
US-Regierung erhöht Druck im Konflikt mit Iran, während Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus weiter zurückgeht.
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Der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran dauert seit rund sechs Monaten an. Die Schifffahrt im Nahen Osten leidet unter massiven Einschränkungen und Blockaden.
US-Finanzminister Scott Bessent.
USA setzt Verbündete unter Druck +++ Trump droht mit umfassendem „Wirtschaftskrieg“ +++ Emirate setzen Handel mit Iran aus, werfen Teheran neue Angriffe vor +++ alle Entwicklungen im Liveblog
Bessent zu Irankrieg: Verbündete müssen Entscheidung treffen
Nach dem angekündigten „Wirtschaftskrieg“ gegen Iran erhöht die US-Regierung den Druck auf ihre Verbündete, daran mitzuwirken. „Es ist an der Zeit, dass unsere Verbündete und der Rest der Welt eine Entscheidung treffen“, sagte US-Finanzminister Scott Bessent dem Sender CNBC. „Entweder bist du auf unserer Seite oder gegen uns.“
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor angekündigt, den wirtschaftlichen Druck auf Iran drastisch erhöhen zu wollen. Wer Iran weiter unterstütze, müsse mit drakonischen Maßnahmen rechnen, warnte er. Details zu seinen Plänen lieferte Trump zunächst nicht. Bessent teilte nun mit, am Montag auf einer Pressekonferenz über das Vorhaben zu informieren.
Bessent trat dabei auch dem Argument entgegen, mit wirtschaftlichem Druck sei gegen Iran nichts zu bewirken. „Wir haben die Seeblockade, und wir werden die härtesten Sanktionen der Geschichte verhängen“, sagte er. Unter diesem Druck werde die Führung in Iran zusammenbrechen. Wegen des Fokus auf wirtschaftlichen Druck rechnet Bessent bis auf Weiteres nicht mit einem Aufflammen größerer Kampfhandlungen.
China kritisiert angekündigte US-Sanktionen gegen Iran
Die chinesische Regierung hat den von den USA angekündigten wirtschaftlichen Druck gegen Iran als nicht zielführend bezeichnet. „Sanktionen und Druck werden nicht dazu beitragen, das Problem zu lösen“, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lin Jian, bei einer Pressekonferenz am Freitag. Peking rufe „alle relevanten Parteien dazu auf, verantwortungsvolle Schritte zu unternehmen und das Problem auf politischem und diplomatischem Wege zu lösen“, fügte er hinzu.
Die chinesische Regierung lehne „illegale einseitige Sanktionen ab, die keinerlei Grundlage im Völkerrecht haben und nicht vom UN-Sicherheitsrat autorisiert wurden“, fügte Lin hinzu. China ist ein zentraler strategischer und wirtschaftlicher Partner Irans. Vor dem Krieg gingen laut der Analysefirma Kpler über 80 Prozent der iranischen Ölexporte nach China.
Schiffsverkehr in Straße von Hormus geht weiter zurück
Der Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Straße von Hormus ist am Donnerstag auf sieben Frachter zurückgegangen. Das geht aus Daten des Analyseunternehmens Kpler hervor. Unter den Schiffen befinden sich demnach weder große Rohöl- noch Flüssiggastanker (LNG).
Hintergrund des Rückgangs sind wachsende Sorgen um die Sicherheit der Schifffahrt im Nahen Osten, während die Friedensgespräche zwischen den USA und Iran stocken. Vor dem Krieg passierte fast ein Fünftel der weltweiten Öl- und LNG-Transporte die Meerenge.
Neuer US-Flugzeugträger bei Iran im Einsatz
Die USA haben für ihren Militäreinsatz gegen Iran einen neuen Flugzeugträger in die Region entsandt. Die „USS George Washington“ sei in ihrem Einsatzgebiet im Nahen Osten eingetroffen, teilte das für die Region zuständige US-Zentralkommando Centcom am Donnerstag mit.
