
Mehrere iranische Soldaten getötet, Gaza und Westjordanland weitere Tote, Libanon-Freisetzungen und Jemen-Kämpfe verschärfen Spannungen
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Der Iran-Krieg begann Ende Februar mit US-amerikanischen und israelischen Angriffen. Seitdem gibt es wiederholte Vergeltungsangriffe des Iran auf US-Stützpunkte und Verbündete.
Vivian Melchert Agentur: Sechs weitere iranische Soldaten bei US-Angriffen getötet
Bei US-Angriffen im Iran sind in dieser Woche laut Medienberichten sechs weitere iranische Militärangehörige getötet worden. Damit steigt die Zahl der getöteten Soldaten bei den Angriffen auf mindestens 13, meldet die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Unter den Opfern im Süden des Landes befinden sich demnach auch drei Piloten. Die US-Angriffe am Dienstag waren die schwersten seit Wochen. Der Krieg, der Ende Februar mit US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran begann, hat im Iran und im Libanon bereits Tausende Menschenleben gekostet. Auf US-Seite gibt es in dem Konflikt bislang 18 getötete Soldaten und mehr als 750 Verletzte.
Lydia Wolter Israels Armee meldet mehrere Tote nach Zwischenfällen in Gaza
Die israelische Armee hat im Norden des Gazastreifens drei Palästinenser getötet, die ihren Angaben nach eine Bedrohung für die eigenen Soldaten darstellten. Die Palästinenser hatten die sogenannte gelbe Linie überschritten, die den Übergang zu von Israel kontrolliertem Gebiet markiert, und sich israelischen Soldaten genähert, wie das israelische Militär mitteilte.
Es handelte sich dem israelischen Militär zufolge sich um zwei Vorfälle. Die Armee bezeichnete die drei getöteten Palästinenser als Terroristen. Die Angaben ließen sich zunächst nicht ohne Weiteres unabhängig überprüfen.
Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete derweil zwei Tote und mehrere Verletzte durch israelische Schüsse in der Stadt Beit Lahia im Norden des Küstengebiets. Demnach griff Israels Armee eine Gruppe an. Ob es dafür einen Grund gab, wurde nicht mitgeteilt. Auch diese Angaben konnten zunächst nicht verifiziert werden. Ob es sich dabei um einen der von Israels Militär beschriebenen Vorfälle handelte, war zunächst unklar. Die israelische Armee sagte auf Anfrage, sie prüfe dies.
Bianca Hugo Netanjahu: Israel lässt fünf libanesische Zivilisten frei
Israel will im Rahmen der Verhandlungen mit dem Libanon fünf libanesische Staatsbürger freilassen. Diese seien von der israelischen Armee im Südlibanon festgenommen worden, teilte das Büro des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit.
Angesichts umfangreicher Maßnahmen, die sowohl von libanesischer als auch von israelischer Seite ergriffen worden seien, um im Libanon Leichen von Mitgliedern der jüdischen Gemeinde im Land zu suchen, sei die Freilassung der fünf Libanesen beschlossen worden.
Zur Freilassung der Libanesen hieß es: „Nach Abschluss ihrer Vernehmungen stellte sich heraus, dass es sich um Zivilisten handelt, die keiner Terrororganisation angehören und nicht an terroristischen Aktivitäten beteiligt waren.“
Libanesischen Sicherheitskreisen zufolge wurde einer der Libanesen von Israel bereits freigelassen. Die weiteren sollten in den kommenden Stunden folgen, hieß es.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. dpa
Vivian Melchert Bürgerkrieg im Jemen spitzt sich weiter zu
Im Zuge des Iran-Kriegs spitzt sich auch der Bürgerkrieg im Jemen immer weiter zu. Heute kam es in der Provinz Tais erneut zu schweren Gefechten zwischen der Huthi-Miliz und Truppen der international anerkannten Regierung. Aus Militärkreisen hieß es, die Miliz habe mehr als ein Dutzend Raketen auf Ziele der Regierungstruppen an der Küste zum Roten Meer geschossen.
