Vor allem bei der CDU lagen die Prognosen weit neben dem tatsächlichen Wahlergebnis. Auch das BSW und die Grünen wurden falsch eingeschätzt.
AI-generated summary
Bereits bei der Landtagswahl 2021 lagen die Umfrageinstitute in Sachsen-Anhalt deutlich neben den tatsächlichen Ergebnissen.
Die Umfrageinstitute haben das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erneut deutlich verfehlt – vor allem bei der CDU. Hatten sie die Partei vor fünf Jahren noch klar unterschätzt, fielen die Werte in den Befragungen vor der Wahl deutlich zu stark aus.
Nach dem vorläufigen Endergebnis kommt die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze am Sonntag auf 17,2 Prozent. Die letzten Umfragen der Forschungsgruppe Wahlen, von Insa und von Infratest dimap für die ARD hatten sie bei 22 bis 23 Prozent gesehen. Das sind fünf bzw. sechs Prozentpunkte über dem tatsächlich eingefahrenen Wert – und damit über der statistischen Fehlertoleranz. Die AfD wurde mit 43,8 Prozent klar stärkste Kraft; die Institute hatten sie zuletzt bei 41 bis 43 Prozent gesehen.
Auch bei den Grünen und Linken lagen die Institute daneben. In den Umfragen wurden die Grünen mit fünf bis sechs Prozent klar unterschätzt – bei der Wahl am Sonntag erreichten sie 8,9 Prozent. Die Linke kam hingegen nur auf 8,6 Prozent, nachdem die Institute sie mit 11 bis 13 Prozent sogar noch als drittstärkste Kraft geführt hatten.
Eine Fehleinschätzung passierte den Demoskopen beim BSW: Alle drei Institute hatten die Partei mit drei bis vier Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde gesehen, tatsächlich kommt sie auf 5,3 Prozent und zieht in den Landtag ein. Das liegt noch innerhalb der Schwankungsbreite. Das Beispiel zeigt, dass selbst übereinstimmende Umfragewerte keine Gewissheit bieten. Bei Parteien im Bereich der Fünf-Prozent-Hürde können bereits kleine Schwankungen darüber entscheiden, ob sie im Parlament vertreten sind oder nicht.
Die SPD lag mit 9,3 Prozent leicht über den Umfragewerten von sieben bis neun Prozent. Bei der FDP lagen die Institute hingegen richtig: Sie hatten die Partei bei drei Prozent gesehen, sie erreicht 2,6 Prozent und verpasst den Wiedereinzug ins Parlament.
Bei der Landtagswahl 2021 lagen die Institute schon einmal deutlich daneben. Vor fünf Jahren war die CDU um bis zu zehn Prozentpunkte unterschätzt worden. Während die letzten Umfragen CDU und AfD vor der Wahl am 6. Juni 2021 nahezu gleichauf sahen, gewann die CDU des damaligen Ministerpräsidenten Reiner Haseloff am Ende mit riesigem Abstand.
Die letzte Insa-Erhebung für die „Bild“ hatte die CDU zwei Tage vor der Wahl 2021 bei 27 Prozent gesehen, die AfD bei 26 Prozent. Tatsächlich kam die CDU auf 37,1 Prozent und lag damit mehr als zehn Prozentpunkte über dem Umfragewert. Die AfD erreichte dagegen 20,8 Prozent und blieb mehr als fünf Punkte hinter der Prognose zurück. Zum ersten Mal verlor die Partei damals bei einer Landtagswahl an Zustimmung.
Auch andere Institute unterschätzten die CDU deutlich. Die Forschungsgruppe Wahlen sah die Partei im ZDF noch drei Tage vor der Wahl bei 30 Prozent, eine Woche zuvor sogar bei 29 Prozent. Infratest dimap ermittelte für die ARD Ende Mai 28 Prozent. Das tatsächliche Ergebnis lag jeweils sieben bis neun Prozentpunkte höher.
Wahlforscher führten die Abweichung 2021 auf die letzten Tage des Wahlkampfs zurück. Vor der Wahl in diesem Jahr hatten die Institute nicht mit einer Wiederholung dieses Effekts gerechnet.
Der Chef der Forschungsgruppe Wahlen, Matthias Jung, sagte der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag, die Umfragen 2021 hätten das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung korrekt abgebildet. Dieses habe sich jedoch bis zum Wahltag noch deutlich verändert. Ostdeutsche Wähler fühlten sich weniger an einzelne Parteien gebunden als westdeutsche – das mache die Wahlen schwerer prognostizierbar.
Auch die Wahl 2026 zeigt nun wieder: Wahlumfragen sind keine Prognosen. Sie bilden nur ein statistisches Stimmungsbild zum Zeitpunkt der Befragung ab. Am Wahlabend selbst kann es jederzeit zu Überraschungen kommen.

After a significant increase in votes for the AfD in Saxony-Anhalt, candidate Ulrich Siegmund is faced with the challenge of forming a government. Political divisions, economic problems and tight budget resources make it difficult to implement his election promises.
The podcast 'The So-called Present' analyzes postliberalism, a political philosophy that seeks to replace liberalism with values such as virtue, family and religion. Its influence in the USA and authoritarian tendencies are discussed.

After significant losses in the state elections in Saxony-Anhalt, CDU top politicians are ruling out a personnel debate about party leader Friedrich Merz. Instead, an accelerated course of reform is called for, while the SPD and the Greens criticize the current line.
The controversial funeral ceremonies for the late war criminal Ratko Mladić have begun in Belgrade. The honors met with sharp international criticism, including EU Commissioner Marta Kos canceling her visit to Serbia in protest.

Democratic gubernatorial candidate Amy Acton was attacked by a gunman at a festival in Canfield, Ohio. Acton was uninjured and administered first aid to injured people. The attacker was overpowered.
The Buchenwald and Mittelbau-Dora Memorials Foundation calls for legal guarantees for the independence of historical educational institutions. The background is concerns about political influence by the AfD in Saxony-Anhalt.