Der neue Flugzeugträger löst die „USS Abraham Lincoln“ ab. Der monatelange Einsatz des Schiffes in der Krisenregion und Berichte über unhaltbare Zustände an Bord hatten für Kritik in den USA gesorgt. Besatzungsmitglieder klagten nach Angaben von Angehörigen über Probleme bei der Essensversorgung und defekte Toiletten. Zudem war von mehreren Suizidversuchen die Rede. Abgeordnete der oppositionellen Demokraten forderten eine Untersuchung zu den Bedingungen auf der „USS Abraham Lincoln“.
Der Flugzeugträger war am 21. November 2025 vom kalifornischen San Diego ausgelaufen, um im Südchinesischen Meer Dienst zu leisten. Er wurde jedoch noch vor den am 28. Februar begonnenen US-israelischen Angriffen auf den Iran in die Krisenregion umgeleitet.
Der Irankrieg dauert inzwischen bereits seit knapp sechs Monaten an. Derzeit scheint weder eine diplomatische noch eine militärische Lösung in Sicht.
Nach der Verlegung der „USS George Washington“ in die Nahost-Region verfügt die US-Armee zumindest vorübergehend über keinen US-Flugzeugträger mehr im Pazifik. Die Region ist insbesondere wegen der Spannungen mit China von großer strategischer Bedeutung.
Blockade der Straße von Hormus hält an
Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus bleibt stark eingeschränkt. Am Mittwoch haben Daten des Anbieters Kpler zufolge lediglich neun Rohstoff-Frachter die Meerenge durchfahren, eine unveränderte Zahl zum Vortag.
Während US-Präsident Donald Trump erklärt, die Meerenge sei offen, bezeichnet Iran sie als geschlossen. Auch in der Meerenge Bab el-Mandeb am Roten Meer verlangsamt sich der Verkehr. Dort wurden 27 Frachter gezählt nach 32 am Vortag.
Trump droht Iran mit „Wirtschaftskrieg“
Iranische Medien haben unbeeindruckt auf eine Drohung Donald Trumps mit einem „Wirtschaftskrieg“ gegen das Land reagiert. Der US-Präsident habe schon zuvor wiederholt vom angeblich unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch Irans und von Schlägen historischer Dimension gesprochen, schrieb die iranische Nachrichtenagentur Fars auf Telegram. Seine Behauptungen seien bloß als übliche „psychologische Kriegsführung und Propagandakampagne“ zu verstehen.
Trumps jüngste Drohung mit „der verheerendsten Wirtschaftsoperation“, die jemals gegen ein Land veranlasst worden sei, erfolgte vor dem Hintergrund fehlender Erfolge bei Verhandlungen mit Teheran. Jedes Land müsse bei einer Unterstützung Irans mit „GEWALTIGEN wirtschaftlichen Konsequenzen“ rechnen, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Es brauche die Hilfe aller Verbündeten der USA, um die von Iran ausgehende Bedrohung zu stoppen.
Iran dementiert Raketenangriff auf Emirate
Inmitten neuer Spannungen zwischen Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten hat Teheran Vorwürfe eines Raketenangriffs auf den Golfstaat „kategorisch“ zurückgewiesen. Die Vorwürfe seien falsch und schadeten der Stabilität in der Region, erklärte am Dienstagabend der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei. Die Emirate hatten zuvor erklärt, dass Iran erstmals seit Monaten wieder Raketen auf das Land abgefeuert habe.
Irans Außenamtssprecher Bakaei erklärte dazu, dass Teheran „den Vorwurf der Vereinigten Arabischen Emirate, dass Iran ein Rakete in Richtung dieses Landes abgefeuert hat, kategorisch zurückweist“. Der Vorwurf aus Abu Dhabi sei schädlich für das Vertrauen und die Sicherheitsbemühungen in der Region.