Die Armee schoss dem staatlichen Fernsehsender Saba TV zufolge mehrere Drohnen ab. Der Sender berichtete von „heftigen Kämpfen“ an mehreren Fronten im Westen von Tais. Mehrere Regierungssoldaten wurden örtlichen Berichten zufolge getötet. Im Jemen kämpfen die vom Iran unterstützten Huthi seit mehr als zehn Jahren gegen die Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird. Seit 2022 herrschte eine inoffizielle Waffenruhe und der Krieg schien wie eingefroren.
Im Juli kam es dann zu neuen Luftangriffen in der Hauptstadt Sanaa, die von den Huthi kontrolliert wird, und seitdem zunehmend zu neuen Gefechten in Tais und den Provinzen Marib und Hudaida. Die Huthi griffen mit Raketen und Drohnen unter anderem den Hafen Mokka nahe der Meerenge Bab al-Mandab an. Sollten die Huthi die Stadt einnehmen, könnten sie auch Handelsschiffe in der Meerenge noch stärker beschießen oder den Verkehr dort mit Sprengstoff-Booten zum Erliegen bringen. Der Bab al-Mandab ist wie die Straße von Hormus für den Welthandel von großer Bedeutung. Die Miliz hatte im Juli eine Blockade der Schifffahrt für Saudi-Arabien verkündet. Seitdem griffen die Huthi mindestens drei Schiffe an, zwangen weitere Schiffe in der Region zu Kursänderungen und griffen auch den Süden des Nachbarlands Saudi-Arabien wieder an.
Bianca Hugo Israel lässt gefangenen Libanesen frei
Ein in Israel festgehaltener Libanese ist freigelassen worden. Der Mann sei am Donnerstag dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz übergeben worden, teilten zwei libanesische Sicherheitsbeamte und das IKRK mit. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete, der Mann sei von der Grenzstadt Nakura in ein Büro des libanesischen Militärgeheimdienstes in Tyrus gebracht worden. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht.
Es war die erste derartige Übergabe seit Beginn des jüngsten Krieges zwischen Israel und der vom Iran unterstützten libanesischen Hisbollah-Miliz vor sechs Monaten. Es wird angenommen, dass Israel Dutzende Libanesen in Gefängnissen festhält. Unter ihnen sind Zivilisten und Hisbollah-Kämpfer, die bei Gefechten im Südlibanon gefangen genommen wurden. Den beiden Sicherheitsbeamten zufolge wurde die Freilassung eines weiteren Libanesen erwartet.
Wie der jetzt Freigelassene gefangen genommen wurde, war zunächst unklar. Einer der libanesischen Sicherheitsbeamten sagte, es handle sich um einen Zivilisten.
Lydia Wolter Verteidigungsminister Katz droht bei Angriff Iran in „Steinzeit zurückzuversetzen“
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat dem Iran im Fall eines Angriffs mit einer massiven Reaktion gedroht. „Wir würden die gesamte nationale militärische und zivile Infrastruktur im Iran treffen – auch die Energieinfrastruktur – und den Iran tief in die Steinzeit und das Zeitalter der Finsternis zurückversetzen“, sagte Katz laut Angaben seines Büros. „Ein iranischer Angriff auf Israel würde uns von jeglichen bestehenden Beschränkungen befreien.“
Weiter erklärte er: „Wir beobachten Anzeichen dafür, dass der enorme wirtschaftliche Druck, unter dem der Iran steht, sowie die Angst vor einem Aufstand und dem Zusammenbruch des Regimes das Land zu verzweifelten Maßnahmen treiben könnten.“
Felicitas Dahmen Neue Gewalt im Westjordanland: Zwei Palästinenser getötet
Bei Zusammenstößen zwischen israelischen Soldaten und Palästinensern im Westjordanland hat es in der Nacht Tote gegeben. Das palästinensische Gesundheitsministerium in Ramallah meldete, zwei Palästinenser im Alter von 16 und 19 Jahren seien durch Schüsse des israelischen Militärs ums Leben gekommen.
