
Vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern blickt die Wirtschaft mit Sorge auf Umfragewerte. Wichtige Daten zeigen die strukturellen Herausforderungen des Bundeslandes.
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Wenige Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet das Bundesland laut Umfragen hohe Werte für die AfD, was Wirtschaftsverbände besorgt.
Wenn der Nordosten am Sonntag wählt, geht es auch um seine wirtschaftliche Zukunft. Wichtige Daten zeigen, wo die größten Herausforderungen für die nächste Regierung liegen.
Holzwerke am Seehafen Wismar: Schmale industrielle Basis machen Mecklenburg-Vorpommern zu schaffen. Foto: Dpa [M]
Berlin. Wenige Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern (MV) wächst in der Wirtschaft die Sorge vor einem Sieg der AfD. In aktuellen Umfragen liegt die Partei mit 36 bis 38 Prozent vorn. Wirtschaftsverbände warnen vor Folgen für Investitionen, Fachkräfte und Arbeitsplätze.
„Wahlziele, welche die Weltoffenheit Mecklenburg-Vorpommerns, seine wirtschaftliche Entwicklung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden, sind Gift für unser Land und gefährden Arbeitsplätze und Lebensqualität“, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände in Mecklenburg-Vorpommern, Sven Müller.
Das Bundesland verzeichnete 2025 zwar mit 1,4 Prozent gemeinsam mit Bremen das stärkste Wirtschaftswachstum aller Bundesländer. Doch unter den ostdeutschen Flächenländern bleibt seine Wirtschaftsleistung die kleinste.
Dienstleistungen und Tourismus dominieren, die industrielle Basis ist schmal. Zugleich verschärft der demografische Wandel den Mangel an Arbeitskräften.
Wo Mecklenburg-Vorpommern wirtschaftlich vor der Wahl steht, zeigen die folgenden Grafiken:
Gewinner und Verlierer der Wirtschaft
Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaft hängt stark von Dienstleistungen und Tourismus ab. Dabei entwickeln sich die einzelnen Wirtschaftsbereiche sehr unterschiedlich. Während einige Branchen wachsen, verlieren andere an wirtschaftlicher Bedeutung.
Starkes Wachstum, kaum wirtschaftliches Gewicht
Zusammen mit Bremen verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern 2025 mit 1,4 Prozent das höchste Wirtschaftswachstum aller Bundesländer. Verglichen mit den anderen ostdeutschen Flächenländern rangiert das Land jedoch auf dem letzten Platz.
Gründe dafür sind vor allem die geringe Einwohnerzahl und die vergleichsweise schmale industrielle Basis.
Ein Land mit wenig Industrie
Mecklenburg-Vorpommern ist kein klassisches Industrieland. Dienstleistungen, Tourismus und Landwirtschaft prägen die Wirtschaft stärker als in vielen anderen Bundesländern. Die Industrie hat entsprechend weniger Gewicht. Allerdings gibt es einige Wirtschaftszweige, die für einzelne Standorte und Regionen besonders wichtig sind.
Rostock ist wirtschaftlich die Nummer eins
Rostock spielt eine zentrale Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern und strahlt auch auf die umliegenden Landkreise aus. In der größten Stadt des Landes konzentrieren sich wichtige Unternehmen.
Besonders relevant sind die Werften. Ein besonders bedeutendes Projekt für die Region ist das geplante Rechenzentrum in Dummerstorf bei Rostock. Die Schwarz-Gruppe will dort 5,6 Milliarden Euro investieren.
Maritime Wirtschaft als industrielles Rückgrat
Die maritime Wirtschaft ist ein zentraler Wirtschaftszweig für Mecklenburg-Vorpommern. Die Branche umfasst Schiffbau, Schiffsreparatur, Zulieferindustrie, Hafenwirtschaft sowie die Offshore- und Meerestechnik.
Zuletzt ging es wieder aufwärts, doch hohe Energie- und Rohstoffpreise, unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und steigende Arbeitskosten stellen die Unternehmen weiter vor große Herausforderungen.
Rüstungsboom schafft neue Perspektiven
Nach der Insolvenz der MV Werften übernahm the Marineschiffbauer TKMS 2022 die frühere Kreuzfahrtwerft in Wismar. Mittlerweile hat TKMS den Standort für die Produktion von U-Booten ausgebaut.
Rückenwind kommt aus Berlin: Der Bund stellt erheblich mehr Geld für die Verteidigung bereit und sorgt damit auch bei deutschen Rüstungsunternehmen für mehr Aufträge.
Neptun Werft profitiert von der Energiewende
Die Neptun Werft in Rostock baut vor allem Flusskreuzfahrtschiffe und fertigt Maschinenraummodule für Kreuzfahrtschiffe. Künftig will das Unternehmen auch vom Ausbau der Windenergie auf See profitieren – und Komponenten für Offshore-Konverterplattformen herstellen.
In einer Konverterplattform wird der von den Windkraftanlagen auf See produzierte Wechselstrom in Gleichstrom umgewandelt, an die Küste transportiert und von dort in große Verbrauchszentren im Land.
Das Land schrumpft
Seit der Wiedervereinigung kämpft Mecklenburg-Vorpommern mit dem demografischen Wandel. Abwanderung, niedrige Geburtenzahlen und eine alternde Gesellschaft verändern das Land. Das hat Folgen für Arbeitsmarkt, Unternehmen und öffentliche Infrastruktur.
Arbeitskräfte werden knapp
Viele Beschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern erreichen in den kommenden Jahren das Rentenalter, während weniger junge Menschen nachrücken. Für Unternehmen wird es damit schwieriger, offene Stellen zu besetzen.

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