierte. Erstens gab es eine Beschwerde gegen Barça beim spanischen Verband wegen ungebührlicher Annäherung an Alvarez – dessen Vertrag läuft noch bis 2030. Zweitens wurde Barça bedeutet, dass der Verein die vertraglich festgeschriebene Ablöse von 500 Millionen Euro bezahlen müsse. Das freilich liegt jenseits der finanziellen Möglichkeiten Barcelonas. Die Katalanen dürften auch Schwierigkeiten haben, die 150 Millionen Euro zu stemmen, die Atlético aufgerufen haben soll, als sich der FC Arsenal als potenzieller Interessent zu erkennen gab. Alvarez lehnte es allerdings ab, nach London zu gehen.
Wird Alvarez nun also bei Atlético bleiben müssen? Und damit zur ersten Spinne des Planeten werden, die sich im eigenen Netz verfängt? Wer weiß, das Sommer-Transferfenster bleibt noch ein paar Tage geöffnet. Auch wenn es unvorstellbar wirkt, dass Alvarez und Atlético sich versöhnen – unmöglich ist das nicht, zumal Atlético die nächsten beiden Spiele auswärts bestreiten muss.
In jedem Fall wird es für den FC Barcelona nicht einfacher, Lewandowski durch einen neuen Strafraumstürmer zu ersetzen. Barcelonas Trainer Hansi Flick betonte am Sonntag, nicht besorgt und stets mit dem Sportdirektor Deco in Kontakt zu sein. Theoretisch könnte man meinen, dass er sich zurücklehnen kann: Ohne echten „Neuner“ gewann Barcelona in Elche ja 5:0. Raphinha spielte als eine Art falsche Neun und traf nach seinem Elfmeter zum 1:0 (14.) auch ein zweites Mal (67.), die restlichen Treffer erzielten der Ex-Dortmunder Karim Adeyemi (45.+3) sowie Fermín López (71./79.). Und dann sind da ja noch weitere „falsche Neuner“, zum Beispiel Weltmeister Dani Olmo, latent torgefährliche Zugänge wie Anthony Gordon, Nachwuchshoffnungen wie Hamza und natürlich Lamine Yamal.

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Karim Adeyemi feierte einen erfolgreichen Einstand beim FC Barcelona. Beim 5:0-Sieg gegen den FC Elche erzielte der Neuzugang von Borussia Dortmund sein erstes Tor. Trainer Hansi Flick muss jedoch den verletzungsbedingten Ausfall von Gavi verkraften.

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