Sabrina Frangos Iran greift erneut Ziele in Kuwait an
Der Golfstaat Kuwait ist am frühen Morgen erneut Ziel iranischer Angriffe geworden. Die Luftabwehr wehre „feindliche Raketen- und Drohnenangriffe ab“, teilte das Militär des mit den USA verbündeten Landes auf der Plattform X mit. Explosionsgeräusche seien auf das Abfangen der Drohnen zurückzuführen.
Irans staatlicher Rundfunk Irib berichtete auf X, die Angriffe seien eine Antwort auf „Amerikas Verbrechen“ und richteten sich gegen US-Militärstützpunkte in Kuwait.
Kuwait war wie auch Jordanien und Bahrain erst in der Nacht zum Mittwoch Ziel iranischer Vergeltungsschläge gewesen, nachdem das US-Militär nach eigenen Angaben Militäreinrichtungen im Iran attackiert hatte. Die drei Staaten sind Verbündete Washingtons und beherbergen US-Stützpunkte.
Vivian Melchert Trump: US-Einsatz gegen den Iran wird nicht zu lange dauern
Die erneute US-Militäroffensive gegen den Iran wird nach den Worten von Präsident Donald Trump nicht „zu lange“ andauern. Der Iran versuche, eine Rakete zum Abwurf von Minen zu bauen, sagt Trump vor Journalisten im Oval Office. Die USA hätten diese jedoch zerstört. Zudem habe der Iran an der Instandsetzung seiner Radar- und Raketensysteme gearbeitet, die ebenfalls Ziel der US-Angriffe gewesen seien. „Wir haben das gesamte neue Gerät ausgeschaltet, das sie entlang der Straße von Hormus in Stellung zu bringen versuchten“, sagt der Präsident. Es sei ein sehr schwerer Angriff gewesen, und die USA seien jederzeit zu einem weiteren bereit.
Vivian Melchert „Trump-Straße“ statt Hormus-Straße? US-Präsident provoziert
US-Präsident Donald Trump hat auf der Plattform Truth Social eine Umbenennung der Straße von Hormus nach sich selbst ins Spiel gebracht. „Jetzt, da wir sie unter US-amerikanischer Kontrolle haben, sollten wir den Namen Hormus-Straße in TRUMP-STRASSE ändern???“, fragte er provozierend. „Genau wie Amerika selbst wäre sie dann „heißer“ als je zuvor!“, fügte Trump hinzu.
Trump hat wiederholt die Umbenennung geografischer Orte angekündigt oder verfügt – zuletzt den US-kanadischen Grenzsee Lake Ontario in „Lake America“. Kanada lehnt die Umbenennung ab.
Im Fall der Straße von Hormus blieb unklar, wie sich Trump eine Umbenennung der Meerenge vorstellt. Der Iran hat Hoheitsgewässer an ihrer Nordseite, der Oman an ihrer Südseite. An ihrer schmalsten Stelle misst die Straße nur etwa 39 Kilometer. Da der Iran und der Oman jeweils eine Zwölf-Seemeilen-Zone (etwa 22,2 Kilometer) beanspruchen, überschneiden sich die Hoheitsgewässer beider Anrainer. Internationale Gewässer existieren in diesem Bereich nicht. Dennoch konnten Handelsschiffe die Meerenge vor Beginn des Krieges ungehindert passieren.
Vivian Melchert Iranische Währung fällt auf Rekordtief
Die iranische Währung ist auf ein neues Rekordtief gefallen. Auf dem Markt in Teheran wurden am Mittwoch 2,20 Millionen Rial für einen US-Dollar gezahlt. Das waren fast zehn Prozent mehr als beim bisherigen Tiefstand vom 25. August, als ein Dollar 2,02 Millionen Rial kostete.