Nach Raketenbeschuss: Emirate setzen Handel und Finanzgeschäfte mit Iran aus
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben bis auf Weiteres sämtliche Handels- und Finanzgeschäfte mit Iran ausgesetzt. Angesichts der jüngsten Eskalation in der Region seien „der gesamte Handel, der kommerzielle Austausch und Finanztransaktionen mit dem Iran“ gestoppt worden, erklärte Außenministeriumssprecherin Afra Al Hameli am Dienstag. Die Entscheidung erfolgte am selben Tag, an dem Iran nach Angaben der Emirate erstmals seit Monaten wieder Raketen auf das Land abgefeuert hatte.
Nach Angaben des emiratischen Verteidigungsministeriums wurden zwei ballistische Raketen registriert. Eine ging demnach außerhalb, eine weitere innerhalb der Hoheitsgewässer der Emirate nieder.
Vereinigte Arabische Emirate melden Raketenangriff aus Iran
Iran hat nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate erstmals seit Monaten zwei Raketen auf das emiratische Staatsgebiet abgefeuert. Die Luftabwehr habe „zwei vom Iran aus in Richtung des Landes abgefeuerte ballistische Raketen geortet, von denen die erste außerhalb der Hoheitsgewässer und die zweite innerhalb der Hoheitsgewässer niederging“, teilte das Verteidigungsministerium am Dienstag auf der Plattform X mit.
Zwei Stunden zuvor hatten die emiratischen Behörden eine Warnung vor „einer möglichen Bedrohung durch Raketen“ an Mobiltelefone gesendet und die Bürger aufgefordert, umgehend sichere Orte aufzusuchen. Es war die erste derartige Warnung seit einem Alarm im Juli wegen eines Angriffs, bei dem die Geschosse letztlich nicht in den emiratischen Luftraum eindrangen.
Iran hatte die Vereinigten Arabischen Emirate zu Beginn des Kriegs mit den USA und Israel mehrfach angegriffen. Im Mai war nach einem Drohnenangriff ein Feuer in einem emiratischen Atomkraftwerk ausgebrochen. Zuletzt hatte die Regierung in Abu Dhabi Iran für Raketenangriffe auf Tanker eines emiratischen Staatskonzerns verantwortlich gemacht. Der Golfstaat ist mit den USA verbündet und hatte vor sechs Jahren im Rahmen des Abraham-Abkommens seine Beziehungen zu Israel normalisiert.
Trump provoziert mit Karte der Straße von Hormus
Nach dem Ende der 60-Tage-Frist des Rahmenabkommens stehen Washington und Teheran laut US-Präsident Donald Trump nicht in Verhandlungen. „Es finden derzeit keine Gespräche oder Verhandlungen mit der Islamischen Republik Iran statt, und es sind auch keine geplant“, teilte er auf der Plattform Truth Social mit.
Erst am Vortag hatte Trump dem Sender Fox News gesagt, Vertreter der US-Regierung stünden im direkten Kontakt mit den iranischen Revolutionsgarden. Zudem behauptete Trump, die Straße von Hormus bleibe geöffnet. Tatsächlich gab es in den vergangenen Tagen immer wieder Angriffe auf Handelsschiffe. Die US-Seeblockade gegen iranische Schiffe bleibe intakt, schrieb Trump weiter.
Zuvor hatte er eine Karte auf der Plattform geteilt, in der die Straße von Hormus als neues US-Territorium beschrieben wird. „New U.S. Territory“, steht darüber.
An ihrer schmalsten Stelle ist die Straße von Hormus nur 21 Seemeilen breit – und liegt damit vollständig in den Küstenmeeren von Iran und Oman. Das internationale Seerecht – maßgeblich geprägt durch das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen – teilt die Meere in verschiedene Zonen. Küstenmeere sind Teil des Staatsgebiets, sie reichen bis zu zwölf Seemeilen vor die Küste, deshalb ist auch von einer Zwölf-Meilen-Zone die Rede.
