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Die US-Notenbank Federal Reserve hatte im September erstmals seit drei Jahren die Zinsen auf 3,75 bis 4,00 Prozent erhöht, um die Inflation zu bekämpfen, die weiterhin bei 3,4 Prozent liegt und damit deutlich über dem Zielwert von 2,0 Prozent bleibt.
Wichtige Konjunkturdaten verhelfen den US-Börsen zu einer positiven Trendwende. Die Zinserwartungen bleiben dennoch konstant: Anleger rechnen mit einem weiteren Zinsschritt der Fed.
Ein Straßenschild an der Wall Street in New York City. Foto: dpa
Düsseldorf. Nachdem die großen Indizes an den US-Börsen diese Woche bisher nur Verluste wegstecken mussten, reagieren sie am Mittwoch positiv auf einen wichtigen Konjunkturindikator.
Der Dow Jones der Standardwerte liegt unverändert bei 51.250 Punkten.
Der breit gestreute S&P 500 legt 0,4 Prozent zu auf 7700 Zähler.
Die Technologiebörse Nasdaq gewinnt 0,8 Prozent auf 27.020 Punkte.
Der Nasdaq 100, ein Abbild der 100 Nicht-Finanzunternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung, legt um 0,6 Prozent auf 30.533 Zähler zu.
Die Termindichte ist am Mittwoch hoch: Das US-Handelsministerium veröffentlichte den Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben PCE. Der Bericht über offene Stellen in der Privatwirtschaft im September wurde ebenso veröffentlicht.
Dazu äußern sich im Laufe der Restwoche sechs Fed-Redner. Am Freitag folgen die Arbeitsmarktzahlen der US-Regierung, die auch die Stellenentwicklung im Staatssektor umfassen.
Konjunkturindikatoren geben gemischtes Bild
Der PCE verharrte im August bei 3,4 Prozent, auf dem gleichen Stand wie auch schon in den beiden Vormonaten. Analysten waren noch davon ausgegangen, dass der Index, der das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank Federal Reserve darstellt, steigen würde.
Der PCE misst, wie viel private Haushalte in den USA tatsächlich für Waren und Dienstleistungen ausgeben – und wie sich diese Preise verändern. Anders als der Verbraucherpreisindex (CPI), der als offizielle US-Inflationsrate gilt, berücksichtigt der PCE auch Ausgaben, die nicht direkt von den Haushalten bezahlt werden, etwa Krankenversicherungsleistungen des Arbeitgebers.
Der CPI verharrte im August ebenfalls bei 3,4 Prozent. Zuvor war die Inflationsrate noch auf 3,5 Prozent gestiegen. Sie liegt damit weiterhin weit über einem von der Notenbank angestrebten Wert von 2,0 Prozent.
US-Konjunktur
Wichtiges US-Inflationsmaß verharrt bei 3,4 Prozent
Um dem hohen Preisauftrieb entgegenzuwirken, hatte die Fed im September zum ersten Mal seit drei Jahren die Zinsen auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent erhöht. An den Terminmärkten wird mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer weiteren Zinserhöhung in diesem Jahr gerechnet.
Ein Grund dafür dürfte der andauernde Konflikt im Nahen Osten sein, der die Ölpreise weiterhin auf hohem Niveau hält. Die Nordseesorte Brent zur Lieferung im November verteuerte sich um gut ein Prozent auf knapp 104 Dollar je Barrel (159 Liter), US-Leichtöl WTI zur Lieferung im November legte ein halbes Prozent auf etwa 90 Dollar je Barrel zu.
An den Anleihemärkten sorgen die neuen Zahlen dennoch für leichte Entspannung. Die Renditen für zehnjährige wie zweijährige US-Anleihen gaben nach der Veröffentlichung leicht nach. Zuvor waren die Renditen nochmals angestiegen: 30-jährige US-Staatsanleihen notierten am Mittwochvormittag mit bis zu 5,62 Prozent auf dem höchsten Niveau seit 2002, auch zehnjährige Papiere näherten sich diesem Wert.
Hoher Stellenaufbau in der Privatwirtschaft
Die US-Unternehmen haben im September mehr Stellen aufgebaut als gedacht. In der Privatwirtschaft kamen insgesamt 90.000 Jobs hinzu, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Unternehmensumfrage des Personaldienstleisters ADP hervorgeht. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten nur ein Plus von 70.000 Stellen erwartet, nach revidiert 36.000 im August.
Ein überraschend hoher Stellenaufbau lässt die Fed eher restriktiv bleiben, aus Sorge, die Wirtschaft zu überhitzen und die Inflation neu anzuheizen. Die Fed hat nämlich ein duales Mandat und strebt neben stabilen Preisen auch eine Vollbeschäftigung an.
Der Preisindex für den persönlichen Konsum im August war besser als erwartet. Nach einem schwachen Wochenstart gab es für die Wall Street Rückenwind. Markus Koch warnt jedoch, dass es schlechter um die Börse stünde, als die Indizes signalisieren.
Am Freitag steht der Arbeitsmarktbericht der US-Regierung an, der neben den Jobs in der Privatwirtschaft auch die Stellenentwicklung im Staatssektor umfasst. Für den Job-Report erwarten Ökonomen ein Stellenplus von 90.000, nachdem im August 162.000 Arbeitsplätze hinzugekommen waren.
Blick auf Einzelwerte
Micron: Der Chiphersteller Micron legt am Abend nach Börsenschluss Quartalszahlen vor. „Die zentrale Frage lautet, wie lange das hohe Wachstum noch aufrechterhalten werden kann“, schreibt Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank. „Aufgrund seiner exponierten Position in der KI-Lieferkette werden Microns Zahlen auch ein Votum darüber sein, wie die Stimmung im gesamten KI-Sektor für den Rest der Woche ausfallen wird.“ Im Vorfeld liegt die Aktie unverändert.
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AI outlook — possibilities, not facts
Die Fed wird in diesem Jahr noch mindestens einmal die Zinsen erhöhen.
Likely · Within months
Der Arbeitsmarktbericht der US-Regierung wird ein Stellenplus von etwa 90.000 zeigen.
Likely · Within days
Microns Quartalszahlen werden als Indikator für die zukünftige Stimmung im gesamten KI-Sektor angesehen.
Possible · Within days

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