
Die USA suchen wieder den direkten Draht nach Moskau und stellen ihre transatlantischen Partner vor vollendete Tatsachen. Deutschland sollte öffentlich widersprechen.
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Die USA haben den russischen Finanzminister Anton Siluanow zum G20-Treffen eingeladen, was einen Bruch mit der bisherigen gemeinsamen Linie der westlichen Verbündeten darstellt.
Washington sucht wieder den direkten Draht nach Moskau. Europa droht dabei zum Zuschauer zu werden. Deutschland sollte Trumps Russland-Kurs öffentlich widersprechen.
Russland isolieren und unter Druck setzen, das war zwischen den USA und Europa bislang weitgehend Konsens, trotz aller Differenzen. Damit könnte es nach dem Eklat rund um das G20-Finanzministertreffen in dieser Woche vorerst vorbei sein.
Das Treffen in den USA begann mit einem Affront: Erstmals seit vier Jahren saß der russische Finanzminister Anton Siluanow mit am Tisch, auf Initiative des Gastgeberlandes. Erst wenige Tage zuvor hatte die US-Regierung Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) mit der Einladung Siluanows vor vollendete Tatsachen gestellt. Wieder einmal.
Denn das Vor-vollendete-Tatsachen-Stellen hat inzwischen System. Weder über das amerikanische Bombardement in Venezuela, den Beginn des Irankriegs vor sechs Monaten noch über die zurückgehende militärische Präsenz US-amerikanischer Nato-Truppen in Europa hatten die USA ihre transatlantischen Partner ausreichend informiert. Amerikas Black-Box-Politik ist in Trumps zweiter Amtszeit zum Standard geworden.
Besonders der Alleingang in der Russland-Politik ist für Europa und speziell für Deutschland ein Riesenproblem. Gerade jetzt, da Bundeskanzler Friedrich Merz nach dem Vorfall mit der Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle offenbar kurz davorsteht, Russland klar zu beschuldigen, müssen die USA und Europa an einem Strang ziehen.
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