Erdoğan fordert Trump zu weiteren Gesprächen mit Iran auf
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat US-Präsident Donald Trump in einem Telefonat zu direkten Gesprächen mit Iran aufgefordert. Erdogan habe erklärt, es sei von großer Bedeutung, bei den Spannungen zwischen Iran und den USA die Diplomatie bestmöglich zu nutzen, teilte das türkische Präsidialamt am Dienstag mit. Die Türkei hoffe auf eine Fortsetzung der Gespräche und werde die Friedensbemühungen weiter unterstützen. Die Türkei, die über die zweitgrößte Armee der NATO verfügt und an Iran grenzt, hat wiederholt ein Ende des Krieges gefordert.
Kushner: Verhandlungen mit Iran verlaufen „sehr positiv“
Die Gespräche zwischen Washington und Teheran über ein Ende des Irankrieges kommen nach Angaben des US-Gesandten Jared Kushner voran. Beide Seiten führten „sehr positive Gespräche“, sagte der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump am Montag dem Fernsehsender Fox News. Er schränkte zugleich aber ein, dass es „nach all den Jahren eigentlich kaum Vertrauen zwischen den USA und Iran“ gebe.
Trump werde in den Verhandlungen „sehr geduldig sein“, sagte Kushner weiter. Der Präsident wolle „nichts überstürzen“. Er werde „das richtige Abkommen schließen, sobald das richtige Abkommen bereit ist“.
Washington vergibt Auftrag für Tomahawk-Raketen
Nach Berichten über Engpässe bei den Raketenbeständen der USA infolge des Irankrieges hat das Pentagon einen milliardenschweren Auftrag zur Herstellung von Tomahawk-Raketen vergeben. Der Vertrag mit dem US-Unternehmen Raytheon mit einem Volumen von 22,9 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 19,8 Milliarden Euro) werde die Lieferung der Geschosse an die US-Streitkräfte „in beispiellosem Tempo beschleunigen“, erklärte der geschäftsführende Marine-Staatssekretär Hung Cao am Montag.
Es sei von „entscheidender Bedeutung sicherzustellen, dass unsere Marine und die Streitkräfte insgesamt über die nötige Feuerkraft verfügen, die sie zur Abschreckung und zum Schutz des Heimatlandes brauchen“, erklärte Cao weiter. Das Pentagon nutze „alle verfügbaren Mittel, um den Anforderungen unserer derzeitigen Einsätze gerecht zu werden“.
Trump droht Oman
Mit einer scharfen Drohung hat US-Präsident Donald Trump den Druck auf Oman erhöht. Das Sultanat soll derzeit mit Iran klären, wie künftig die Schifffahrt durch die Straße von Hormus geregelt sein soll – bisher ohne Einigung. „Wenn Oman uns in die Quere kommt, werden wir sie in Grund und Boden bombardieren“, sagte Trump dem Sender Fox News. Oman ist bislang keine aktive Kriegspartei.
Das zwischen Teheran und Washington ausgehandelte Rahmenabkommen sah vor, dass Oman und Iran gemeinsam eine Lösung für die Schifffahrt finden – in Absprache mit den Anrainerstaaten und unter Berücksichtigung internationalen Rechts. Oman berichtete zwar von konstruktiven Gesprächen, eine Einigung wurde bisher aber nicht verkündet.
Huthi setzen Angriffe fort
Die von Iran unterstützte jemenitische Huthi-Miliz hat nach eigenen Angaben mehrere Kriegsschiffe Saudi-Arabiens im Roten Meer angegriffen. Ein saudi-arabisches Landungsschiff und vier begleitende Patrouillenboote seien vor der Küste des Jemen nahe der Hafenstadt Mokka mit mehreren ballistischen Raketen beschossen worden, erklärte Huthi-Militärsprecher Jahja Saree am Montag.
Jemenitischen Armeekreisen zufolge haben die Huthi zudem Ziele in der Nähe der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab angegriffen. Die mit Iran verbündete Miliz habe fünf ballistische Raketen auf Stellungen der international anerkannten jemenitischen Regierung abgefeuert.
AI outlook — possibilities, not facts
US-Finanzminister Bessent informiert auf Pressekonferenz über Details des Wirtschaftskriegs.
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