Der neue Kurs wurde nur wenige Stunden nach erneuten Angriffen zwischen dem Iran und den USA im Streit um die Kontrolle der Straße von Hormus erreicht. Der Rial stand bereits vor dem Beginn der Angriffe der USA und Israels auf die Islamische Republik am 28. Februar unter Druck.
Das Land kämpfte damals schon mit einer zweistelligen Inflation und schrumpfender Wirtschaftsleistung. Seit Beginn des Krieges ist die iranische Währung wiederholt auf neue Tiefstände gefallen.
Bianca Hugo Pakistan bemüht sich weiter um Vermittlung im Iran-Krieg
Pakistan bemüht sich nach dem Wiederaufflammen der Gefechte zwischen den USA und dem Iran weiter um eine Wiederaufnahme von Gesprächen über eine Friedenslösung. Der pakistanische Außenministeriumssprecher Tahir Andrabi sagte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz, die Vermittlungsbemühungen würden von Staaten der Region unterstützt.
Andrabi verwies zudem auf ein Treffen von Premierminister Shehbaz Sharif mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian am Rande eines Treffens der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO).
Felicitas Dahmen Irans Außenministerium wirft USA Kriegsverbrechen vor
Nach dem tödlichen Raketeneinschlag auf eine Hochzeitsfeier im Iran hat das Außenministerium in Teheran den USA Kriegsverbrechen vorgeworfen. Außenamtssprecher Ismail Baghai bezeichnete den Angriff an der iranischen Südküste auf X als „verzweifelten Versuch“ der USA, ihr Scheitern im Krieg zu verbergen. Er teilte ein Video, das den Ort des Angriffs zeigen soll.
Bereits in der Nacht hatte Irans Außenministerium eine entschlossene Reaktion auf die Bombardierung in Kuhestak nahe der Küstenstadt Sirik angedroht. „Diejenigen, die heute schweigen, werden morgen selbst nicht vor den Folgen dieses Schweigens sicher sein“, hieß es in der Erklärung.
Timm Seckel Iran: Zwei Tanker fahren auf Seeminen
In der Straße von Hormus sind iranischen Angaben zufolge zwei Öltanker auf Seeminen gefahren. Explosionen und Brände hätten die Crews zum Verlassen ihrer Schiffe gezwungen, teilten die Revolutionsgarden laut iranischen Medienberichten mit. Es seien „Strafmaßnahmen“ vorgesehen für Reedereien, die „illegale Routen“ nutzen, hieß es in der Erklärung weiter. Die Vorfälle ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Die Straße von Hormus hat sich im Verlauf des Kriegs zum zentralen Streitpunkt zwischen Washington und Teheran entwickelt: Der Iran blockiert mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die für den Transport von Öl, Erdgas und Dünger weltweit bedeutende Meerenge noch immer weitestgehend. Laut US-Medienberichten eskortiert das US-Militär jedoch immer wieder erfolgreich Schiffe entlang der omanischen Küste durch die Passage zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Vor dem Krieg war die Meerenge für die Schifffahrt offen.
Bianca Hugo Hisbollah und Israel greifen sich gegenseitig im Libanon an
Israels Armee greift eigenen Angaben zufolge weiterhin Ziele der Hisbollah im Nachbarland Libanon an. Die vom Iran unterstützte Miliz habe in der Nacht zwei mit Sprengstoff beladene Drohnen gegen israelische Soldaten in der Gegend eines strategisch wichtigen Hügels namens Ali al-Taher im Südlibanon eingesetzt, teilte das israelische Militär am Morgen mit.
Als Reaktion darauf seien Einrichtungen der Hisbollah, in denen sie Angriffe auf israelische Zivilisten und israelische Soldaten plane, in der Gegend der nahegelegenen Stadt Nabatija ins Visier genommen worden.
Libanons staatliche Nachrichtenagentur NNA bestätigte mehrere Angriffe Israels in der Nacht im Südlibanon.
Die Stadt Al-Mansouri im Südlibanon wurde bei israelischen Angriffen getroffen. dpa

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